Theologie und Alltag


Nur zehn Prozent der Menschen in Hongkong sind Christen – aber das Lied „Sing Halleluja to the Lord“ ist in diesen Tagen zum Markenzeichen der Protestbewegung in Hongkong geworden:

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Johannes der Täufer aus pixabay

Der Johannistag (24. Juni) steht bevor. In Skandinavien ein großer Feiertag („Mittsommer“ bzw. „St. Hans“) – aber auch in Deutschland hat er Freunde und wird zumindest mancherorts gottesdienstlich begangen. Aber es gibt leider nur wenige Lieder, die das Wirken Gottes durch Jesu Vorläufer besingen – HIER allerdings ist eines zu finden, leicht zu lernen und ansprechend in Melodie und Text – „Der auf Jesus zeigt, der Täufer Johannes: er ruft uns zu: Ihr Menschen kehrt um“ lautet der Text der ersten Strophe. Achtung: In den abgedruckten Noten steht der Text der weiteren Strophen leider immer nur unter der ersten Zeile. Der jeweilige Text wird natürlich auch zu den folgenden Notenzeilen gesungen, der Text endet immer mit „Er ruft uns zu, ihr Menschen kehrt um“ Vom englischen Text wird nur eine Strophe („He will go ahead of the Lord“) mitgeteilt (vielleicht gibt es nur eine?)

Am 29. Mai 1934 wurde in Wuppertal die Barmer Theologische Erklärung verabschiedet und damit die Bekennende Kirche gegründet. Sie gilt zwar bis heute noch nicht als lutherische Bekenntnisschrift – aber ich habe sie mir in meinen Band der „Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche“ eingeklebt, weil sie für mich genauso wichtig sind wie die „Confessio Augustana“ (das Augsburger Bekenntnis von 1530).

Hier sind die sechs Thesen im Wortlaut:

1.

„Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“

Joh 14,6 LUT

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden.“

Joh 10,1.9 LUT

„Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.“

2.

„Durch Gott seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.“

1 Kor 1,30 LUT

„Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger Anspruch auf unser ganzes Leben; durch ihn widerfährt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbarem Dienst an seinen Geschöpfen.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bedürften.“

3.

„Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist.“

Eph 4,15–16 LUT

„Die christliche Kirche ist die Gemeinde von Brüdern, in der Jesus Christus in Wort und Sakrament durch den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig handelt. Sie hat mit ihrem Glauben wie mit ihrem Gehorsam, mit ihrer Botschaft wie mit ihrer Ordnung mitten in der Welt der Sünde als die Kirche der begnadigten Sünder zu bezeugen, dass sie allein sein Eigentum ist, allein von seinem Trost und von seiner Weisung in Erwartung seiner Erscheinung lebt und leben möchte.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen.“

4.

„Jesus Christus spricht: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener.“

Mt 20,25–26 LUT

„Die verschiedenen Ämter in der Kirche begründen keine Herrschaft der einen über die anderen, sondern die Ausübung des der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen Dienstes.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und dürfe sich die Kirche abseits von diesem Dienst besondere, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer geben und geben lassen.“

5.

„Fürchtet Gott, ehrt den König.“

1 Petr 2,17 LUT

„Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen. Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner Anordnung an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen. Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden.“

6.

„Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Mt 28,20 LUT

„Gottes Wort ist nicht gebunden.“

2 Tim 2,9 LUT

„Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht darin, an Christi Statt und also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne die Kirche in menschlicher Selbstherrlichkeit das Wort und Werk des Herrn in den Dienst irgendwelcher eigenmächtig gewählter Wünsche, Zwecke und Pläne stellen.“

Kann man das Grundgesetz verfilmen? Ja – jedenfalls den wichtigen Grundrechtsteil der Artikel 1 bis 20 (in Auswahl und geänderter Reihenfolge) – Guckst Du HIER

https://www.abendblatt.de/hamburg/article218363201/Das-Grundgesetz-Der-Film.html

Rabbiner Ludwig Philippson hat im 19 Jahrhundert die hebräische Bibel ins Deustche übersetzt, die Übersetzung wurde in den letzten jahren revidiert und neu veröffentlicht. Auf die beiden ersten Bände, Thora und Propheten, habe ich bereits hingewiesen, jetzt ist auch der dritte Teil erschienen, der die Psalmen, das Buch Hiob, die Sprüche Salomos, das Lied der Lieder, Rut, die Klagelieder, Kohelet (Prediger), Daniel, Esra, Nehemia und die beiden Chronikbücher enthält – wieder mit dem hebräischen Text auf der einen Seite und der Übersetzung auf der danebenliegenden Seite sowie mit einer Einführung in die „Ketuvim“ von Deborah Kahn-Harris. Damit ist die Übersetzung der hebräischen Bibel nun komplett verfügbar.

