„Es ist für mich klar, dass in einer zunehmend digitalen Welt die gleichen ethischen Grundlinien gelten, wie in einer analogen.“
(„Internetbotschafterin“ Gesche Joost zit. nach: http://aktuell.evangelisch.de/artikel/110659/netzbotschafterin-joost-kritisiert-digitale-agenda)
Ein wohltuendes Wort von jemandem, die sicher nicht des internetfeindlichen Kulturpessimismus verdächtig ist (auch wenn ich armer digital immigrant nicht genau weiß, was eine „Internetbotschafterin“ ist …). Es wird im Moment bei Kirchens viel geschwurbelt, wie furchtbar anders (oder auch wie wunderbar chancenreich anders) alles wird, wenn die digitale Welt kommt (obwohl sie schon da ist) bzw. wenn wir „in sie hinein aufbrechen“ (obwohl wir schon drin sind). Dabei werden so einfache Wahrheiten vergessen, die deutlich machen, dass die wichtigsten Dinge sich gerade durch die Digitalisierung nicht verändern – die Grundlinien der Ethik zum Beispiel, und genauso auch nicht das Evangelium, das wir als Kirche zu verkündigen haben …

Es ist kein Liederbuch und kann deshalb auch im Rahmen meiner Aktion zum Jahr der Kirchenmusik auch kein „Liederbuch des Monats“ werden. Aber es ist ein Buch, das viel mit Liedern zu tun hat und das man gut gemeinsam mit dem „Gospelliederbuch“ verwenden, das ich in meiner Reihe bereits vorgestellt habe (siehe https://kraftwort.wordpress.com/2012/06/29/oh-happy-day-und-etwas-in-mir-mein-gospelliederbuch-liederbuch-des-monats-juli-28/).

Ich spreche von einem Buch, das zum Sprechen über Lieder und damit zum Sprechen über den Glauben einlädt: „GospelTalk – Chormitglieder sprechen über ihren Glauben“, herausgegeben von Hermann Brünjes, unter Mitarbeit von Peter Hamburger, Lars-Uwe Kremer und Christine Tergau-Harms, erschienen im Gütersloher Verlagshaus.

Beim ersten Durchblättern kann man den Eindruck bekommen, das Buch sei chaotisch gegliedert. Da findet man auf Seite 59 Erläuterungen zum Lied „Amazing grace“, auf Seite 124 noch einmal und kurze Hinweise zum gleichen Lied auch noch einmal auf Seite 173. Deshalb lohnt es sich, das Buch erst einmal ganz ruhig von vorne an zu lesen, auch wenn man beim späteren Benutzen, evtl. sogar durchführen des vorgestellten Gospel-Talk-Projektes auch kreuz und quer benutzen muss und benutzen wird. Das Projekt selbst jedenfalls scheint mir interessant und lohnend zu sein „ein Glaubenskurs, der keiner ist“ heißt es auf Seite 13. Ein „Glaubenskurs“, der zwar (wie im letzten Teil deutlich wird) ganz klassisch die Themen des Glaubensbekenntnisses abhandeln soll (alternativ kann man sich auch am Gotetsdienstablauf orientieren), der aber auf einen „Star-Referenten“ verzichtet, sondern von Anfang an darauf abzielt, Menschen selbst über ihren Glauben (auch ihren unfertigen Glauben oder ihre Zweifel) sprechen zu lassen – spannend, wenn man weiß, dass Mitglieder von Gospelchören ja keineswegs immer Menschen sind, die im Glauben und in der Kirche zuhause sind. Nach der Untersuchung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD über die Gospelbewegung kommen sie oft gerade aus dem weitgehend unkirchlichen „Selbstverwirklichungsmilieu“ und damit aus der in anderen kirchlichen Gruppen unterrepräsentierten Generation des „Mittelalters“. Deshalb ist ein solches Projekt wie „GospelTalk“ besonders wichtig und besonders spannend.

