Peter Strucks bedeutendes Wort als Politiker war m.E. nicht das von der Freiheit, die am Hindukusch verteidigt wird. Sondern: Als er nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center von der Trauer der Amerikaner sprach, sagte er: „Heute sind wir alle Amerikaner“ – ein Pendant zu Kennedys „Ich bin ein Berliner“ – nur weiser und bescheidener, weil er wusste, dass wir nicht auf Dauer Amerikaner bleiben würden und es zB nach Newtown in der Frage eines „Grundrechts auf Waffenbesitz“ auch gar nicht sein können. Aber damals waren wir alle Amerikaner, das hat er richtig gesagt.

Noch bedeutender aber ist es vielleicht, dass Peter Struck sich bisweilen auch zum Glauben geäußert hat – zum Beispiel so:

Unter der Überschrift „Eine große Geborgenheit in Gott“ schreibt er zum 23. Psalm:  „Das tiefe Vertrauen, das hier zum Ausdruck kommt, ist für mich beeindruckend. Die Verse zeugen von einer großen Geborgenheit in Gott. Neudeutsch würden wir sagen: Die Seele in Gott baumeln lassen. Ich glaube, nur wenige Menschen können diesen Zustand des absoluten Sich-Verlassens auf den Hirten erreichen. Einer von ihnen ist … Franz von Assisi gewesen. Er hat diesen Psalm gelebt. Bewunderns- und beneidenswert.“

Aus: K. Jüsten, S. Reimers (Hg) Suchet der Stadt Bestes – die neue Politikerbibel Kiel 2006 S. 19

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