Europa


Eine Petition, die jede Unterstützung verdient – finde ich …

Auch wenn in diesem Jahr nicht ganz so viele nach Wittenberg kommen wie erhofft: Menschen aus der ganzen Welt wollen dort, wo Martin Luther predigte, Gott loben: aber sie sollen e sin eienr Kriche tun, an deren Fassade eine unerträgliche Verhöhnung der Juden angebracht ist – das Relief der Judensau. HIER kann man dafür unetrschreiben, dass sie endlich abgenommen wird – und in einer Sendung des ZDF-Länderspiegel kann mich sich noch genauer darüber informieren.

Schade, dass evangelische und katholische Kirche sich hier nicht einig sind! (Obwohl sie beim Versöhnungsgottesdienst zum Reformationsjubiläum sich die Verpflichtung auferlegt haben, in ethischen Fragen die Einigkeit zu suchen!) Ich stimme an dieser Stelle der katholischen Kirche zu. Kardinal Marx hat in einer Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz sich kurz und gut dazu geäußer (noch vor der Budnestagsentscheidung). Sein Statement im Wortlaut:

Kardinal Marx zur Debatte um die „Ehe für alle“

Zur aktuell in der Öffentlichkeit geführten Debatte um die Einführung der „Ehe für alle“ erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx:

„Die Deutsche Bischofskonferenz betont, dass die Ehe – nicht nur aus christlicher Überzeugung – die Lebens- und Liebesgemeinschaft von Frau und Mann als prinzipiell lebenslange Verbindung mit der grundsätzlichen Offenheit für die Weitergabe von Leben ist.

Wir sind der Auffassung, dass der Staat auch weiterhin die Ehe in dieser Form schützen und fördern muss.

Wir bedauern, wenn dieser Ehebegriff aufgelöst werden soll und damit die christliche Auffassung von Ehe und das staatliche Konzept weiter auseinandergehen. Es ist auch wegen der von vielen Seiten geäußerten erheblichen verfassungsrechtlichen Bedenken völlig unangemessen, eine solche gesellschaftspolitische Grundentscheidung in diesem überstürzten Verfahren zu fällen.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat in ihren Stellungnahmen zum Lebenspartnerschaftsrecht betont, dass es ein Missverständnis wäre, die hervorgehobene Rechtsstellung der Ehe und ihren bleibenden besonderen Schutz als Diskriminierung homosexuell veranlagter Männer und Frauen zu verstehen.“

(http://www.dbk.de/presse/details/?suchbegriff=Marx&presseid=3424&cHash=f1fee24350fe86d4cf83c4581f9b57c1)

Ich bin ein Fan von Traditionen, gerade auch im Kirchenjahr, bei dem es mich besonders freut, dass heute wir Evangelischen die sind, die die Tradition des Kirchenjahres am ehesten unverfälscht bewahren. Bei uns gibt es zum Beispiel noch die Sonntage „Jubilate, Kantate, Rogate“ oder die Trinatis- und die Epiphaniaszeit, während die römische Kirche einfach „Sonntage im Jahreskreis“ abzählt. Und zum bevorstehenden Sonntag Rogate möchte ich an die Tradition erinnern, dass an diesem Tag des Gebetes auch die Bitte um eine gesegnete Ernte dazugehört (wenn man denn schon nicht mehr den 1. Mai als „Hagelfeiertag“ mit eigenen Erntebittgottesdiensten begeht) Dass wir auch in Zeiten von Unkrautvernichtung, künstlicher Bewässerung und Gentechnik das Wachen udn gedeieh n eben nicht in der Hand haben, das swir überhaupt viel mehr davon leben, dass das Brot auf unseren Feldern wächst als davon, jährlich ein neues Smartphoine leasen zu können, das darf man sich ruhig einmal klar machen, finde ich. Die Fürbitte für eine gesegnete Ernte ist eine Möglichkeit dafür.

(Ist mir das jetzt in diesem Jahr erst wieder so richtig eingefallen, weil ich mich egrade über die hohen preise für deutsche Erdbeeren geärgert habe? Kann schon sein … – die hängen ja auch damit zusammen, dass es im April jedenfalls mit dem Wetter nicht so optimal war.)

