Allen, die sich für Afrika interessieren, allen begabten und weniger begabten Heimwerkern, allen, die einmal eine wirklich bewegende Geschichte lesen möchten, allen, die Anteil nehmen möchten an einer Kindheit und Jugend in einem der ärmsten Länder der Erde,  auch allen, die etwas über Glauben, Aberglauben und Wissenschaft wissen möchten, allen politisch Interessierten und auch sonst jeder und jedem kann ich nur meine diesjährige Urlaubslektüre ans Herz legen – das Buch „Der Junge, der den Wind einfing – eine afrikanische Heldengeschichte“ von William Kamkwamba und Bryan Mealer, Irisiana-Verlag 2009. William Kamkwamba ist ein Junge aus Malawi, der zwar auf Grund der Hungersnöte in seiner Heimat zu Beginn des  neuen Jahrhunderts seinen Schulbesuch abbrechen musste, sich aber durch eigene Lektüre in der Bibliothek sowie eigenes Ausprobieren so viel physikalisches und technisches Wissen angeeignet hat, dass er mit einem selbstgebauten Windrad Strom erzeugen konnte. Friedensnobelpreisträger Al Gore sagt zu Recht:  „William Kamkwamba’s achievements with wind energy show what one person, with an inspired idea, can do to tackle the crisis we face“. Ich habe das Buch verschlungen, obwohl ich nicht alle technischen Details verstanden habe – und ich habe es genossen, dass, oft auch humorvoll, eine ganze Menge über den Alltag in Malawi  erzählt wird. Da ich selbst schon mal in Malawi gewesen bin (wo ich ja auch das Nilpferd, das mein Blog ziert fotografiert habe – siehe https://kraftwort.wordpress.com/2009/11/05/warum-ziert-diese-seite-ein-nilpferd/), habe ich vieles wiedererkannt, aber auch viel Neues erfahren. 

Hier ein kurzes Zitat, das nichts mit dem Hauptthema des Buches zu tun hat, sondern in dem der afrikanische Maisbrei nsima (das n am Anfang wird nicht gesprochen) vorgestellt wird, den ich auch häufig gegessen habe:

„In Malawi ernährt sich jeder von nsima, die fetten Politiker ebenso wie die Hunde und Katzen … Nsima ist nicht nur ein wichtiger Teil unserer Ernährung – unser Körper braucht nsima wie ein Fisch das Wasser. Wenn ein Fremder einen Malawier zum Abendessen einlädt, ihm Berge von Steaks und Nudeln vorsetzt und zum Dessert noch einen Schokoladenkuchen serviert, aber kein nsima, wird der Malawier zuhause seinen Geschwistern erzählen: ‚Es gab nichts zu essen, nur Steaks und Nudeln. Hoffentlich kann ich heute nacht schlafen‘ “

P.S.: Neugierig auf Nsima? Hier ist das Rezept: https://kraftwort.wordpress.com/2010/08/17/afrikanisch-essen-nsima-mit-tomatenrelish/

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