„Die Zahlen des Migrationsberichts 2011 belegen: Deutschland ist heute ein Einwanderungsland. Und das ist gut so“
(http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2013/01/2013-01-30-boehmer-deutschland-einwanderungsland.html)

Glückwunsch, Frau Staatsministerin Maria Böhmer! Vielleicht wird Ihr Statement aus diesen Tagen so in die Geschichte eingehen wie Richard von Weizsäckers Rede zum 8. Mai. Er hat damals das bis dahin als kommunistisch verfemte Wort „Befreiung“ für den Tag des Kriegsendes salonfähig gemacht. Und Ihnen ist es – m.W. nach erstmalig – gelungen, dass die Bundesregierung den Begriff „Einwanderungsland“ für die Bundesrepublik gebraucht und das mit positiver Konnotation. Was haben wir (bzw. die Politiker) seit den achtziger Jahren herumgeeiert! (Obwohl schonebenfalls Bundespräsident von Weizsäcker dazu mahnte, Deutschland als Einwanderungsland zu verstehen – er konnte das aber, anders als die „Befreiung“, nicht durchsetzen) Erst wurde die Einwanderung als solche abgelehnt. Dann wurde extra der Begriff „Zuwanderung“ erfunden, dann wurde als allermindestes dazu gesagt Deutschland sei kein „klassisches“ Einwanderungsland … – und dann wunderte man sich, dass die die Migranten tatsächlich nur dazu gekommen sind, aber nicht hinein in die Gesellschaft. Und jetzt, zwar ein Vierteljahrhunder zu spät, aber endlich die Anerkenntnis: Wir sind ein Einwanderungsland, und das ist gut so. Hoffen wir mal, dass auch die richtigen konsequenzen daraus gezogen werden …

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