Zwei Überraschungen: Salvador Sobral-Amar aus Portugal hat den ESC gewonnen, Armin Laschet die Wahl in Nordrhein-Westfalen. Wie war das möglich? Welche Trends lassen sich entdecken?

Trend 1: Die Zeit ist reif für die leisen Töne. Das Lied „Amar Pelos Dois“ war das leiseste im ESC-Finale und stach gerade dadurch besonders heraus. Armin Laschet wurde oft als „Leisetreter“ bezeichnet, weil er auch im Wahlkampf gerade nicht polemisch wurde. Insofern greift es m.E. zu kurz, seinen Wahlsieg vor allem Angela Merkels Beliebtheit zuzuschreiben – ich vermute, er hat gerade mit seiner Art einen eigenen nicht unwesentlichen Anteil daran. Die Menschen wollen nicht mehr angeschrien werden, sie wissen, dass es in der Politik nur ein besser oder schlechter und natürlich manchmal auhc ein „auf alle Fälle falsch“ gibt – aber niemals ein „einzig wahres und richtiges“. Diesen Politikertyp verkörpert Armin Laschet sehr. Das Tragische: Auch Hannelore Kraft verkörpert ihn zum Beispiel mehr als Martin Schulz. Aber dazu mehr unter Punkt drei!

Trend 2: Die Zeit ist reif für eine im positiven Sinne provinzielle Authentizität. Portugal ist ein kleines Land, von dem gerade keine großen Konflikte nach außen dringen. es hat das Image einer sanften Melancholie und eines Ortes, an dem auch das Zusammenleben verschiedener Religionen vor langer Zeit einmal erstaunlich gut möglich war. Und  diese Bilder – „Klischees“ kann man sie ruhig nennen – hat Salvador Sobral-Amar gekonnt und glaubwürdig bedient. Auch sonst wurde ja häufiger als früher in der jeweiligen Landessprache gesungen. Trotz des relativ guten textes und der sympathischen Ausstrahlung unserer deutschen kandidatin war ihr Lied ein tyipischer Four-Chord-Song im Mainstream-Englisch und hatte mit Deutschland so wenig zu tun wie ein in China hergestelltes Handy eines amerikanischen Konzerns. Das brauchen wir nicht und das will keiner – jedenfalls kein ESC-Fan auf der Suche nach dem besonderen, was nicht ohnehin jeden Morgen im Autoradio zu hören ist. Auch Armin Laschet hat eine provinzielle Authentizität, katholisch aus dem Rheinland, der Vater hat noch in der Zeche gearbeitet – die dürfte ihm zugute gekommen sein. Das tragische: die hat Martin Schulz auch und das erklärt auch den kurzfristigen Hype um ihn teilweise. Deshalb ist jetzt endlich Zeit für Punkt drei:

