Das Evangelische Gesangbuch wurde am 1. Advent 1994 eingeführt (in manchen Landeskirchen auch später) und wird daher Ende dieses Monats „volljährig“. Deshalb bekommt es in diesem Monat auch den Titel „Liederbuch des Monats“ – wobei auch hier ein paar kritische Bemerkungen (über die der Wise Guys hinaus) erlaubt seien:

1. Viele Landeskirchen-Ausgaben gibt es bis heute noch nicht mit Gitarrengriffen (vorbildlich hier jedoch: die Ausgabe für Bayern!)

2. Die Auswahl der Psalmen und ihre Textfassung ist leider nicht abgestimmt auf die Psalmauswahl der Perikopenordnung, so dass man in vielen Fällen nicht den vorgeschlagenen Sonntagspsalm mit der Gemeinde aus dem Gesangbuch beten kann, was ja sehr sinnvoll wäre.

3. Dass Gebete und Lieder zur Mittagszeit sich zum großen Teil auf das Essen und Trinken beziehen, spiegelt die schon 1994, erst recht heute, anachronistische (und sehr deutsche) Anschauung, dass die meisten Menschen sich in der Mittagszeit um den Mittagstisch versammeln …

4. Die PC-Version des EG ist leider sehr unübersichtlich und enthält nicht einmal das Inhaltsverzeichnis – die Lieder über die Stichwortsuchfunktion zu finden, ist manchmal sehr mühsam, weil nicht nur viele Lieder mit „Herr“ anfangen, sondern noch viel mehr Lieder irgendwo im Text das Wort „Herr“ enthalten – und wenn ich denn doch „Herr deine Liebe ist wie Gras und Ufer“ suche, dann muss ich am besten „Gras“ eingeben in der Hoffnung, dass es nicht so viele Lieder gibt, die dieses Stichwort enthalten …

Trotzdem: Es ist gut, dass wir das EG haben, dass es sich auf dem inzwischen entstandenen „Markt“ der Liederbücher, also nach Verlust der Monopolstellung, die der Vorgänger EKG noch lange Zeit hatte, so gut behauptet hat, dass es gute und durch die Nummerierung auch auffindbare Textteile enthält … In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch zum 18. Geburtstag!

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