Diese Seite ist ein Versuch und ein Gesprächsangebot. Ein Atheist hat mich gefragt, was ich eigentlich glaube. Kann ich das so ausdrücken, dass es auch jemand verstehen kann, der nicht von meinen Voraussetzungen ausgeht? Die Seite wird nach und nach ergänzt.

Was ich glaube und warum
Teil 1

Ich wache auf. Ich habe kurz, aber fest geschlafen – ein Nickerchen nach dem Mittagessen hätte man es früher genannt, heute heißt das „power napping“. Beim Aufwachen ein merkwürdiges Gefühl: „Ich bin ja tatsächlich da“ Ich empfinde unmittelbar, dass es nicht selbstverständlich ist, am Leben zu sein.
Ich erlebe die Geburt meines ersten Sohnes. Als ich dieses verknautschte kleine Wesen, unter Schmerzen fast drei Wochen zu früh auf der Welt im Arm halte, muss ich plötzlich an meinen Biologielehrer denken. Er hatte uns vermitteln wollen, die ganze Bibel mit der Schöpfung sei purer Unsinn. Leben sei nichts anderes als eine Verbindung von 14 Aminosäuren. In diesem Moment spüre ich: Der Mann hat keine Ahnung. Mein Kind – nur eine Verbindung von 14 Aminosäuren? Selbst wenn es stimmt, ist es nicht wahr.
Immer wieder staune ich über das Wunder des Lebens. Und spüre, dass es plausibel ist, vom Schöpfer zu sprechen und ich sage es mit Worten von Martin Luther so: „Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält“

Teil 2

Ich bin sehr klein, habe schlechte Augen und bin (auch) deshalb im Schulsport (an dem ich ohne Brille teilnehmen muss) nicht der Superstar. Wenn Mannschaftssportarten („Völkerball“, Basketball oder „Ball über die Schnur“) gespielt werden sollen, dürfen die beiden sportlichsten „Tipp-Topp“ machen und dann die Mannschaften wählen. Ich bin normalerweise der vorletzte, der gewählt wird.
Im Kindergottesdienst höre ich, welche Menschen Jesus in seine „Mannschaft“ beruft und dass er oft gerade die genommen hat, die nicht besonders „gut“ waren. Ich finde Jesus interessant und sympathisch, beschäftige mich auch später als Jugendlicher wieder intensiv mit ihm und unabhängig von allen dogmatischen Aussagen stelle ich fest, dass seine Worte und sein Handeln, so wie es die Evangelien überliefern, immer Weisheit und Liebe atmen. Irgendwie ist er etwas besonderes und ich wüsste nicht, wen ich wirklich mit ihm vergleichen könnte. Ich finde es nicht sehr erstaunlich, dass diese Erfahrung „Er ist etwas unvergleichlich Besonderes“ von den Menschen, die ihn direkt erlebt haben in die Worte „Er ist der Sohn Gottes“ oder „der Christus / Messias“ gefasst wurden.
Ich erlebe, dass Gebete im Namen Jesu erhört werden und dass Jesus offensichtlich etwas mit meinem Leben zu tun hat. Ich lerne glaubwürdige Christen kennen (andere auch, aber die erstgenannten sind das „Wunder“) an denen ich sehe, dass man nicht perfekt sein muss und auch mit Fehlern, die man hat oder gemacht hat, angenommen und geliebt sein kann. Spüre in den Evangelien, dass die Liebe Jesu eine „Trotzdem“-Liebe ist, die auch denen gilt, die sie nicht verdient haben (also auch mir) – und dass diese Liebe nicht wahr wäre, wenn sich Jesus vor dem Kreuz gedrückt hätte. Und dass es gut ist, wenn ich mich in meinem Verhalten an ihm orientiere, das merke ich auch. Ich spüre, dass es plausibel ist, von Jesus als Sohn  Gottes zu sprechen, der uns Gottes vergebende Liebe gebracht hat und sage das mit den Worten Martin Luthers:   „Ich glaube, dass Jesus Christus, wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöst hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; damit ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebt und regiert in Ewigkeit. Das ist gewisslich wahr.“

 

3 Antworten to “Glauben”

  1. Muriel Says:

    Also, ohne Anspruch auf Repräsentativität hätte ich schon mal eine Meinung zu bieten: Verstehen kann ich das natürlich.

    1. kraftwort Says:

      Hallo, Muriel, danke, dass Du Dich mal wieder meldest und für Dein Verständnis. Dein „Atheistenkollege“, der dieses Nachdenken angeregt hat, hat leider noch nciht hierhergefunden, weil beim „Atheist Media Blog“ meine Beitrräge neuerdings zensiert werden und der Link hierher entfernt wurde …

      1. Muriel Says:

        Da kann ich leider nicht mitreden, mit dem AMB hab ich nichts am Hut. Ich wünsch dir viel Erfolg bei dem Gespräch, falls noch eines entsteht.

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