Für jemanden, der – wie ich – einen „lutherisch rezipierten Karl Barth“ als neuzeitlichen Kirchenvater betrachtet, ist Adolf von Harnack, der Star des von Barth überwundenen Kulturprotestantismus normalerweise kein Vorbild. Aber als ich dieses Zitat gefunden habe, konnte ich ihm meine Anerklennung nicht versagen:

„In der Meinung, es recht gut zu machen preist sie [die Apologetik] die Religion an, als wäre sie eine Ramschware oder ein Universalheilmittel für alle Gebrechen der Gesellschaft. Auch greift sie immer wieder nach allerlei Tand, um die Religion aufzuputzen, und während sie sich bemüht, sie als etwas Herrliches und Notwendiges darzustellen, bringt sie sie um ihre Ernst und beweist im besten Falle nur, daß sie etwas ganz Annehmbares, weil Unschädliches sei.“ (Adolf von Harnack, Das Wesen des Christentums, 1929, S, 5)

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