Hier sind die bibliografischen Angaben:  Die Schriften (hebräisch-deutsch) in der Übersetzung von Rabbiner Ludwig Philippson revidiert und herausgegeben von Walter Homolka, Hanna Liss und Rüdiger Liwak unter Mitarbeit von Susanne Gräbner und Zofia H. Nowak Herder-Verlag Freiburg / Breisgau bzw. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt (Lizenzausgabe) 2018
ISBN 978-3-534-27063-7

Und hier ist ein Beispieltext – der 23. Psalm:
„Der Ewige ist mein Hirt“
Ein Psalm Davids. – Der Ewige ist mein Hirt, mir mangelt’s nicht. Auf grünen Auen lässt er mich lagern, zu Wassern der Ruhe leitet er mich. Mein Leben erquickt er: Er führt mich auf rechter Bahn, um seines Namens willen. – Auch wenn ich geh im Tal des Todesschattens, fürcht‘ ich kein Leid, denn du bist bei mir: Dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor einen Tisch im Angesicht meiner Bedränger, selbst mit Öl mein Haupt, mein Becher fließt über. Nur Güte und Gnade folgen mir all meine Lebenstage, ich werde bleiben in des ewigen Haus mein Leben lang.
(a.a.O. S. 61)

 

Besonderes Wochentreffen in Taize für Jugendliche von 18 bis 35
Wie im Juli 2017 zum Thema Migration wird es im Sommer 2019 möglich sein, sich eingehender mit ökologischen und umweltpolitischen Fragen zu befassen, insbesondere während der Besonderen Woche für Jugendliche von 18 bis 35 Jahren vom 25. bis 31. August.

(Fotos: Cédric Nisi)

Besondere Momente

  • Vormittags: Podiumsgespräche mit Fachleuten aus verschiedenen Bereichen der Ökologie – für alle, die diesen Wochenschwerpunkt gewählt haben
  • Nachmittags: Workshops für alle Teilnehmer der Woche
  • Praktische und künstlerische Aktivitäten in „Wanagi Tacanku“
  • Vertiefung der Themen in kleinen Gruppen

Themen der Vormittagstreffen

Das Programm wird in den nächsten Monaten bekanntgegeben; hier einige der geplanten Themen:

  • Unmittelbare Bedrohung durch den Klimawandel: Erfahrungsberichte
  • Die gegenwärtigen Probleme aus wissenschaftlicher Sicht
  • Hoffnung für die Schöpfung: als Glaubende vor den ökologischen Herausforderungen
  • Was kann ich selbst gegen den Klimawandel tun?
  • Junge Menschen fordern Politiker zum Handeln auf

An zwei Vormittagen werden konkrete Initiativen in den bestimmten Bereichen vorgestellt: Artenvielfalt, Energie, Recycling, Verschmutzung der Weltmeere usw.

In den kommenden Monaten werden in den sozialen Netzwerken und auf der Website von Taizé Einzelheiten zu den teilnehmenden Personen veröffentlicht.

Thementreffen in Wanagi Tacanku

Seit 2015 ist „Wanagi Tacanku“ der Ort für künstlerische Aktivitäten in Taizé. Jetzt soll ein Raum entstehen, an dem durch praktische und künstlerische Aktivitäten nach Wegen gesucht wird, respektvoll mit der Umwelt umzugehen. Wir suchen Jugendliche oder Vereine, die konkrete Vorschläge dazu machen oder mithelfen können (siehe unten).


Teilnahme

Man kann sich wie gewohnt über Kontakt und Anmeldung für dieses Wochentreffen anmelden.

Wer an diesem speziellen Programm teilnehmen möchte, dies bitte im Kommentarfeld bei der Anmeldung angeben.

Um bei der Vorbereitung mitzuhelfen

Um bei der Vorbereitung dieser Woche mitzuhelfen oder ein Thema bzw. einen Referenten vorzuschlagen, bitte an solidarity@taize.fr schreiben.

„Suche Frieden und jage ihm nach“: Dieser Bibelvers – Psalm 34, Vers 5 – ist die Jahreslosung 2019. Folgende Vertonungen (die meisten aus der „Kirchenmusikliste„) kann ich empfehlen:

Dreistimmiger Kanon von Martin Häupler  – einfach aber wirkungsvoll
Dreistimmiger Kanon von Wolfgang Richter  – schöne musikalische „Suchbewegung“
Vierstimmiger Kanon von Elke Landenberger – etwas anspruchsvoller, schöne musikalische Auslegung der Worte „Jage ihm nach“
Vierstimmiger Kanon von Jochen Rieger – eingängig-einfache Melodie, mit einer interessanten „Reibung“ (Dissonanz)
Vierstimmiger Kanon von Christa Kirschbaum – schöner Kanon, der sich zusammen mit der Liedzeile „Frieden gabst Du schon, Frieden muss noch werden …“ singen lässt

 

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