Die christliche Botschaft ist nun auch in den Süßigkeitenregalen britischer Supermärkte zu finden. Der Schokoladenhersteller „Meaningful Chocolate Company“ (Sinnstiftende Schokoladenfirma) verkauft nicht nur Schokoladenostereier, sondern erklärt auf den Verpackungen auch gleich die Bedeutung des christlichen Feiertages.

 Es heißt „The Real Easter Egg“ (Das wahre Osterei), ist aus fair gehandelter Schokolade und steht seit einigen Tagen auf den Produktlisten großer britischer Supermarktketten wie „Tesco“ und „Morrisons“. Das Ei fällt nicht nur durch seine bunte Verpackung auf, die den Hügel Golgatha mit drei Kreuzen und ein Ei vor einer aufgehenden Sonne zeigt. Auch der Inhalt scheint ungewöhnlich: Neben dem Schokoladenosterei findet der Käufer dort die Ostergeschichte, ein Poster und Aufkleber. Auf der Innenseite des Deckels steht schließlich ein Vers aus dem Markus-Evangelium.

 Seit drei Jahren gibt es „The Real Easter Egg“ nun schon. Aber zum ersten Mal ist es auch in Supermärkten wie „Sainsbury´s“ und „Co-op“ zu kaufen. Dafür sollen Lobbyisten rund drei Jahr lang gekämpft haben, heißt es in der britischen Zeitung The Telegraph. „Ich habe im vergangenen Jahr viele Einkaufsmärkte angeschrieben und ermutigt, das ‚Real Easter Egg‘ zu vertreiben“, sagte der Bischof von Hereford, Anthony Priddis, gegenüber der Zeitung. „Ich freue mich, dass sie die Aufforderung ernst genommen haben. Ich will außerdem alle Einkäufer auffordern, nach dem ‚Real Easter Egg‘ zu suchen und sich zu beschweren, falls es nicht vorrätig sein sollte.“

Ostern in der Box

 In Großbritannien werden jährlich rund 80 Millionen Schokoladenostereier verkauft. Das Unternehmen „Meaningful Chocolate Company“ rechnet mit einem Verkauf von mehr als 300.000 Ostereiern für 2013. „Es ist unser Ziel, den Ostereier-Markt langfristig zu verändern, indem wir ihn spiritueller, großherziger und glaubwürdiger machen“, sagte der Gründer des Schokoladenherstellers, David Marshall. „Das ist ein großer Durchbruch. Es ist das einzige Ei, dass die Bedeutung von Ostern in einer Box erklärt.“ 

 Wie das britische Onlinemagazin Christian Today berichtet, gibt es zu dieser Aktion ein Lied der Musikerin Tara Mathews. Auch darin wird die Bedeutung der Kreuzigung und Auferstehung Jesu erklärt. „In Three Days“ steht zum kostenlosen Download auf dem Musikportal iTunes bereit. In einem Begleitvideo zu dem Song sagt der Missionsbischof der Kirche von England, Graham Cray: „Ich freue mich, den Song ‚In Three Days‘ von Tara Mathews kommentieren zu dürfen, um an die wahre Bedeutung des Osterfestes, der Feiertage zur Auferstehung Jesus, zu erinnern: An das Event, welches die Welt  laut Christentum für immer verändert hat.“

(aus: http://www.jesus.de/index.php?id=885&tx_ttnews%5Btt_news%5D=191261&cHash=abd36ee10c02fbc389a384a70094330e)

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Das Michaeliskloster – Kompetenzzentrum der EKD für Gottesdienstfragen – hat ein Heft mit neuen Oster- und Pfingstliedern herausgegen: „Befreit von Ängsten leben – Neue Oster- und Pfingstlieder“ Strube-Verlag München (Edition 6710). Es kostet  nur 2,- € – und diese kleine Ausgabe lohnt sich! Die musikalischen Stile sind sehr vielfältig. Das macht eienrseits den Reiz aus, es ist also „für jeden etwas dabei“ Umgekehrt muss man sagen, dass niemand mit allen Liedern etwas wird anfangen können. Für manche Texte werden deshalb auch mehrere Melodien angeboten – z.B. für den tollen Text von Gerhard Edzard Riese: „Der Teufel liebt das Lachen nicht, es stört ihn überhaupt; er kommt ganz aus dem Gleichgewicht, wenn man nicht an ihn glaubt …“ Gut auch das titelgebende Lied Nr. 1 „Befreit von Ängsten leben“. Bei diesem Lied ist auch die für ein Osterlied erstaunliche Moll-Tonart angemessen, da es sich in Wahrheit eher um eine pentatonische Melodie handelt, so dass man auch die dorische Kirchentonart darin entdecken kann (dem entspricht auch das melodische Zitat von „Christ ist erstanden“ im vorletzten Takt). Und schließlich mein Lieblingstext, abgesehen vom „Osterlachen“: „Dein Geist, Gott spricht oft leise“. Vielleicht wäre es gerade dieser Text wert gewesen, ebenfalls (wie es bei mehreren anderen der Fall ist)  mit mehreren Melodien zur Auswahl präsentiert zu werden.

