Das Michaeliskloster – Kompetenzzentrum der EKD für Gottesdienstfragen – hat ein Heft mit neuen Oster- und Pfingstliedern herausgegen: „Befreit von Ängsten leben – Neue Oster- und Pfingstlieder“ Strube-Verlag München (Edition 6710). Es kostet  nur 2,- € – und diese kleine Ausgabe lohnt sich! Die musikalischen Stile sind sehr vielfältig. Das macht eienrseits den Reiz aus, es ist also „für jeden etwas dabei“ Umgekehrt muss man sagen, dass niemand mit allen Liedern etwas wird anfangen können. Für manche Texte werden deshalb auch mehrere Melodien angeboten – z.B. für den tollen Text von Gerhard Edzard Riese: „Der Teufel liebt das Lachen nicht, es stört ihn überhaupt; er kommt ganz aus dem Gleichgewicht, wenn man nicht an ihn glaubt …“ Gut auch das titelgebende Lied Nr. 1 „Befreit von Ängsten leben“. Bei diesem Lied ist auch die für ein Osterlied erstaunliche Moll-Tonart angemessen, da es sich in Wahrheit eher um eine pentatonische Melodie handelt, so dass man auch die dorische Kirchentonart darin entdecken kann (dem entspricht auch das melodische Zitat von „Christ ist erstanden“ im vorletzten Takt). Und schließlich mein Lieblingstext, abgesehen vom „Osterlachen“: „Dein Geist, Gott spricht oft leise“. Vielleicht wäre es gerade dieser Text wert gewesen, ebenfalls (wie es bei mehreren anderen der Fall ist)  mit mehreren Melodien zur Auswahl präsentiert zu werden.

Trotz der Empfehlung sind auch ein paar kritische Anmerkungen nötig:

– Insgesamt überwiegt mir „Moll“ etwas zu sehr. Immerhin geht es doch an Ostern und an Pfingsten um fröhliche Anlässe.

– Schade, dass zu drei schönen Texten überhaupt keine Melodie angeboten wird. Das wird damit zusammenhängen, dass Texte und Melodien aus einem zweistufigen Wettbewerb entstanden sind und dass zu diesen Texten vielleicht keine oder keine brauchbaren Melodien eingegangen sind. Dann hätte der Jurorenkreis aber vielleicht doch auf anderem Wege den Texten zu einer Melodie verhelfen sollen … – Beim Lied 21 „Wenn Licht in eine Träne fällt“ hätte als Notbehelf immerhin der Hinweis dazugesetzt werden können, dass es auf die Melodie von „Amazing grace“ gesungen werden kann (Bei dieser Melodie kann man relativ leicht auch die beiden zusätzlichen Silben der 3. Strophe unterbringen, für die anderen Strophen wäre auch „Nun danket all und bringet Ehr“ als Melodie geeignet)

– Schließlich ist der Erscheinungstermin für dieses Osterfest ein bisschen knapp – aber vielleicht reicht es wenigstens für Pfingsten

Eine weitere Anregung: Es war richtig, Ostern und Pfingsten auf diese Weise ins musikalische und Gemeinde-Bewusstsein zurücken – die hohen Feste also, die gegenüber Weihnachten liedmäßig etwas unterversorgt sind. Noch mehr gilt dieses Defizit aber für die Passion. Hier sollte ein nächster Wettbewerb versuchen, Abhilfe zu schaffen. (Manche neuen christlichen Liederbücher enthalten kein einziges Lied, das das Leiden und Sterben Jesu zum Thema hat!)

Fazit: Die Anschaffung lohnt sich schon dafür, um mit mir über die genannten Stärken und Schwächen diskutieren zu können (und wegen der Texte  „Der Teufel liebt das Lachen nicht…“ und „Dein Geist …“)

Linktipp: Zwei Lieder zum Anhören sowie weitere Infos zum Heft gibt es auf http://www.gottesklang.de/materialien/liederwettbewerb

Nachtrag!  Zu dem erwähnten Lied „Wenn Licht in eine Träne fällt“ gibt es inzwischen eine schöne, gut singbare Melodie von Ole Hesprich.  Guckst Du hier: http://www.kantorei-noten.de/pdf/Wenn_Licht_in_eine_Traene_faellt_Jasper_Hesprich_A5_kn.pdf

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