Kirchenjahr


Weihnachten kommt ja bekanntlich immer so plötzlich, die davorliegende Adventszeit erst recht – und bereits ab der Adventszeit in diesem Jahr 2018 sollen wir Pfarrer unsere Gemeinden nach einer neuen „Speisekarte des Wortes Gottes“  versorgen, soll heißen, nach der neuen „Ordnung der gottesdienstlichen Texte und Lieder“ predigen und die Gottesdienste gestalten. Erstaunlich, dass in unseren Konferenzen davon noch nicht die Rede war… Aber an ein paar versteckten Stellen im Netz kann man schon darauf stoßen – zum Beispiel HIER

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Ja, der Reformationstag 2017 war eine Supersache. Staatlicher Feiertag und brechend voller Gottesdienst. Und endlich mal gegen Halloween gewonnen, auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Kann man das widerholen? Vermutlich nicht? Sollte man das zu wiederholen versuchen? Auch das meines Erachtens nicht – obwohl die zumindest die norddeutschen Landeskirchen, wie es selbst bis in den Odenwald zu hören ist, genau das versuchen, nachdem die niedersächsische Landesregierung angeboten hat, irgnd einen zusätzlichen Feiertag zu spendieren. Sofort bringen sich die Kirchenleitungen in Stellung und fordern den Reformationstag, ausgerechnet. Mir ist er – trotz der gelungenen Ausnahme 2017 – zu düster, zu traditionsbehaftet. Zu Zeiten Kaiser Wilhelms hat man ihn deutschnational gefeiert (Schrecklichstes Beispiel: 1917 wurde von allen Kanzeln verlesen:„Wie unsere Väter im Glauben sich des Heldenmuts der Reformatoren, so wollen auch wir der dahingerafften Blüte unserer Söhne und Brüder uns wert erzeigen und bekennen: Ein feste Burg ist unser Gott – das Reich muss uns doch bleiben!“ – Zitat findet sich HIER) . Heute ist mit diesem Tag immer die notwendige Distanzierung vom Antijudaismus des alten Luther verbunden (obwohl es der philosemitische junge Luther war, der die Thesen anschlug). All das macht es nicht leicht, aus dem 31. Oktober dauerhaft nicht nur einen Gedenktag (mit Arbeitsfrei und Chance füpr Halloweenparties) zu machen, sondern einen wirklichen Reformations-FEIERtag zu machen …

Aber es gibt Alternativvorschläge, wenn es denn schon möglich ist, einen zusätzlichen stattlich geschützten Feiertag zu bekommen. Die interessanteste Idee findet sich m.E. HIER – Als Astrid-Lindgren-Fan habe ich schon seit Kindertagen „Mittsommer“ vermisst, das in den „Ferien auf Saltkrokan“ und in anderen Büchern der „Heiligen Astrid“ gefeiert wird. Als ich erstmals in Norwegen war und dann noch feststellte, dass das in Wirklichkeit „Sankt-Hans-Dag“ heißt, also der Johannistag ist und dann feststellte, dass es auch in Deutschland Gemeinden und Orte gibt, die ihn feiern (in einer hochlitiurgischen Gemeinde am Rande des Odenwaldes habe ich mehrfach eine Evangelische Messe zum Johannistag mit nschließendem Johannisfeuer erlebt) – da war mir klar: das wäre der ideale (und ökumenische!) Feiertag – für die Norddeustchen, die ja halbe Skandinavier sind, sowieso, aber auch in anderen Bundesländern. (Noch mehr Argumente findet man im verlinkten Artikel auf gospelimpuls.wordpress.com).

(Refrain)
In der weihnachtlichen Zeit   gibt es viel Vergesslichkeit
Zwischen Mehl und Milch ist so mancher Knilch
für den Sinn des Festes nicht bereit,
in der weihnachtlichen Zeit, INN der weihnachtlichen Zeit!

(Strophe)
Bräuchten wir nicht Zeit zum Beten und nicht nur zum Teige kneten –
„Nun singet und seid froh“ – Wieso?
Weil der Herr geboren ist, der Erlöser Jesus Christ,
dass Ihr ihn nicht vergesst – beim Fest!

In der weihnachtlichen Zeit …

… ist natürlich:

Wann gibt es in diesem Jahr Loriots „Weihnachten bei Hoppenstedts“ im Fernsehen?

Hier ist die Antwort:

Sonntag, 24. Dezember 2017, 15:45 bis 16:10 Uhr in der ARD

Sonntag, 24. Dezember 2017, 18:05 bis 18:30 Uhr im NDR

Sonntag, 24. Dezember 2017, 23:00 bis 23:25 im NDR

Sonntag, 24. Dezember 2017, 23:15 bis 23:40 im WDR

Sonntag, 24. Dezember 2017, 23:45 bis 00:10 im SWR

Montag, 25. Dezember 2017, 23:25 bis 23:50 im rbb.

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 05:05 bis 05:30 in der ARD

Oder hier natürlich:

Und wer eine Weihnachtsandacht lesen möchte zum Thema „Weihnachten bei Hoppenstedts und Weihnachten bei Paulus“ – der ist HIER goldrichtig!

Einen interessanten Adventskalender – garantiert ohne Schokolade, Teebeutel, Coladosen oder Lovetoys – haben norddeutsche Vikarinnen und Vikare zusammengestellt: HIER kann man täglich einen Besinnungsimpuls zur Adventszeit lesen oder hören. (Besonders lohnend: das Türchen vom 2. Dezember!)

Ich bin ein Fan von Traditionen, gerade auch im Kirchenjahr, bei dem es mich besonders freut, dass heute wir Evangelischen die sind, die die Tradition des Kirchenjahres am ehesten unverfälscht bewahren. Bei uns gibt es zum Beispiel noch die Sonntage „Jubilate, Kantate, Rogate“ oder die Trinatis- und die Epiphaniaszeit, während die römische Kirche einfach „Sonntage im Jahreskreis“ abzählt. Und zum bevorstehenden Sonntag Rogate möchte ich an die Tradition erinnern, dass an diesem Tag des Gebetes auch die Bitte um eine gesegnete Ernte dazugehört (wenn man denn schon nicht mehr den 1. Mai als „Hagelfeiertag“ mit eigenen Erntebittgottesdiensten begeht) Dass wir auch in Zeiten von Unkrautvernichtung, künstlicher Bewässerung und Gentechnik das Wachen udn gedeieh n eben nicht in der Hand haben, das swir überhaupt viel mehr davon leben, dass das Brot auf unseren Feldern wächst als davon, jährlich ein neues Smartphoine leasen zu können, das darf man sich ruhig einmal klar machen, finde ich. Die Fürbitte für eine gesegnete Ernte ist eine Möglichkeit dafür.

(Ist mir das jetzt in diesem Jahr erst wieder so richtig eingefallen, weil ich mich egrade über die hohen preise für deutsche Erdbeeren geärgert habe? Kann schon sein … – die hängen ja auch damit zusammen, dass es im April jedenfalls mit dem Wetter nicht so optimal war.)

Nette Idee zum Reformationsjubiläum:

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