Täuscht mein Eindruck, dass der Literaturnobelpreis für Herta Müller gar nicht richtig wahrgenommen wird. Hat sie recht mit ihrer Kritik an den Literaturkritikern, die von ihr verlangen, in der Gegenwart anzukommen, weil das Ceaucescu-Rumänien Vergangenheit sei. Während Romane über die DDR oder die Nachkriegszeit in Deuschland als Beschreibung der „Gegenwart“ gelten. Will man vom Leiden der Rumäniendeutschen nichts wissen.

Andere Frage: Warum verwendet Herta Müller nie Fragezeichen. Wirkt das nicht wie eine Mischung aus unfertig und abgeschlossen. Sind Fragen vielleicht die eigentlichen Antworten.

Wie dem auch sei: Ich gönne es Herta Müller, die ich nach wie vor schätze (obwohl ihre Kritik am Kirchentag vermutlich unberechtigt ist), dass es doch Menschen gibt, die mit ihr und für sie feiern. Und auch wenn ich selber nicht dabei sein werde (Berlin, die Nicht-Aprikosengegend, is bisschen weit von hier aus), gebe ich gerne eine Veranstaltungsankündigung aus http://lyrikzeitung.wordpress.com/ weiter

Am 10. Dezember wird Herta Müller in Stockholm mit dem Literaturnobelpreis 2009 ausgezeichnet. Wenige Tage nach ihrer Rückkehr wird sie im Haus der Berliner Festspiele von ihren Freunden, Weggefährten und Lesern mit einem abendfüllenden Programm – an dem sich die Preisträgerin auch selbst beteiligt – in einer öffentlichen Veranstaltung geehrt und gefeiert.

Ein Fest für Herta Müller
ausgerichtet von ihren Freunden
am Freitag, dem 18. Dezember 2009 um 20.00 Uhr im
Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24, 10179 Berlin

Musik, Laudatio, Lesung und Performance mit Herta Müller, Michael Krüger, Joachim Sartorius, Ulrich Matthes, Aydar Gainullin, Andrei Plesu – und Überraschungsgästen

Eintritt 10,- € (erm. 6,- €). Karten unter: http://www.berlinerfestspiele.de. Info: (030) 25489-100

Veranstaltet von: Berliner Festspiele, internationales literaturfestival berlin, Literaturhaus Berlin, Literarisches Colloquium Berlin, Literaturwerkstatt Berlin, Literaturforum im Brechthaus, Stiftung Preußische Seehandlung, Robert Bosch Stiftung und Carl Hanser Verlag.

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