Reformation und Reformationsjubiläum


Durch das Reformationsjubiläum sind wir ja gewohnt, kirchengeschichtliche Daten zu feiern – wer also das theologische Gedenken nach Luther fortsetzen will, kann sich im Jahr 2018 mit Karl barth beschäftugen, der vor 50 jahren gestorben ist. Auf diesem Blog habe ich das anlässlich seines 125. Geburtstages bereits getan – Wer also in der Tag-Cloud auf den nach wie vor groß geschriebenen Namen Karl Barth klickt, findet eine ganze Menge zum vermutlich größten Theologen des 20. Jahrhunderts (neben „Barnabas“ natürlich …)

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Gerade im Netz gefunden:

We regret to advise that the 2018 Global Atheist Convention, Reason to Hope, has been cancelled.
If you are a ticket holder, you are entitled to a refund (including fees) and we will be in touch with you directly.

(Der Google Translater übersetzt das so:
Wir bedauern, dass die Globale Atheistische Konvention von 2018, „Grund zur Hoffnung“, abgesagt wurde.
Wenn Sie ein Tickethalter sind, haben Sie Anspruch auf eine Rückerstattung (einschließlich Gebühren) und wir werden direkt mit Ihnen in Verbindung treten.

Zum Vergleich: Der Kirchentag 2017 in Berlin und Wittenberg (der sich nur „Deutscher“ ev. Kirchentag nannte und kein „globaler“ Kongress sein wollte) hatte zwar weniger Besucher als vorhergesagt, er fand aber statt!

(BTW: Ich war kein „Tickethalter“ der obigen Veranstaltung. Aber den Titel „Grund zur  Hoffnung“ könnten wir doch gut für einen Kirchentag übernehmen – da würde er m..E. sehr viel besser passen …)

„Nimm dich beim Predigen nicht so wichtig! Es war ein Hahn, der Petrus zur Buße brachte – und der Hahn landete mal irgendwann im Suppentopf … “ (Jürgen Werth, HIER gefunden)

Mal was Gutes zum Reformationsjubiläum (auch wenn es ganz offiziell jetzt „vorbei“ ist …: ) gibt es bei ZEIT ONLINE

Der Verein Deutsche Sprache hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zum „Sprachpanscher des Jahres 2017“ gekürt. Mehr als 2.100 Vereinsmitglieder hätten die EKD auf den ersten Platz gewählt, teilte der Verein am Freitag in Dortmund mit. Moniert wurde unter anderem eine gehäufte Verwendung englischer Begriffe. Der Verein beanstandete etwa sogenannte „godspots“, mit denen in vielen Kirchen kostenloses W-Lan angeboten wird.

Auch das Programm mit dem Motto „Segen erleben – Moments of Blessing“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (KHN) auf der Weltausstellung zum 500. Reformationsjubiläum in Wittenberg und die dort präsentierte interaktive Installation „BlessU-2“ stießen auf den Unmut der Sprachpuristen. Die Sprachpanscherei sei eine Verhöhnung Luthers, der für seine Bibelübersetzung oft wochenlang nach deutschen Wörtern gesucht habe, erklärte der Verein.

(Quelle: https://www.jesus.de/evangelische-kirche-zum-sprachpanscher-des-jahres-gekuert/)

Die EKD hat übrigens gekontert, sie nehme die Kritik mit „lutherischer Gelassenheit“. Was soll das sein? – Luther war vieles, durch Gelassenheit hat er sich m.E. kaum ausgezeichnet. Dafür war er ein wacher Geist – und hätte in der fraglichen Auseinandersetzung vermutlich tatsächlich auf der Seite des Vereins Deutsche Sprache gestanden und eher deren Anliegen sehr wenig gelassen, aber engagiert vertreten … Nächste Peinlichkeit der Replik: Die Kirche könne auch „retro panschen“, was sich auf die Lutherrevision 2017 beziehen soll, die in vielen Formulierungen aufs Original zurückgeht. Das ist natürlich erst recht wieder daneben, die eigene – heir durchaus gelungene Arbeit – mit dem Begriff „panschen“ zu belegen und mit der Formulierung „retro“ schon wieder auf Modebegriffe zurückzugreifen … O Tempora, o mores!

Auch wenn in diesem Jahr nicht ganz so viele nach Wittenberg kommen wie erhofft: Menschen aus der ganzen Welt wollen dort, wo Martin Luther predigte, Gott loben: aber sie sollen es in einer Kirche tun, an deren Fassade eine unerträgliche Verhöhnung der Juden angebracht ist – das Relief der Judensau. HIER kann man dafür unterschreiben, dass sie endlich abgenommen wird – und in einer Sendung des ZDF-Länderspiegel kann mich sich noch genauer darüber informieren.

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