Einem Ondit zu Folge will Nina Ruge unter die Drehbuchautoren gehen und unter dem Titel „Alles wird gut“ die Geschichte von Fruststadt und seinem Kirchenmusiker bei Bibel-TV als Soap unterbringen. Eine Kurzfassung der im Fernsehen auf 1685 Folgen angelegten Serie gibt’s exklusiv hier:

Trotz eines nur mäßig ermutigenden Telefonats mit Dr. Gutverdien, dem KV-Vorsitzenden bewirbt sich der gutaussehende und noch ledige Berufsanfänger Gregor-Yannick Gospelbach auf die 49,3%-Stelle für einen Kirchenmusiker an der Rödelkirche Fruststadt. O Wunder, er ist der einzige Bewerber und erhält die Stelle (1 Gegenstimme von Konrektor a.D. Wilhelm Nörgel, KV-Mitglied seit 1945: „so ein hübscher junger Bengel verdreht doch den Konfirmandinnen den Kopf“, eine nicht unbegründete Befürchtung wie Folge 112 zeigen wird).

Im Einführungsgottesdienst predigt Pfarrer Friedel Freudeeierkuchen über das Wort aus den Sprüchen Salomos – „Besser ein Gericht Gemüse mit Liebe dabei als ein gemästeter Ochse mit Hass dabei“ sowie über einen weiteren Vers, für den ihm aber die Bibelstelle gerade nicht einfällt: „Es wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird“ Roswitha Kanzel-Schwalbe tuschelt ihrer Nachbarin zu:“Dass der schon wieder übers Essen predigen muss – dass es ihm schmeckt, sieht man ja nun wirklich“ Die Lokalzeitung schreibt am nächsten Tag, er habe in seiner Predigt die durch die Stellenkürzungen auftauchenden Probleme (nein: „Herausforderungen“ heißt das heute natürlich) „in erstaunlicher Offenheit angesprochen“. An genau der damit gemeinten Stelle der Predigt raunt Dekan Glattbügel seinem Nachbarn, OLKMD Von Wegenstress-Hiernoch zu Friedensein zu: „Na, na, na, jetzt übertreibt er aber“

Doch warum verschwindet beim Empfang Zahnarzt Dr. Gültig, der Ehemann von Frau Pfarrerin Gleich-Gültig direkt nach dem ersten Glas Sekt und steigt zu einer jungen Dame ins Auto?

Das und mehr erfahren Sie in der nächsten Folge.

(Guckst Du hier: https://kraftwort.wordpress.com/2009/10/26/fruststadt-die-soap-geht-weiter-folge-86/)

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Einem Ondit zufolge hat es tatsächlich inzwischen einen ersten Interessenten für die Kirchenmusikerstelle in Fruststadt gegeben. Das Informationstelefonat mit Herrn RA Dr. Gutverdien, dem KV-Vorsitzenden, verlief so:
Dr. Gutverdien: Das hätte ich nicht geglaubt, dass sich jemand bei uns bewirbt – 49,3 % Stellenumfang sind doch eigentlich eine Schande, ich habe in der Sitzung gesagt, wer soll davon leben? Für die Kirchenmusik müsste viel mehr Geld da sein! Womit sonst bekommen wir denn die Leute noch in die Kirche!
Bewerber (denkt: Immerhin jemand, der Verständnis hat)
Dr. Gutverdien (fährt ohne Pause fort) Und wissen Sie, deshalb habe ich auch eine Idee – wir beide gründen einen „Förderkreis Kirchenmusik“ – die Satzung habe ich schon ausgearbeitet, ich kenne mich mit so etwas ja aus, können wir gleich morgen als e.V. anmelden. Ja, natürlich macht das auch für Sie am Anfang noch etwas mehr Arbeit, aber denken Sie mal an die Möglichkeiten, die sich uns erschließen! Die Orgel ist seit 1999 nicht mehr gestimmt worden, das muss ja von irgendwas bezahlt werden, da könnte der Förderkreis einspringen, für Orgeln spenden die Leute gerne, sagt der Fundraiser, den unser Dekanat gerade eingestellt hat – der könnte Ihnen übrigens einen Teil der Arbeit mit den Werbebriefen für den Förderkreis abnehmen …
(Bewerber möchte zur Frage ansetzen, ob der Förderkreis auch den Stellenumfang aufstocken könnte)
Dr. Gutverdien (spricht ohne Unterbrechung weiter, kann aber offensichtlich Gedanken lesen): Natürlich kann so ein Förderkreis die Stellenkürzung von 75 auf 49,3 % nicht rückgängig machen, auch nicht teilweise, aber man könnte mal für besondere Konzerte, die Sie ja sicher vorhaben, Weihnachtskrematorium oder so, die Solisten bezahlen, die sind ja immer sündhaft teuer – obwohl, es geht auch günstiger, meine Tochter zum Beispiel heißt nicht nur Viola, sie spielt auch eine, Viola da Gamba, herrliches Intrument. Sie hatte ja schon am Robert-Overstolz-Gymnasium immer die Solopartien im Schulorchester und studiert jetzt in Berlin, Betriebswirtschaft. Neulich hat sie „Hair“ bei einer Hochzeit gespielt, alle haben geheult
(Bewerber stutzt: „Hair“ auf einer Viola da Gamba?)
Dr. Gutverdien (fährt ohne Pause fort): Sie kennen doch das Hair von Bach, oder wie das heißt, wuuunderschön, – also, meine Tochter könnten wir auch mal verpflichten, die würde es auch für die Fahrtkosten und eine kleine Aufwandsentschädigung machen, vielleicht an Heiligabend, da ist sie sowieso zuhause, was halten Sie davon?
(Bewerber sucht noch nach einer Antwort, doch:)
Dr. Gutverdien (spricht ohne Pause weiter) jedenfalls, das freut mich, dass Sie die Idee mit dem Förderverein auch gut finden, unser Dekan hält da nämlich nicht so viel davon, das entzieht sich wohl seiner kirchenobrigkeitlichen Kontrolle, haha. Und, wie gesagt, die Orgelstimmung muss ja einfach sein, ich meine, so ein paar Heuler, die werden Sie ja selber beseitigen können, da kann man natürlich nicht immer den Orgelbauer, aber seit 1999 nicht gestimmt, ich bitte Sie, also wirklich, ich finde, da muss sich in unserer Kirche noch einiges ändern, dass man den Wert der Kirchenmusik wieder; jedenfalls vielen Dank, dass Sie angerufen haben, ich denke, Ihre Chancen stehen nicht schlecht, so patent wie Sie zu sein scheinen! Ich melde mich wieder, muss jetzt gerade zum Golfspielen, Sie verstehen. Auf Wiederhören! (legt auf)

Fortsetzung gefällig? Guckst Du hier: https://kraftwort.wordpress.com/2009/10/19/fruststadt-die-soap/