Zeitgeist


Sicher wird sich die Liste hier noch füllen – aber zwei Kanons zur Jahreslosung 2020 gibt es schon, auf die ich empfehlend hinweisen kann:

Jochen Rieger hat einen einfachen dreistimmigen Kanon veröffentlicht, den man gratis downloaden kann – er ist HIER zu finden

Und in der „Kirchenmusikliste“ gibt es ebenfalls bereits einen dreistimmigen Kanon von Wolfgang Richter – etwas anspruchsvoller, aber machbar. Er bringt durch Melodieführung und Harmonik etwas von der Zerrissenheit zum Ausdruck, die der Bibelvers „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“ formuliert. Zu finden (ebenfalls zum Gratis-Download) ist der Kanon HIER

 

 

„Kopfschüttel“ (entsetzt): Da wird ein Pfarrer bestraft, weil er Nächstenliebe praktiziert. Wie kann das sein?  Guckst Du HIER!

 

Nur zehn Prozent der Menschen in Hongkong sind Christen – aber das Lied „Sing Halleluja to the Lord“ ist in diesen Tagen zum Markenzeichen der Protestbewegung in Hongkong geworden:

Am 29. Mai 1934 wurde in Wuppertal die Barmer Theologische Erklärung verabschiedet und damit die Bekennende Kirche gegründet. Sie gilt zwar bis heute noch nicht als lutherische Bekenntnisschrift – aber ich habe sie mir in meinen Band der „Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche“ eingeklebt, weil sie für mich genauso wichtig sind wie die „Confessio Augustana“ (das Augsburger Bekenntnis von 1530).

Hier sind die sechs Thesen im Wortlaut:

1.

„Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“

Joh 14,6 LUT

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden.“

Joh 10,1.9 LUT

„Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.“

2.

„Durch Gott seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.“

1 Kor 1,30 LUT

„Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger Anspruch auf unser ganzes Leben; durch ihn widerfährt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbarem Dienst an seinen Geschöpfen.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bedürften.“

3.

„Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist.“

Eph 4,15–16 LUT

„Die christliche Kirche ist die Gemeinde von Brüdern, in der Jesus Christus in Wort und Sakrament durch den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig handelt. Sie hat mit ihrem Glauben wie mit ihrem Gehorsam, mit ihrer Botschaft wie mit ihrer Ordnung mitten in der Welt der Sünde als die Kirche der begnadigten Sünder zu bezeugen, dass sie allein sein Eigentum ist, allein von seinem Trost und von seiner Weisung in Erwartung seiner Erscheinung lebt und leben möchte.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen.“

4.

„Jesus Christus spricht: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener.“

Mt 20,25–26 LUT

„Die verschiedenen Ämter in der Kirche begründen keine Herrschaft der einen über die anderen, sondern die Ausübung des der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen Dienstes.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und dürfe sich die Kirche abseits von diesem Dienst besondere, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer geben und geben lassen.“

5.

„Fürchtet Gott, ehrt den König.“

1 Petr 2,17 LUT

„Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen. Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner Anordnung an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen. Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden.“

6.

„Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Mt 28,20 LUT

„Gottes Wort ist nicht gebunden.“

2 Tim 2,9 LUT

„Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht darin, an Christi Statt und also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne die Kirche in menschlicher Selbstherrlichkeit das Wort und Werk des Herrn in den Dienst irgendwelcher eigenmächtig gewählter Wünsche, Zwecke und Pläne stellen.“

Drei Grundgesetz-Irrtümer:

1. Richtig ist, dass das Grundgesetz Meinungsfreiheit garantiert. Falsch ist jedoch, die „Meinungsfreiheit“ als „Freiheit von einer Meinung“ zu verstehen. Sag deine Meinung!

2. Richtig ist, dass das Grundgesetz Gewissensfreiheit garantiert. Falsch ist jedoch, die „Gewissensfreiheit“ als „Freiheit vom Gewissen“ also als Gewissenlosigkeit zu verstehen. Folge deinem Gewissen!

3. Richtig ist, dass das Grundgesetz Religionsfreiheit garantiert. Falsch ist jedoch, die „Religionsfreiheit“ als „Freiheit von jeder Religion“ zu verstehen. Praktiziere deine Religion!

Zusammengefasst: Die Freiheit nützt nur was, wenn du sie nutzt! Sonst merkst du’s vielleicht gar nicht wenn  Dir irgendjemafd sie plötzlich wegnimmt.

Kleiner Nachtrag: Auch die Gleichheit, die das GG garantiert, kann man missverstehen: Sie zwingt uns nicht in eine Uniform, in der wir herumzulaufen hätten. Gleich sind wir vor allem darin, dass wir alle unterschiedslos völlig verschieden sein dürfen!

Ansonsten: Herzlichen Glückwunshc dem Grundgesetz und dem von ihm geprägten Gemeinwesen zum 70. Geburtstag unserer Verfassung!

Rabbiner Ludwig Philippson hat bekanntlich die Hebräische Bibel (in christlicher Terminologie das Alte Testament also) ins Deutsche übersetzt, ich habe die drei Bände in diesem Blog bereits vorgestellt (Siehe unten).

Jetzt ist er einem Ondit zufolge zum Ehrenmitglied im „Verein der Freunde des Genitivs“ ernannt worden. Auslöser war die heutige Losung aus Jes. 25 in seiner Übersetzung. Dort lautet sie: „Der Ewige ist es, seiner harrten wir. Lasst uns jubeln und seiner Hilfe uns freu’n“ Zwei sehr schöne Genitive in einem Satz aus 15 Worten! Zum Vergleich die Lutherübersetzung, wie sie im Losungsbuch steht: „Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.“

Nebenbei: Die Losungsübersetzung von heute lässt mich vermuten, dass er außerdem von der „Verein’gung der Freunde des Apostrophs“ ausgezeichnet werden wird. Von ihnen erhält er demnächst wohl den „Ehrenpreis für die häuf’ge und richt’ge Verwendung des Apostroph“! (Selbst „der Ewige“ – das ist seine Übersetzung des Gottesnamens – heißt bei ihm bisweil’n „der Ew’ge“, wenn der Sprachrhythmus ihm das schöner erschein’n lässt …)

Ach so: Hier nochmal der Hinweis auf die Blogbeiträge zu Philippsons schöner Bibelübersetzung:

Band 1 (Thora = 5 Bücher Mose): den Beitrag gibt es HIER  (mit Beispieltext aus Micha)
Band 2 (Propheten): Dieser Band wird HIER vorgestellt.
Band 3 („Ketuwim“, die Schriften, also Psalmen, Weisheitsliteratur usw.): Dazu gibt es HIER ein paar Informationen
– dort auch die jeweiligen bibliographischen Angaben! –

 

Kann man das Grundgesetz verfilmen? Ja – jedenfalls den wichtigen Grundrechtsteil der Artikel 1 bis 20 (in Auswahl und geänderter Reihenfolge) – Guckst Du HIER

https://www.abendblatt.de/hamburg/article218363201/Das-Grundgesetz-Der-Film.html

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