Eine Meldung, die nicht ohne Brisanz ist – aber merkwürdigerweise in meiner Tageszeitung und in den Fernsehnachrichten m.W. nicht vorkam:

Straßburg (kath.net/pm) In einem aktuellen Fall hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGhMR) einstimmig bestätigt, dass der Begriff „Ehe“ einzig die Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau bezeichnet. …
Stéphane Chapin und Bertrand Charpentier aus Frankreich hatten 2004 entgegen der damaligen Rechtslage vor dem Bürgermeister einer französischen Kleinstadt eine sog. „gleichgeschlechtliche Ehe“ geschlossen. Die Ehe wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft vom zuständigen Gericht in Bordeaux für nichtig erklärt. Chapin und Charpentier sahen in dieser Entscheidung ihr Menschenrecht auf Eheschließung und Familiengründung gem. Artikel 12 sowie ihr Recht auf Achtung ihres Familienlebens gem. Art. 8 der Menschenrechtskonvention verletzt. Der EGhMR wies diesen Antrag diese Woche zurück und bestätigte in seinem Urteil, dass der Begriff „Ehe“ in Artikel 12 eine klare und eindeutige Bedeutung hat: eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau.
(Quelle: http://kath.net/news/55535)

Was bedeutet das für die Kirchen? Der vorauseilende Gehorsam gegenüber einer vermuteten künftigen political correctness, nach der „Ehe“ jede Verbindung von zwei Menschen, unabhängig vom Geschlecht, sein könne, hat in manchen Landeskirchen unter dem Motto „Gleiche Liebe – gleicher Segen“ zu einer Einführung von „kirchlichen Trauungen“ für gleichgeschlechtliche Paare geführt (und dazu, denen, die das ablehnen, „Diskriminierung“ vorzuwerfen.) Und das, obwohl es in Deutschland staatlicherseits zwar eine „eingetragene Lebenspartnerschaft“, aber keine „Eheschließung“ für gleichgeschlechtliche Paare gibt. Vielleicht hilft das europäische Urteil ja dazu, auf dem Teppich zu bleiben: Ich kann sehr wohl für die Toleranz verschiedener Formen des Zusammenlebens eintreten, ohne alles für eine Ehe zu halten. Soll ich wirklich einem gleichgeschlechtlichen Paar den Satz „Seid fruchtbar und mehret euch“ vorlesen, nur damit ihre Segnung eine „echte Trauung“ ist (zu der gehört er nämlich nach unserer Agende dazu)? Also: Schluss mit der „Diskriminierung!“s-Keule gegen die, die zwischen einer gleichgeschlechtlichen Beziehung und einer Ehe einen Unterschied sehen. Das wünsche ich mir von den Kirchenleitungen. Von manchen frommen Kreisen wünsche ich mir natürlich genauso, dass sie erkennen, dass Homosexualität weder geheilt werden kann, noch geheilt werden muss, weil sie weder als Veranlagung noch als Praxis krankhaft oder sündig ist, auch wenn sie nicht in eine Gemeinschaft führen kann, die die Berufung zur Lebensweitergabe hat.

Advertisements