In diesem Blog habe ich schon auf die bei vielen Sprachinteresssierten verbreitete Abneigung vor allem gegen englische Fremdwörter im Deutschen reagiert. (Siehe https://kraftwort.wordpress.com/2009/06/17/der-showmaster-des-public-viewing-steht-mit-seinem-handy-am-servicepoint/ )  Ich habe dafür plädiert, hier nicht übertrieben ängstlich zu sein. Vielleicht können die Ängste vor dem Fremden in der deutschen Sprache auch gemildert werden, wenn man sich klar macht, dass es auch deutsche Wörter gibt, die in anderen Sprachen heimisch geworden sind, ohne dass wir das wissen. Zum Beispiel spricht man in Polen von jemand Trägem als „Slafmyza“ (Schlafmütze) und jemand fleißigem als „Streber“. In Israel heißen Scheibenwischer ebenfalls „Wischer“ bzw. sie werden mit der hebräischen Plural-Endung versehen und heißen deshalb „Wischerim“. In Schweden schwärmt man für deutsches „Fingerspitzengefühl“ und sogar in Nigeria fragt man „Is das so?“ Sogar die Franzosen, die sehr stolz auf ihre Muttersprache sind (und deshalb in allen Radiosendern eine Mindestquote französischsprachiger Lieder vorschreiben) sagen „Le schnaps“ Jutta Limbach (ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts und bis 2008 Vorsitzende des Goethe-Instituts) hat darüber ein ganzes Buch geschrieben: „Ausgewanderte Wörter“, entstanden aus einem Wettbewerb des Deutschen Sprachrats. Nähere Infos zu diesem Buch:

http://www.hueber.de/ausgewanderte-woerter/

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