Ein Anspiel zur Geschichte von Zachäus, familiengottesdienst-erprobt!

Vorbereitung:
– direkt vor dem Altar: kleiner Tisch, zwei Stühle
– linke Seite im Chorraum: Stehtisch als Zollstation
– linke Seite unten: Leiter als Baum

Requisiten: Kasse (mit Spielgeld) – Korb (mit Obst) – Kiste (mit Stoff) – Schubkarre (mit Pflanzen)

1. Szene Zachäus am Stehtisch, mit Kasse
Sprecher  I: In der Stadt Jericho lebt Zachäus. Er ist Zöllner.
Zachäus tritt auf, stellt sich an den Stehtisch und öffnet seine Kasse
Sprecher I: Wer nach Jericho kommt und seine Waren verkaufen will, muss bei Zachäus Zoll bezahlen.
1. Bürger(in)  mit Korb kommt von links hinten,  Zachäus stoppt ihn mit der Hand
Sprecher II: Zachäus verlangt 5 Silberstücke für einen Korb mit Obst
Zachäus kassiert
2. Bürger mit Kiste kommt, Zachäus stoppt ihn …
Sprecher II: Zachäus verlangt 10 Silberstücke für eine Kiste mit Stoffen
Zachäus kassiert – 3. Bürger kommt mit Karre
Sprecher II:     Zachäus verlangt 12 Silberstücke für eine Karre mit Pflanzen.              Zachäus verlangt mehr als er darf, doch die Menschen müssen bezahlen, sonst dürfen sie mit ihren Waren nicht auf den Markt.
Sprecher III:     Die Menschen sind ärgerlich auf Zachäus. Sie zeigen von weitem mit dem Finger auf ihn. Sie sagen: Er verlangt zu viel! Er ist ein Betrüger. Das ist nicht in Ordnung!
Bürger 1-3 stehen mit dem, Rücken zur Gemeinde und rufen:
Das ist nicht in Ordnung!

2. Szene
Sprecher I: Eines Tages kommt Jesus nach Jericho. Viele Menschen stehen am Straßenrand und warten auf Jesus

Bürger von Jericho stehen Spalier Ausschau halten nach rechts

Sprecher II: Auch Zachäus will ihn unbedingt sehen

Zachäus nähert sich der Zuschauerreihe von hinten (kommt von links)

Sprecher III: Doch die Menschen lassen ihn nicht durch. Sie sagen: „Der hat hier nichts zu suchen. Der ist nicht in Ordnung!

Bürger zeigen die Ellenbogen und rufen:
Der ist nicht in Ordnung!

Sprecher II: Da klettert Zachäus auf einen Baum. Jetzt kann er sehen, wie Jesus kommt.

Sprecher I: Jesus kommt. Er sieht Zachäus und geht auf ihn zu.
Er sagt zu ihm: Komm schnell herunter! Ich will heute Gast sein bei dir zuhause!

Sprecher II: Da klettert Zachäus schnell vom Baum herunter und geht mit Jesus in sein Haus.

Sprecher III: Die Menschen schütteln den Kopf.. Das finden sie nicht in Ordnung!

Bürger: Nicht in Ordnung!

Szene 3 Jesus und Zachäus am Tisch

Sprecher I: Jesus und Zachäus essen miteinander. Sie reden miteinander. Zachäus weiß, dass er vieles falsch gemacht hat. Aber er spürt auch, dass Jesus ihn trotzdem liebt.

Sprecher II: Zachäus holt seine Kasse und öffnet sie. Er sagt zu Jesus: Ich habe viele Menschen betrogen. Aber ich gebe es ihnen vierfach zurück. Und die Hälfte von meinem Geld gebe ich den Armen. Ich will nicht mehr betrügen. Ich will jetzt Gutes tun und anderen helfen.

Zachäus geht zu den Bürgern und drückt ihnen Geld in die Hand

Sprecher III: Jesus sagt zu Zachäus: Heute ist ein Glückstag für dich. Gott freut sich über dich. Jeder darf zu Gott kommen und neu anfangen.

Zachäus kommt zu Jesus zurück. Jesus legt ihm die Hand auf die Schulter
Sprecher II: Zachäus freut sich. Er sagt: Jetzt ist mein Leben in Ordnung. Ich bin Gottes Kind.

Jesus und Zachäus zur Gemeinde gewandt / Arme auf den Schultern:
 In Ordnung!

