Sprache


„Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind, Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich machtvoll sind. Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit …“ Viele halten nach wie vor diese Worte für die Antrittsrede eines Präsidenten (Nelson Mandela). Sie sind es nicht – könnten aber bald Worte einer Präsidentin sein, der US-amerikanischen Präsidentin nämlich. Marianne Williamson, die Verfasserin dieses bekannten Textes, will nämlich 2020 für das amerikanische Prädidentenamt kandidieren. Auf Ihrer Website zur Wahl findet man u.a, einen lesenswerten Artikel zu ihrer Interpretation der Trennung von Kirche und Staat – guckst Du HIER

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Rabbiner Ludwig Philippson hat bekanntlich die Hebräische Bibel (in christlicher Terminologie das Alte Testament also) ins Deutsche übersetzt, ich habe die drei Bände in diesem Blog bereits vorgestellt (Siehe unten).

Jetzt ist er einem Ondit zufolge zum Ehrenmitglied im „Verein der Freunde des Genitivs“ ernannt worden. Auslöser war die heutige Losung aus Jes. 25 in seiner Übersetzung. Dort lautet sie: „Der Ewige ist es, seiner harrten wir. lasst uns jubeln und seiner Hilfe uns freu’n“ Zwei sehr schöne Genitive in einem Satz aus 15 Worten! Zum Vegrleich die Lutherübersetzung, wie sie im Losungsbuch steht: „Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.“

Nebenbei: Die Losungsübersetzung von heute lässt mich vermuten, dass er außerdem von der „Verein’gung der Freunde des Apostrophs“ ausgezeichnet werden wird. Von ihnen erhält er demnächst wohl den „Ehrenpreis für die häuf’ge und richt’ge Verwendung des Apostroph“! (Selbst „der Ewige“ – das ist seine Übersetzung des Gottesnamens – heißt bei ihm bisweil’n „der Ew’ge“, wenn der Sprachrhythmus ihm das schöner erschein‘ lässt …)

Ach so: Hier nochmal der Hinweis auf die Blogbeiträge zu Philippsons schöner Bibelübersetzung:

Band 1 (Thora = 5 Bücher Mose): den Beitrag gibt es HIER  (mit Beispieltext aus Micha)
Band 2 (Propheten): Dieser Band wird HIER vorgestellt.
Band 3 („Ketuwim“, die Schriften, also Psalmen, Weisheitsliteratur usw.): Dazu gibt es HIER ein paar Informationen
– dort auch die jeweiligen bibliographischen Angaben! –

 

Einem Ondit zufolge will die AfD eine weitere Pflichtimpfung einführen – die gegen Empathie. Sie möchten gerne, dass alle Menschen gegen Mitgefühl so immun sind wie sie …

Rabbiner Ludwig Philippson hat im 19 Jahrhundert die hebräische Bibel ins Deustche übersetzt, die Übersetzung wurde in den letzten jahren revidiert und neu veröffentlicht. Auf die beiden ersten Bände, Thora und Propheten, habe ich bereits hingewiesen, jetzt ist auch der dritte Teil erschienen, der die Psalmen, das Buch Hiob, die Sprüche Salomos, das Lied der Lieder, Rut, die Klagelieder, Kohelet (Prediger), Daniel, Esra, Nehemia und die beiden Chronikbücher enthält – wieder mit dem hebräischen Text auf der einen Seite und der Übersetzung auf der danebenliegenden Seite sowie mit einer Einführung in die „Ketuvim“ von Deborah Kahn-Harris. Damit ist die Übersetzung der hebräischen Bibel nun komplett verfügbar.

