Die deutsche Sprache und Kultur kann
des Genitives nicht entraten.
Ja, der Mensch
des Geistes wird
heutigen Tages mehr denn je daran erkannt, dass er sich
eines umfassenden Gebrauchs
des Genitivs befleißigt.
Gewiss: Wir wollen auch dem Dativ jene Ehre geben, die
des Dativs ist.
Doch sei der dritte Fall stets eingedenk
der Grenzen der Grammatik.
Ihrer bedienen wir uns, um ihm zu widerstehen, sofern er sich
des Mordversuchs am Genitiv schuldig machen will.
So rufen wir heute alle Menschen
guten Willens auf, sich
des Tages und des Nachts
des Wes-Falles anzunehmen, sich
der Fülle seiner Anwendungsmöglichkeiten zu erfreuen und sich
der Tatsache zu erinnern, dass unser zweiter Fall als Kasus
der Beziehung sich bewährt, wogegen dem Dativ doch stets Distanz zu eigen ist. So sei nun, wer
des Denkens mächtig ist, auch
des Genitives Freund!
P.S.: Wessen Email-Anschrift auch immer Dir bekannt ist – lass ihn, lass sie auch
dieses Manifests teilhaftig werden!

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Gnade und Friede zuvor!
– Ein merkwürdiger Anfang? Aber wie beginnt man einen Blog? (oder heißt es „ein Blog“ als Neutrum?)
Ein Appell auf dem Kasernenhof beginnt mit dem Befehl „Stillgestanden“. Der „Tatort“ beginnt seit Jahrzehnten mit der gleichen Titelmusik, einem laufenden Menschen, Augen, die sich in das Wort „Tatort“ verwandeln, unsere Lateinstunde in der 5. Klasse begann mit dem Aufstehen der Schüler und einem lauten „Salve Magister“ (Sei gegrüßt Lehrer), wenn der Direx reinkam, was dieser mit „Salvete, puellae et pueri“ (Seid gegrüßt Mädchen und Knaben, immerhin schon inklusive Sprache!) beantwortete. Johann Sebastian Bach schrieb über jedes seiner Werke „Soli Deo Gloria“ und die Briefe des Neuen Testaments beginnen in der Regel mit einer Grußformel wie der Meinen – „Gnade sei mit euch und Friede …“
Die ersten Worte eines Briefes, einer Zusammenkunft erwecken einen nahezu unveränderbaren Eindruck, stellen eine Atmosphäre her, in der alle folgende Kommunikation stattfindet.
Worte haben Wirkungen. Sie sind nicht nur Träger einer Information über einen Sachverhalt. Um dieses Thema werden (vermutlich) viele Beiträge in diesem Blog kreisen. Als Pastor (das bin ich wirklich – oder bin ich Pastorin? auf das Thema inklusive Sprache kommen wir sicher nochmal zurück) bin ich ein Mensch des Wortes. Aber es geht hier nicht nur um Theologie. Sondern auch um Kommunikation, um Sprachkultur (Erbarmt euch des Genitivs!), verräterrische Sprachregelungen, Wörter und Unwörter, Meinungsfreiheit und dergleichen.
Worte haben Wirkungen, vielleicht sogar die dieses Blogs, falls ihn (ich bleibe beim Maskulinum „Der Blog“) irgendjemand in den Weiten des virtuellen Raumes tatsächlich entdeckt … Deshalb der Name „Kraftwort“.
Grüßen ist ein erstes Beispiel für die These vom Wirken der Worte. Denn da geht es ganz besonders wenig um Information und besonders viel um Beziehung und ein Hineinwirken in die Beziehung. Wem ich hier ggf. begegne weiß ich noch gar nicht. Aber wer auch immer es ist, ich wünsche ihm, ihr ganz ernsthaft:
„Gnade und Friede zuvor!“
Barnabas, der Blogpastor