Zu den beliebtesten Texten in diesem Blog gehört schon lange das Gespräch des Hieronymus mit dem Kind in der Krippe (https://kraftwort.wordpress.com/2012/12/24/weihnachtsmeditation-gesprach-des-hieronymus-mit-dem-kind-in-der-krippe/)

Für manche liegt der Reiz dieses Textes sicher auch in seiner altertümlichen Sprache. Um ihn aber heute auch in Andachten guten Gewissens verwenden zu können, habe ich ihn sprachlich einmal ganz vorsichtig geglättet und einzelne Sätze etwas paraphrasiert. Hier ist meine neue Version:

So oft ich diesen Ort anschaue, hat mein Herz ein süßes Gespräch mit dem Kindlein Jesus.
Ich sage: „Ach, mein HERR JESUS, wie zitterst du, wie hart liegst du da in der Krippe, um mich selig zu machen! Was kann ich dir dafür geben?“
Da kommt es mir vor, als ob mir das Kindlein antwortet: „Nichts will ich haben, lieber Hieronymus, nur dass du gemeinsam mit den Engeln singst: EHRE sei GOTT in der Höhe!“
Ich spreche weiter: „Liebes Jesulein, ich will dir aber etwas geben, ich will dir all mein Geld geben.“
Das Kindlein antwortet: „Mir gehört doch schon die ganze Welt, Himmel und Erde – da brauche ich dein Geld nicht, gib es armen Leuten. Das will ich annehmen, als hättest du es mir gegeben“
Ich rede weiter: „Liebes Jesulein, das will ich gerne tun, aber ich muss dir auch für deine Person etwas geben oder muß vor Leid sterben.“
Das Kindlein antwortet: „Lieber Hieronymus, weil du ja so gerne gibst, so will ich dir sagen, was du mir geben sollst. Gib mir deine Sünde – gib mir alles, was du falsch gemacht oder versäumt hast, gib mir dein schlechtes  Gewissen und, dass du Gott so oft vergessen hast und so weit weg von ihm bist – das gib mir auch“
Ich spreche: „Meine Sünde willst du haben? Was willst du damit machen?“ Das Jesuskind sagt: „Ich will sie auf meine Schultern nehmen, das soll meine Herrschaft und herrliche Tat sein, wie es der Prophetr Jesaja schon vor so langer Zeit gesagt hat, dass ich deine Sünde tragen will und wegtragen.“
Da fange ich an bitterlich zu weinen und sage: „Kindlein, liebes Kindlein, wie hast du mir das Herz gerührt! Ich dachte, du wolltest etwas Gutes haben, so willst du alles, was bei mir schlecht ist haben. Nimm hin, was mein ist! Gib mir, was dein ist! So bin ich von der Sünde frei und  des ewigen Lebens gewiss!“

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