Es ist erst wenige Jahre her. Da lag ein Fortbildungsheft in meiner Hand, auf der letzten Seite waren alle Referenten des Jahres aufgeführt. Bekannte und unbekannte Namen, püraktisch alle mit Angaben wie „Pastor“, „Coach“, „Supervisor“, „Studiemleiter“, „Autor“, „Kommunikationstrainer“, „Zenmeister und Schamane“ … – oft genug auch mehrere Angaben, bisweilen mit klangvollen Kombinationen oder Zusätzen. Als letzter auf der Liste und im Alphabet stand da auch „Jörg Zink“. Sonst nichts.

Am Freitag, den 9. September 2016 ist Jörg Zink im Alter von 93 Jahren verstorben. Er selbst schrieb einmal:

Wenn ich einmal gestorben bin
– so denke ich mir –,
betrete ich einen Raum,
der mir bis dahin fremd war,
den ich aber glaube.
Er war „jenseitig“ und wird im Tod
und in der Auferstehung zu „meiner Welt“.

Im Tode geschieht nichts anderes
als hier schon bei jeder neuen Einsicht:
Meine Welt wird weiter.
Mein Diesseits wird größer.

Vieles wird mir auch dann noch verborgen sein.
Aber mein Blick wird tiefer dringen
in das Geheimnis Gottes,
tiefer in das Geheimnis seiner Welt
und auch in das Geheimnis,
das ich mir selbst bin.
(zit. nach joerg.zink.de)

Jörg Zinks Buch „Womit wir leben können“ gehört zu den meistbenutzten Büchern, die ich besitze. Er hat das Reden von Gott anschlussfähig gehalten an das Denken und Empfinden der Gegenwart – ohne die Theologie in eine political-correctness-orientierte civil religion aufzulösen. Ich weiß spontan zumindest niemanden, dem / der das heute genauso gelingt, obwohl wir solche Menschen dringend bräuchten.
Viele, auch ich, verdanken ihm viel.

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