Auch wenn das Argumentieren bei vielen Verblendeten wenig hilft – vielleicht kann man mit diesen guten Argumenten doch den einen oder die andere ins Nachdenken bringen und Vorurteile über Flüchtlinge beseitigen. Hier gibt es eine gute Zusammenstellung von „pro asyl“:

http://www.proasyl.de/de/home/gemeinsam-gegen-rassismus/fakten-gegen-vorurteile/

In meiner Buchempfehlung vor wenigen Tagen (https://kraftwort.wordpress.com/2010/08/04/buchempfehlung-der-junge-der-den-wind-einfing/) war von Nsima die Rede, dem auch nach meiner Erfahrung wichtigsten Nahrungsmittel in Malawi (und  auch in Botswana und Zambia, wo es Nshima geschrieben wird sowie in Tanzania, wo es Ugali und in Simbabwe, wo es Sadza heißt). Hier kommt das Rezept dazu:

Rezept für Nsima (Fester Maisbrei aus Malawi) für 8-10 Personen

2  l Wasser zum Kochen bringen

Salz hinzufügen

3-4 Tassen (300 -400 g) Maismehl sehr langsam nach und nach unter ständigem Rühren hinzufügen.

Im geschlossenen Topf bei mittlerer Hitze kochen, zwischendurch immer wieder umrühren.

Rezept für Tomatenrelish für ca. 8 Personen

4 EL Öl erhitzen

4 Zwiebeln, gehackt und

2 Knoblauchzehen (zerdrückt) im Öl glasig braten

8-10 große Tomaten, fein gehackt, Pfeffer (z.B. Cayennepfeffer) und Salz hinzufügen und weich garen, bis eine dicke Sauce entsteht

P.S.: Nsima wird mit den Händen gegessen, ganz korrekt nur mit der rechten Hand, in der man eine Kugel formt, mit der man dann die Sauce auftunkt.

P.P.S.: Die Mengenangaben beim Nsima-Rezept sind aus Erfahrung gewonnen, müssen aber immer wieder „im Vollzug“ angepasst werden – zumal man das in Malawi verwendete sehr weiße Maismehl hier gar nicht bekommt, sondern auf das übliche eher gelbliche Maismehl zurückgreifen muss. Der Brei wird nur fest, wenn man

– das Mehl nach und nach einrührt, ggf. auch etwas mehr als angegeben

–  man sich genügend Zeit nimmt, um die Masse quellen zu lassen 

P.P.P.S.: Zwei gute Ideen, um Nsima zu verändern:

1. Mit Basilikum und Parmesankäse geschmacklich etwas „aufpeppen“ (ich weiß nicht, ob das „afrikanisch“ ist – vermutlich nicht, da Malawier zum Beispiel nie Käse essen …  – aber europäischen Geschmacksnerven kommt es sicher entgegen)

2. Das Nsima nach dem Anrühren in eine Auflaufform füllen und 5 Minuten im Backofen überbacken

P.P.P.P.S.: Afrika-Feeling bringt nicht nur dieser Maisbrei, sondern auch afrikanisches Singen. Hier gibt’s Noten für Lieder aus Malawi und anderen afrikanischen Ländern:
„Tiri kuyenda“ bekanntes Lied aus Malawi, ähnlich dem südafrikanischen Siyahamba (We are walking in the light) http://gospelimpuls.wordpress.com/2014/05/14/tiri-kuyenda-song-aus-malawi/
Bonga: sehr beliebtes Lied aus Südafrika (Bonga heißt „Danke“) http://www.kirchenmusikliste.de/dl/comment.php?dlid=264&ENGINEsessID=499a41c22f6cd15ac623bc650df7e7bd

Allen, die sich für Afrika interessieren, allen begabten und weniger begabten Heimwerkern, allen, die einmal eine wirklich bewegende Geschichte lesen möchten, allen, die Anteil nehmen möchten an einer Kindheit und Jugend in einem der ärmsten Länder der Erde,  auch allen, die etwas über Glauben, Aberglauben und Wissenschaft wissen möchten, allen politisch Interessierten und auch sonst jeder und jedem kann ich nur meine diesjährige Urlaubslektüre ans Herz legen – das Buch „Der Junge, der den Wind einfing – eine afrikanische Heldengeschichte“ von William Kamkwamba und Bryan Mealer, Irisiana-Verlag 2009. William Kamkwamba ist ein Junge aus Malawi, der zwar auf Grund der Hungersnöte in seiner Heimat zu Beginn des  neuen Jahrhunderts seinen Schulbesuch abbrechen musste, sich aber durch eigene Lektüre in der Bibliothek sowie eigenes Ausprobieren so viel physikalisches und technisches Wissen angeeignet hat, dass er mit einem selbstgebauten Windrad Strom erzeugen konnte. Friedensnobelpreisträger Al Gore sagt zu Recht:  „William Kamkwamba’s achievements with wind energy show what one person, with an inspired idea, can do to tackle the crisis we face“. Ich habe das Buch verschlungen, obwohl ich nicht alle technischen Details verstanden habe – und ich habe es genossen, dass, oft auch humorvoll, eine ganze Menge über den Alltag in Malawi  erzählt wird. Da ich selbst schon mal in Malawi gewesen bin (wo ich ja auch das Nilpferd, das mein Blog ziert fotografiert habe – siehe https://kraftwort.wordpress.com/2009/11/05/warum-ziert-diese-seite-ein-nilpferd/), habe ich vieles wiedererkannt, aber auch viel Neues erfahren. 