Trend 3: Die Zeit ist reif für die Erkenntnis, dass der Wähler undankbar ist. Er belohnt niemals, aber er bestraft, was er für schlecht hält oder wenn er etwas, worüber er sich ärgert, dem Versagen bestimmter Politiker oder Parteien zurechnet. Vor allem aber wählt er Hoffnuhgen, nicht Tatsachen. Das ist eigenlich kein Trend, sondern etwas, was vermutlich schon immer wahlentscheidend war. In Zeiten, in denen die Bereitschaft zum Wechseln immer größer wird, traditionelle Parteibindungen unwichtiger werden, spielt diese Realität aber eine besonders große Rolle. Wenn das Bestrafungsmotiv stark im Vordergrund steht, dann haben Protestparteien, gerne auch populistischer Natur leichtes Spiel (sowohl von rechts als auch von links). Übrigens hat die AfD in Zeiten ihres allmählich zu Ende gehenden Aufschwungs weniger die Flüchtlingspolitik abgestraft als das Gefühl, die Politikerkaste würde alles, was sie tut für „alternativlos“ halten (dieser geradezu verfassungsfeinliche, jedenfalls undemokratische Begriff wurde lange Zeit sowhl von Gerhard Schröder als auch von Angela Merkel gerne gebraucht – deshalb war die Namenswahl der AfD ja auch genial und machte einen Teil ihres Erfolges aus). Dass die Menschen vor allem eine Hoffnung gewählt haben, war am deutlichsten bei der Wahl Willy Brandts der Fall, auch bei der ersten Bundestagswahl nach der Wende – vor allem im osten. Hätte man die „Helden“ belohnen wollen (wie gesagt: das tut der Wähler aber nie!), hätten die Bürgerrechtsgruppen einen fulimanten Sieg einfahren müssen. Man hoffte aber inwischen schon vor allem auf den Segen der D-Mark, und deshalb wählte man lieber den Kassenwart zum Klassensprecher … In NRW waren die Menschen durch die Kölner Silvesternacht und die Sicherheitsversagen im „Bestrafungsmodus“, da es ihnen aber ansonsten nicht so furchtbar schlecht geht (nur eben auch nicht gerade besser als bei der letzten Wahl) und das Erschrecken über Trump schon seit der österreichischen Bundestagswahl die Lust auf die radikale Form des Denkzettels gebremst hat, erschien es den meisten am ungefährlichsten und passendsten, den „relativ linken“, arbeiternahen und somit eben (auch) „provinziell authentischen“ Armin Laschet zu wählen. Oder eben als inzwischen wieder „neue“ Partei die FDP, von der man hoffte (das zweite Motiv), dass sie die Gefahr, eine „alternativlos“ agierende GroKo ertragen zu müssen, bannen kann.

Konsequenzen für die Bundestagswahl: Die Trends erklären, warum Merkel mit ihrer Indifferenz durchkommt, Schulz aber nicht. Bei Frau Merkel kann die Indifferenz die Hoffnung nähren, dass es uns Deutschen in einer immer chaotischer werdenden Welt weiterhin so gut geht wie bisher – und zwar um so mehr, je weniger sie mit konkreten Aussagen jemanden verschreckt. Bei Schulz kann die Indifferenz dagegen keine Hoffnung transportieren. Im Gegenteil: Er wurde schon jetzt dafür bestraft, dass sich die auf ihn gesetzten Hoffnungen noch nicht erfüllt haben (was sie selbst dann nicht könnten, wenn er mehr Konkretes gesagt hätte. Aber eine deutlichere Profilbildung hätte evtl. den Hoffnungsmodus verlängert). Wenn nichts aufsehenerregendes mehr passiert, wird das Bundestagswahlergebnis so ähnlich aussehen wie das nordrhein-westfäische. Wenn irgendetwas passiert, was den Wähler wieder in den Bestrafungsmodus versetzt, dann ist vieles möglich. Eine Umweltkatastrophe würde den Grünen nützen können (und zu Schwarz-Grün führen, weil die SPD davon nicht profitieren würde), ein Terror-Anschlag der AfD. „Sozialkatastrophen“ passieren schleichend und bewirken selten eine breite gesamtgesellschaftliche Gefühlswallung, jedenfalls fiele mir dazu kein Beispiel ein. Sonst wäre das etwas, was der SPD und der Linkspartei Stimmen zutreiben würde. Ein „Hoffnungsprojekt“. mit dem Schulz die Menschen begeistern könnte, sehe ich im Moment nicht, auch wenn Macron in Frankreich das erstaunlicherweise mit einer positiven Besetzung des Themas Europa gelungen ist (was eigentlich auch Schulz könnte). Wäre ich sein Berater, würd eich troitzdem am ehesten auf dieses Pferd setzen – „Make Europe great again“ …

Allen schrillen Aktionen der Atheistenfundis zum Trotz: Nach wie vor befürwortet eine Mehrheit der Deutschen das Tanzverbot am Karfreitag. 52 Prozent sind dafür, nur 38 Prozent dagegen – das hat jetzt eine Umfrage ergeben. Die Zahlen sind gegenüber dem Vorjahr auch praktisch unverändert. Näheres gibt es hier

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