Trotz der Empfehlung sind auch ein paar kritische Anmerkungen nötig:

– Insgesamt überwiegt mir „Moll“ etwas zu sehr. Immerhin geht es doch an Ostern und an Pfingsten um fröhliche Anlässe.

– Schade, dass zu drei schönen Texten überhaupt keine Melodie angeboten wird. Das wird damit zusammenhängen, dass Texte und Melodien aus einem zweistufigen Wettbewerb entstanden sind und dass zu diesen Texten vielleicht keine oder keine brauchbaren Melodien eingegangen sind. Dann hätte der Jurorenkreis aber vielleicht doch auf anderem Wege den Texten zu einer Melodie verhelfen sollen … – Beim Lied 21 „Wenn Licht in eine Träne fällt“ hätte als Notbehelf immerhin der Hinweis dazugesetzt werden können, dass es auf die Melodie von „Amazing grace“ gesungen werden kann (Bei dieser Melodie kann man relativ leicht auch die beiden zusätzlichen Silben der 3. Strophe unterbringen, für die anderen Strophen wäre auch „Nun danket all und bringet Ehr“ als Melodie geeignet)

– Schließlich ist der Erscheinungstermin für dieses Osterfest ein bisschen knapp – aber vielleicht reicht es wenigstens für Pfingsten

Eine weitere Anregung: Es war richtig, Ostern und Pfingsten auf diese Weise ins musikalische und Gemeinde-Bewusstsein zurücken – die hohen Feste also, die gegenüber Weihnachten liedmäßig etwas unterversorgt sind. Noch mehr gilt dieses Defizit aber für die Passion. Hier sollte ein nächster Wettbewerb versuchen, Abhilfe zu schaffen. (Manche neuen christlichen Liederbücher enthalten kein einziges Lied, das das Leiden und Sterben Jesu zum Thema hat!)

Fazit: Die Anschaffung lohnt sich schon dafür, um mit mir über die genannten Stärken und Schwächen diskutieren zu können (und wegen der Texte  „Der Teufel liebt das Lachen nicht…“ und „Dein Geist …“)

Linktipp: Zwei Lieder zum Anhören sowie weitere Infos zum Heft gibt es auf http://www.gottesklang.de/materialien/liederwettbewerb

Nachtrag!  Zu dem erwähnten Lied „Wenn Licht in eine Träne fällt“ gibt es inzwischen eine schöne, gut singbare Melodie von Ole Hesprich.  Guckst Du hier: http://www.kantorei-noten.de/pdf/Wenn_Licht_in_eine_Traene_faellt_Jasper_Hesprich_A5_kn.pdf

Im November erwartet uns das Ende des Kirchenjahres mit Totengedenken und Sonntagen, die an die „letzten Dinge“ – Sterben, Auferstehung, Gericht, Wiederkunft Christis erinnern. Zum November des Jubiläumsjahres „125 Jahre Karl Barth und Coca Cola“ soll es deshalb auch  ein Zitat zu den „letzten Dingen“, zur christlichen Hoffnung sein. Im § 73 der Kirchlichen Dogmatik spricht Karl Barth davon, dass „die große konstantinische Illusion“ in Auflösung begriffen sei – die Erwartung also, innerhalb der Menschheitsgeschichte alle Menschen durch Mission (oder, im schlimmeren Falle durch Zwang und weltliche Herrschaft) zu Christen zu machen. Damit wird die christliche Hoffnung einerseits angefochten und in Frage gestellt, andererseits aber auch um so wichtiger. Barth schreibt:

Was ist und bedeutet des Christen Hoffnung, der sich … der übrigen Menschheit gegenüber in eine verschwindende – muß man nicht sagen: hoffnungslose? – Minderheit versetzt findet? … Was sollen und wollen denn die paar christlichen Leutlein, was soll und will denn das Häuflein der christlichen Gemeinde da und dort mit seinem Zeugnis von Jesus Christus? Was … erwarten diese Menschen damit auf dem großen Jahrmarkt … auszurichten?
Was sollen wir übrigens von den Unzähligen halten, die ante oder  post   Christum  natum   gar keine Gelegenheit hatten, dieses Zeugnis zu hören? Es hieße offenbar den Kopf in den Sand stecken, wenn der Christ .. durch das alles nicht angefochten … würde. … Es ist ihm aber erlaubt und geboten … unverzagt zu  hoffen, d.h. … unbedingt damit zu rechnen, daß derselbe Heilige Geist, der unbegreiflicherweise mächtig genug war sein, des Christen eigenes finsteres Herz zu erleuchten, mit jenen anderen samt und sonders eines Tages vielleicht noch geringere Mühe als mit ihm haben möchte. Und weiter: unbedingt und nun entscheidend damit zu rechnen, daß der Tag des Kommens Christi … ganz bestimmt der Tag sein wird, da – nicht er, der Christ, aber der, den er als Christ erwartet, auch alle die anderen zu erreichen wissen wird, daß sie, die Toten und die Lebenden, die ante und die post Christum natum kamen und gingen – was das dann auch für sie bedeuten möge – seine Stimme hören werden.

(KD IV,3 S. 1053f. . § 73 Der heilige Geist und die christliche Hoffnung)