Hier ein kurzes Zitat, das nichts mit dem Hauptthema des Buches zu tun hat, sondern in dem der afrikanische Maisbrei nsima (das n am Anfang wird nicht gesprochen) vorgestellt wird, den ich auch häufig gegessen habe:

„In Malawi ernährt sich jeder von nsima, die fetten Politiker ebenso wie die Hunde und Katzen … Nsima ist nicht nur ein wichtiger Teil unserer Ernährung – unser Körper braucht nsima wie ein Fisch das Wasser. Wenn ein Fremder einen Malawier zum Abendessen einlädt, ihm Berge von Steaks und Nudeln vorsetzt und zum Dessert noch einen Schokoladenkuchen serviert, aber kein nsima, wird der Malawier zuhause seinen Geschwistern erzählen: ‚Es gab nichts zu essen, nur Steaks und Nudeln. Hoffentlich kann ich heute nacht schlafen‘ “

P.S.: Neugierig auf Nsima? Hier ist das Rezept: https://kraftwort.wordpress.com/2010/08/17/afrikanisch-essen-nsima-mit-tomatenrelish/

Kürzlich hat die UNO eine weltweite Umfrage durchgeführt. Die Aufgabe lautete: „Geben Sie uns bitte Ihre ehrliche Meinung zur Lösung der Nahrungs-Knappheit im Rest der Welt ab.“ Die Umfrage stellte sich leider als Riesenflop heraus. Warum? Aus allen Teilen der Welt kam die Kritik, die Umfrage sei unverständlich formuliert. In Afrika wussten die Teilnehmer nicht, was „Nahrung“ ist. Aus Osteuropa kam die Frage, was mit dem Wort „ehrlich“ gemeint sei. In Westeuropa kannte man das Wort „Knappheit“ nicht. Die chinesische Führung wies darauf hin, dass in China niemand wissen könne, was eine „Meinung“ sei und die Frage danach sei eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten. Im Nahen Osten wurde das Wort „Lösung“ nicht verstanden. In Südamerika war die Bedeutung des Wortes „bitte“ unbekannt und in den USA blieb schleierhaft, was mit dem „Rest der Welt“ gemeint sein könnte …

Das Land in deinem Herzen
kannst du nicht selbst bestellen.
Den Weg zu dir selbst
Kannst du nicht selber finden.
Das Wort, das dir hilft,
kannst du nicht selber sagen.

Einem Ondit zufolge fragt sich der geneigte Leser, warum er auf der Kraftwortseite von einem Nilpferd angesehen wird?

Der Grund ist einfach: Ich kenne dieses Nilpferd persönlich, habe ihm aus nächster Nähe im Shire-River in die Augen geschaut und wir haben uns sofort verstanden. Es hatte deshalb auch nichts dagegen, dass ich es fotografiere.

Zweitens habe ich gelernt, dass Nilpferde zwar sehr friedliche, aber auch sehr kraftvolle Tiere sind – trotz ihrer friedlichen Absichten sind sie die gefährlichsten Tiere Afrikas. Wer einem Krokodil zu nahe kommt, hat noch durch Flucht eine Chance. Oder er verliert nur die Hand, die es ihm abbeißt. Wer sich jedoch mit einem Nilpferd anlegt, hat definitiv keine Chance …

Drittens erinnert es mich an Albert Schweitzer. Von ihm wird berichtet, dass er einmal auf einer Bootsfahrt auf einem afrikanischen Fluss zwischen Nilpferden entlangfuhr. Und genau in diesem Moment fuhr ihm der Satz in den Sinn: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will“ – und aus dieser Erkenntnis heraus entwickelte er das Konzept der „Ehrfurcht vor dem Leben“. M.E. ist das eine Schlüsselerkenntnis, die auch in den ethischen Diskussionen unserer Tage (z.B. in der Frage der Tötung auf Verlangen, euphemistisch aktive Sterbe-„Hilfe“ genannt)  noch nicht mit allen Konsequenzen berücksichtigt worden ist.