Karl Barth, der in diesem Jahr gemeinsam mit dem Automobil und Coca Cola seinen 125. Geburtstag hat, schreibt zur Frage der Erkennbarkeit des Wortes Gottes:

Das Wort Gottes wird erkennbar, indem es sich erkennbar macht … Die Möglichkeit, das Wort Gottes zu erkennen ist Gottes Wunder an uns, so gut wie das Wort und sein Gesprochenwerden selber … Es geht .. hier nicht um die Behauptung einer Passivität des Menschen, die seine Freiheit beseitigen oder einschränken würde. Es geht …  um die Einsicht, dass jenes Beieinandersein … des Erkennens des Menschen und seines Erkanntwerdens von Gott in der Freiheit des Menschen Ereignis ist und doch in keinem Sinn als deren Produkt, also als Ergebnis einer … Vertiefung oder Erhöhung des menschlichen Seelenlebens verstanden werden darf. …Auch die Vorstellung vom sacrificium intellectus ist nur ein letzter verzweifelter Versuch, aus der Erkenntnis Gottes ein Werk des Menschen zu machen. …

Christus bleibt nicht draußen. Und es ist wohl wahr, dass der Mensch ihm die Tür auftun muss (Apok. 3,20), aber eben, dass dies geschieht ist … das Werk des draußenstehenden Christus. So dass auch das andere vorbehaltlos wahr bleibt: der auferstandene Christus geht durch verschlossene Türen (Joh. 20,19f.)

Kirchliche Dogmatik (KD) I,1, S. 260f.

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