Andere haben den diesjährigen Friedensnobelpreisträger, den chinesischen Menschenrechtler Liu Xiaobo schon mit Nelson Mandela verglichen. Mich erinnern seine Worte an Mahatma Ghandi: Ähnlich wie Ghandi ist zwar Liu Xiaobo kein Christ, hat aber einen Freundeskreis, in dem es Christen gibt und mein Eindruck ist, dass er vielleicht auf diesem Wege stark von Gedanken der Bergpredigt geprägt ist – so wie das ja auch bei Ghandi der Fall war. Jedenfalls haben mich seine Worte sehr bewegt, die aus einer Verteidigungsrede in seinem Prozess im Dezember 2009 stammen und die bei der Verleihung des Friedensnobelpreises gelesen wurden. Hier sind sie:

„Ich  möchte diesem System, das mich meiner Freiheit beraubt, noch sagen, dass ich zu meinen Überzeugungen stehe: Ich habe keine Feinde und keinen Hass. Keiner der Polizisten, die mich beobachtet, verhaftet und verhört haben, keiner der Staatsanwälte, die mich angeklagt haben, und keiner der Richter, die mich verurteilt haben, sind meine Feinde.

Eine Feindmentalität vergiftet den Geist einer Nation, zettelt einen brutalen moralischen Kampf an, zerstört die Toleranz einer Gesellschaft und die Mitmenschlichkeit.

Ich hoffe, über meine persönlichen Erfahrungen hinauszugehen, während ich auf die Entwicklung unserer Nation und den sozialen Wandel schaue, um der Feindseligkeit des Regimes mit äußerst gutem Willen zu begegnen und Hass mit Liebe zu zerstreuen

Es gibt keine Macht, die das Streben der Menschen nach Freiheit stoppen kann.“

Übrigens: Den Wortlaut der „Charta 08“, die von Liu Xiaobo mitverfasst wurde, findet man hier

„Kunden, die dieses Produkt angeschaut haben, könnten sich auch für folgendes Produkt interessieren:“ – oder vernünftig ausgedrückt: einen weiteren Text zum Thema Feindesliebe, dieses Mal aus dem Judentum, gibt es hier

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Im Jahr 1910 starb Leo Tolstoi. Zum Gedenkjahr an dieser Stelle ein Link und ein Zitat:

Leo Tolstois Volkserzählung „Wieviel Erde braucht der Mensch“  findet man im Wortlaut unter

http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=2888&kapitel=1&cHash=ea6de6a39cchap01#gb_found

Außerdem gibt es zahlreiche weitere Werke von ihm im Spiegel-Gutenberg-Projekt.

Und zum „Sofort-Lesen“ ein kurzes Zitat von ihm, gefunden im Losungsbuch dieses Jahres:

„Wenn du nicht mehr an den Gott glauben kannst, an den du früher geglaubt hast, so rührt das daher, dass in deinem Glauben etwas verkehrt war, und du musst dich besser bemühen zu begreifen, was du Gott nennst.

Wenn einer an seinen hölzernen Gott zu glauben aufhört, heißt das nicht, dass es keinen Gott gibt, sondern nur, dass der wahre Gott nicht aus Holz ist.“

Zwar ist die „Saison“ für die Jahreslosung schon fast vorbei – meistens wird sie vor allem am Jahresanfang, im Neujahrsgottesdienst zum Beispiel gepredigt, bildmeditiert oder gesungen …  Aber vielleicht möchte sich jemand von diesem wunderbaren Wort Jesu doch auch noch weiter im Jahr 2010 begleiten lassen oder sucht eine Möglichkeit, sie noch einmal in einer anderen Form in der Gemeindearbeit zu verwenden. Dann kann einer der folgenden Kanons hilfreich sein. Sie können alle kostenlos heruntergeladen und für nichtkommerzielle Zwecke kopiert werden. Hier die Links:

http://www.kirchenmusikliste.de/dl/comment.php?dlid=968&ENGINEsessID=f7dd685d8a2be861dff333fd5effe130 (Kanon von Patrick Heinemann)

http://www.kirchenmusikliste.de/dl/comment.php?dlid=964&ENGINEsessID=f7dd685d8a2be861dff333fd5effe130  (Kanon von Elke Landenberger)

http://www.kirchenmusikliste.de/dl/comment.php?dlid=961&ENGINEsessID=f7dd685d8a2be861dff333fd5effe130  (Kanon von Wolfgang Richter)