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Am Sonntag haben wir Begrüßungsgottesdienst für die neuen Konfirmanden. Ein Anspiel, das ich gerade wieder entdeckt habe, werde ich dafür verwenden. Guckst Du hier:

https://gospelimpuls.wordpress.com/2014/09/15/kirche-und-konfer-wozu-ein-dialog/

Ein Anspiel nach einer Geschichte von Lew Tolstoi – zum Beispiel für Konfirmandenunterricht oder Familiengottesdienst

Erzähler: Einst lebte ein mächtiger König. Eines Tages rief er seine Priester und seine Weisen zu sich, weil er einen besonderen Wunsch hatte.
König: Ihr Priester! Sagt mir: Bin ich der mächtigste König, den es gibt?
Priester: Ja, ihr seid der Mächtigste, Majestät!
König: Ihr weisen Männer! Sagt mir: Kann ich alles bekommen, was ich möchte?
Weise: Ja, das könnt ihr, Majestät!
König: Dann möchte ich Gott sehen. Wenn es Gott gibt, dann muss ich diese Macht kennenlernen. Ich will Gott sehen. Ihr, Priester und Weise, müsst ihn mir zeigen. Ihr habt dafür eine Woche Zeit. Sonst kostet es euch euren Kopf!
Erzähler: Die Priester und die Weisen erschraken. Wie sollten sie ihr Leben retten? Die Woche verging, und sie hatten keine Idee. Im ganzen Land sprachen die Menschen über den Wunsch des Königs, und alle warteten ängstlich daruf, ob er tatsächlich seine Priester und Weisen töten würde, wenn es ihnen nicht gelingt. Nach einer Woche rief er seinen Hofstaat wieder zusammen.
König: Nun, meine Priester? Nun, meine Weisen? Wer von euch wird mir Gott zeigen?
Erzähler: In diesem Augenblick klopfte es an die Schlosstür. Herein kam ein armer Mann in Lumpen, ein Hirte.
Hirte: Ich bin zwar kein Weiser und auch kein Priester, mächtiger König. Aber wenn du es erlaubst, will ich dir deinen Wunsch erfüllen. Ich werde dir Gott zeigen.
König: Nun gut – so soll es sein. Aber bedenke: es geht um deinen Kopf!
Erzähler: Der Hirte nahm den König mit auf ein Feld. Dort hob er seine Hand und zeigte zum Himmel:
Hirte: Sieh in die Sonne, großer König!
Erzähler: Der König blinzelte in die Sonne, hielt sich die Hand an die Stirn und sagte
König: Willst du, dass ich erblinde?
Hirte: Aber, König, das ist doch nur ein Ding der Schöpfung, ein schwacher Abglanz der Größe Gottes, ein kleines Fünkchen eines flammenden Feuers. Wie willst du mit deinen schwachen, trägen Augen Gott sehen? Suche ihn mit anderen Augen!
Erzähler: Der Einfall gefiel dem König. Er sagte zu dem Hirten:
König: Ich erkenne deinen Geist und sehe die Größe deiner Seele. Beantworte mir deshalb auch folgende Frage: Was war vor Gott?
Erzähler: Der Hirte muss eine Weile nachdenken. Doch dann wendet er sich an den König:
Hirte: Sei nicht zornig wegen meiner Bitte, aber: zähle!
König: Eins, zwei, drei, vier …
Hirte: Nein, nein, nicht so. Fang mit dem an, was vor eins kommt.
König: Wie kann ich denn? Vor eins gibt es doch nichts.
Hirte: Sehr weise gesprochen! Auch vor Gott gibt es nichts.
Erzähler: Diese Antwort gefiel dem König noch besser als die vorhergehende.
König: Ich werde dich reich beschenken. Vorher aber antworte noch auf eine dritte Frage: Was tut Gott?
Erzähler: Der Hirte sah, dass das Herz des Königs weich geworden war und er antwortete ihm wieder mit einem Vorschlag:
Hirte: Gut, auch darauf will ich dir antworten. Nur um eines bitte ich dich: Lass uns die Kleider einen kurzen Augenblick tauschen.
Erzähler: Der König ging darauf ein und sie tauschten die Kleider.
Hirte: Genau das macht Gott: Er tauscht die Kleider mit uns. Er stieg vom Thron seiner Erhabenheit und wurde einer von uns. Er gibt uns, was er hat und nimmt das an, was wir haben und sind.
(WR nach Leo Tolstoi)

Noch ein Anspiel in diesem Blog, das für Gottesdienste und Unterricht geeignet ist, gibt’s hier:

https://kraftwort.wordpress.com/2009/11/11/das-nilpferd-ein-kleines-theaterstuck-fur-einen-erzahler-und-zwei-schauspieler-fur-ein-nilpferd-naturlich-sowie-fur-ein-auto-und-eine-badewanne/

