Im Prinzip schätze ich die Arbeit der Evangelischen Akademien sehr. Tutzing, Bad Boll, Arnoldshain, Meißen, Wittenberg, Loccum – ihre Namen haben zu Recht über den Bereich der Kirche hinaus einen guten Klang. In manchen kirchlichen Erwachsenenbildungseinrichtungen war ich auch selbst schon als Referent oder Workshopleiter für Gospelmusik tätig – wirklich super, dass es die Evangelische Erwachsenenbildung und die Akademiearbeit gibt!

Aber ein Tagungsprogramm zum Thema „Kirche im ländlichen Raum“, das mir da gerade ins Netz gegangen ist, gab mir doch zu denken:

Zitat aus http://www.loccum.de/programm/p1065.html :

„Sonntag, 31. Oktober 2010
09:30 Uhr Berichte aus den Arbeitsgruppen vom Samstagnachmittag
11:00 Uhr Geordneter Rückzug – oder was sonst? (folgt Nennung der Referenten)

12:30 Uhr Ende der Tagung mit dem Mittagessen“

Der 31. Oktober ist Reformationstag. Und in diesem Jahr auch noch ein Sonntag. Vielerorts werden am Sonntagvormittag Gottesdienste gefeiert – an diesem Tag sicher Reformationsgottesdienste . Aber in einer angesehenen Evangelischen Akademie wird zur gleichen Zeit am Reformationstag kein Gottesdienst gefeiert, auch nicht wenigstens in Seminarform  über den Sinn und die Möglichkeiten von Reformation nachgedacht, sondern der „geordnete Rückzug“ der Kirche aus dem ländlichen Raum besprochen…  Was würde Martin Luther dazu sagen?

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