… ist Mulla Nasrudin. Man findet seine Geschichten in folgendem Buch, auf das ich hier gerne empfehlend hinweise: Idries Shah Die fabelhaften Heldentaten des weisen Narren Mullah Nasrudin Herder Verlag 1984. Hier eine kleine Leseprobe, um auf den Geschmack zu kommen – übrigens eine Geschichte, die zur Epistel des bevorstehenden Buß- und Bettages passt; denn darin heißt es : „Bei Gott gilt kein Ansehen der Person“ (Römer 2,11)

Nahrung fürs Gewand

Nasrudin hörte, dass in der nahegelegenen Stadt ein Bankett stattfinde und jedermann dazu eingeladen sei. Er eilte dorthin, so schnell er konnte. Als der Zeremonienmiester ihn in seinem zerlumpten gewande sah, setzte er ihn an den unauffälligsten Platz, weit weg von der Festtafel, an der die vornehmen Gäste bedient wurden. Nasrudin sah, dass es mindestens eine Studne dauern würde, bis die Diener zu dem Platz kämen, an dem er saß. So stand er auf und ging heim.
Er kleidete sich in einen prächtigen mantel und Turban aus Zobvelpelz und ging wieder aufd as Fest. Sobald die Herolde des Emirs, des Hausherrn, diesen prächtigen Auftritt sahen, schluigen sie die Trommen zum Willkommen und ließen die Trompeten erschallen, so wie es einem Besucher von hohem Range gebührt.
Der Hofmeister kam selbsta us dem palast und führten den kostbar gekleideten Nasrudin zu einem Platz in nächster Nähe des Emirs. Sogleich wurde ihm eine Schüssel mit einem erlesenen Gericht vorgesetzt. Ohne zu zögern machte Nasrudin sichd aran, Händevoll Essen in seinem Turban udn in sein Gewand zu stopfen.
„Eminenz“ sagte de rPrinz „ich wüsste gerne , was es mit Euren Essgewohnheiten auf sich hat, sie sind mir neu.“
„Nichts besonderes“, sagte Nasrudin, „das Gewand hat mich hier an Eure Seite gebrahct und verschaffte mir das gute Essen – hat es da nicht seinen Anteil verdient?“

(aus Idries Shah Die fabelhaften Heldentaten des weisen Narren Mullah Nasrudin – S. 94)

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