Erzähler: Das ist Egon, genauer: Egon Neugier. Egon geht spazieren. Plötzlich sieht er auf der anderen Straßenseite etwas ungewöhnliches. Er bleibt stehen.
Egon: Was ist das? Tatsächlich! Ein Mann mit einem Nilpferd! Und jetzt versucht er, das Nilpferd in sein Auto zu laden! Ob das wohl gutgeht?
Nilpferdbesitzer („NPB“): Hallo, Sie da! Ja Sie! Können Sie mir freundlicherweise mal helfen? Ich bekomme das Nilpferd nicht in den Wagen!
Egon: Ja, wenn Sie meinen …
Beide: Hau – ruck; hau – ruck …
NPB: Na, das wäre geschafft, schönen Dank.
Egon (zögernd): Ja, dann, hmm, auf Wiedersehen …
NPB: Entschuldigen Sie, wenn ich Sie noch weiter belästige – aber, könnten Sie nicht mitkommen, zu mir nach Hause? Ich muss das Nilpferd ja auch wieder herausbekommen aus dem Wagen – es ist nur zwei Straßen weiter; ich wäre Ihnen wirklich sehr dankbar.
Egon: Ja, wenn Sie meinen …
Erzähler: Gesagt, getan. Die beiden fahren zwei Straßen weiter und laden unter großen Mühen das Nilpferd wieder aus. Gerade will sich Egon wieder verabschieden, da hat sein neuer Bekannter gleich noch eine Bitte:
NPB: Entschuldigen Sie, wenn ich Sie noch einmal belästige – aber das Nilpferd müßte ja noch in meine Wohnung, in die Badewanne, es braucht nämlich Wasser, es ist ja ein Nilpferd, Sie verstehen …
Egon: natürlich …
NPB:   … ob Sie da freundlicherweise noch einmal mit anfassen könnten?
Egon: Ja, wenn Sie meinen …
Erzähler: Gesagt, getan. Die beiden tragen das Nilpferd in die Wohnung und legen es in die Badewanne. Endlich können sie sich verabschieden.
NPB: Auf Wiedersehen und ganz, ganz herzlichen Dank; Sie haben mir wirklich sehr geholfen – aber jetzt komme ich wohl alleine zurecht, Sie können jetzt endlich Ihren Abendspaziergang fortsetzen.
Egon: Ja, wenn Sie meinen … oder nein, ich hätte da doch noch eine Frage.
NPB: Ja?
Egon: Ich habe Ihnen geholfen, das Nilpferd ins Auto zu laden. ich habe Ihnen geholfen das Nilpferd wieder auszuladen. Ich habe Ihnen geholfen, das Nilpferd in die Wohnung zu bringen und es in die Badewanne zu heben. Ich will ja nicht neugierig sein. Aber ich möchte doch eines wissen: Wozu brauchen Sie dieses Nilpferd?
NPB: Ach so ja. Also wissen Sie, das ist so: Ich habe eine Freundin, mit der ist es komisch. Man kann ihr gar nichts recht machen. Wir sitzen abends am Meer und betrachten einen herrlichen Sonnenuntergang – sie sagt nur ganz cool: Na und? Ich habe Sie ins teuerste Nobelrestaurant zum Essen eingeladen – und sie sagt nur: Na und? Ich habe ihr einen Diamantring geschenkt, das kostbarste, was ich bekommen konnte – sie sagt wieder nur: Na und? Gestern habe ich uns Tickets für eine Weltreise besorgt –  und was meinen Sie, was sie gesagt hat?
Egon: Hmm … Na und?
NPB: Genau. ich schenke ihr eine Weltreise und sie sagt einfach: Na und. – Und heute abend, da kommt sie mich besuchen, in einer halben Stunde. Wir wollen zusammen essen. Dann wird sie vorher ins Bad gehen und sich die Hände waschen und ich sehe es schon vor mir, wie sie dann kreischend aus dem Badezimmer kommt und ruft:  „Liebster, du hast ja ein Nilpferd in der Badewanne!“ Und dann stelle ich mich mal ganz cool hin und sage: Na und?

P.S.: Mehr vom Nilpferd (in diesem Falle von dem, das auf meiner Seite zu sehen ist und das sich nicht in meiner Badewanne befindet) gibt es hier: https://kraftwort.wordpress.com/2009/11/05/warum-ziert-diese-seite-ein-nilpferd/

P.P.S. Und außerdem gibt es noch ein weiteres Anspiel in diesem Blog, das sich für Gottesdienste oder Konfirmanden- und Religionsunterricht eignet – guckst Du hier:

https://kraftwort.wordpress.com/2011/01/15/vom-konig-der-gott-sehen-wollte-ein-kleines-theaterstuck/