Hier sind die bibliografischen Angaben:  Die Schriften (hebräisch-deutsch) in der Übersetzung von Rabbiner Ludwig Philippson revidiert und herausgegeben von Walter Homolka, Hanna Liss und Rüdiger Liwak unter Mitarbeit von Susanne Gräbner und Zofia H. Nowak Herder-Verlag Freiburg / Breisgau bzw. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt (Lizenzausgabe) 2018
ISBN 978-3-534-27063-7

Und hier ist ein Beispieltext – der 23. Psalm:
„Der Ewige ist mein Hirt“
Ein Psalm Davids. – Der Ewige ist mein Hirt, mir mangelt’s nicht. Auf grünen Auen lässt er mich lagern, zu Wassern der Ruhe leitet er mich. Mein Leben erquickt er: Er führt mich auf rechter Bahn, um seines Namens willen. – Auch wenn ich geh im Tal des Todesschattens, fürcht‘ ich kein Leid, denn du bist bei mir: Dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor einen Tisch im Angesicht meiner Bedränger, selbst mit Öl mein Haupt, mein Becher fließt über. Nur Güte und Gnade folgen mir all meine Lebenstage, ich werde bleiben in des ewigen Haus mein Leben lang.
(a.a.O. S. 61)

 

„Wenn du im Recht bist, kannst du es dir leisten, die Ruhe zu bewahren, und wenn du im Unrecht bist, kannst du es dir nicht leisten, sie zu verlieren.“ (Mahatma Ghandi)

(HIER gefunden)

Man sollte
eine Geschichte über den Konjunktiv schreiben, auf dass er nicht mehr so verachtet sei.
Vielleicht würde man ihn als Person beschreiben?

Würde
ich sagen, diese Person sei
weder männlichen noch weiblichen Geschlechts, so nähmen
die diesen Text Lesenden gewisslich an, die Geschichte sei
vor der Zeit des Gendermainstream geschrieben, denn damals wäre
das noch etwas ungewöhnliches gewesen,
was so dem Charakter des Unwirklichen entsprochen hätte.
Heute aber wüsste
jeder das Zwischengeschlechtliche als Wirkliches anzusehen, so dass dieses der Eignung entbehrte,
zu verdeutlichen, dass der Konjunktiv, wäre
er eine Person, zugleich etwas Unwirkliches an sich trüge.

Jedenfalls müsste
die Person unsteten Wesens sein, hätte
gewiss kein Zuhause, wäre
zwar mit der unsichtbaren Frau Möglichkeit verheiratet, würde
aber zugleich mit Frau Unmöglichkeit fremdgehen.
Als unsympathische Begleiter würden
dem Konjunktiv wohl stets die Gnome „Eigentlich“ und „Vielleicht“ zur Seite sein.
Sicherlich müsste
unser Protagonist stets mit dem Regenschirm herumlaufen, denn wäre
der Konjunktiv ein Mensch, so würden
die Stilkundigen von heute ihn mit Regengüssen der Kritik übergießen, besonders die DeutschlehrerInnen, die man/frau Deutschlehrer*innen schreiben müsste,
sollte
dieser Text im Unibetrieb Verwendung finden sollen.
Wie sähe
er überhaupt aus, der Herr K,, wenn wir uns denn nun für ihn als Mann entschieden hätten?
Mit einem Wort von Bertolt Brecht ließe
sich sagen, er sei
„überlebensklein“ – vielleicht müsste
man auch aus riesig und winzig ein neues Wort bilden, das „rinzig“ heißen könnte.
So stünde
er also nun vor uns, der rinzige Herr Konjunktiv,
obdachlos mit Regenschirm, und er würde
uns kaum ansehen, denn unstet und flüchtig wäre
er, immer unterwegs von dem, was sein könnte
zu dem was sein sollte,
wenn es denn möglich wäre.
Hier könnte
die Geschichte zu Ende sein – und, o Wunder:
Sie ist es auch.

(Zu hoffen bleibt jedoch: Die „Würde“
des Menschen am Anfang unseres Grundgesetzes möge
kein Konjunktiv sein!)

Eingedenk des Erfolges, dessen das „Manifest der Freunde des Genitivs“ teilhaftig geworden wäre, hätte Bastian Sick sich mit dem Zwiebelfisch seiner angenommen, erschien es mir richtig, nun auch den Konjunktiv einmal zu „würde“-igen!

„Alle Fahnen werfen den gleichen Schatten“

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