Wer das Buch von vorne liest, dem erschließt sich auch die Gliederung des Buches, bei der zunächst das Projekt als Ganzes vorgestellt wird, dann die aus dem Gospelliederbuch vorgestellt werden (mit Übersetzung und Gesprächsanregungen). Dann gibt es Beispiele für einführende Liedandachten („Intros“) genannt, was manche Doppelungen erklärt. Und schließlich gibt es Anregungen für den konkreten Aufbau eines „Kurses“ inklusive ausführlicherer theologischer Anmerkungen zu den Themen (was die Vermutung nahelegt oder die Möglichkeit eröffnet, dass es doch sinnvoll sein kann, einen „Referenten“ oder „theologischen Profi“ an irgendeiner Stelle einzubeziehen …)

Zwei Wünsche habe ich für eine zweite Auflage des Buches (die ich dem Buch auf alle Fälle wünsche):

– ein besseres Inhaltsverzeichnis (zum Beispiel ein Register nach den Liedanfängen, das mich sofort an alle Stellen führt, an denen das Lied erwähnt, erklärt oder für einen bestimmten Zusammenhang empfohlen wird)

– evtl. auch einen Erfahrungsbericht aus einem Gospelchor, der kurz darstellt, wie er es wirklich gemacht und durchgeführt hat (es gibt zwar schon viele Andeutungen von Möglichkeiten – „Man könnte auf einem Wochenende, man könnte eine solchen Gottesdienst …usw.) aber gerade deshalb wäre ein möglichst konkreter, aber trotzdem nicht allzu langer Beispiel-Bericht eine sinnvolle Anregung (wobei solche Berichte natürlich auch auf der Internetseite Gospeltalk.de sinnvoll sind. Aber ein Beispiel im Buch wäre m.E. nicht verkehrt).

Die Idee, das Projekt „gottesdienstlich“ zu verankern, finde ich interessant. Hier könnte man aber sicher noch viel weiter denken. Insgesamt scheint mir bei den Autoren doch der klassische Glaubenskurs als Ausgangspunkt (von dem man sich dann auch sehr sinnvoll unterscheidet) im Hintergrund zu stehen. Das Thema Gospel und Gottesdienst ist auf alle Fälle noch einmal eine eigene Behandlung, z.B. ein eigenes Buch wert. Das oben bereits angeregte Liedregister wäre jedoch schon mal eine Hilfe, das Buch auch über das Projekt hinaus, zum Beispiel für Gospel-Liedpredigten, zu benutzen.

Im Buch erzählt eine „Intro-Autorin“, auf ihrer Hochzeitskarte habe der Satz gestanden „Wenn du etwas erleben willst, was du noch nie erlebt hast, dann tu etwas, was du noch nie getan hast“ – das kann auch eine gute Aufforderung sein, einmal dieses Projekt, einen „GospelTalk -Kursus“, durchzuführen …

Hier ist die Fortsetzung der Zitate-Reihe zum Karl-Barth- und Coca-Cola Jahr (2011: 125 Jahre …):

„Wir fassen das Besondere, das Gott vom Menschen … haben will, zunächst ins Auge unter dem Begriff des dem Menschen gebotenen Feiertages …: Gott beansprucht nicht die ganze, sondern, weil die ganze, darum auch eine besondere Zeit – nicht nur das ganze, sondern, weil das ganze, darum auch ein besonderes Tun des Menschen. …

„Gedenke des Sabbath-Tages, daß du ihn heilig haltest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun; aber der siebente Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott geweiht …“ (Ex.20,8-11) …

(Der Feiertag) gehört in besonderer Weise Gott und nicht dem Menschen, und eben dies soll der Mensch in der Weise akzeptieren, daß er ihn nicht für sich in Anspruch nimmt. Das Tun des Menschen an diesem Tag soll zwar kein Nichtstun, wohl aber im Verhältnis zu dem, was er anden anderen Tagen tut, ein Nicht-tun sein. Er soll in seiner Arbeit – nicht etwa um seinet- sondern um Gottes willen, aber gerade so zu seinem eigenen Heil – innehalten, um dann erst, am nächsten Tag, seine Arbeit wieder aufzunehmen. Er soll an diesem Tag zur Ehre Gottes feiern, sich freuen, frei sein. In dieser Feier, Freude und Freiheit wird er gehorsam sein. Sich ihr unter irgend einem Vorwand zu entziehen, wäre Ungehorsam. Das sagt das Gebot des Feiertages“

(Kirchliche Dogmatik Bd. III,4 S. 53f.)

Mit dem Nachdenken über das Sabbatgebot beginnt Karl Barth sein ethisches Nachdenken überhaupt. Er behandelt also die Unterbrechung der Arbeit, bevor er überhaupt von der Arbeit spricht. Die naheliegende Frage „Kann man den Feiertag verstehen, bevor man den Werktag verstanden hat?“ kehrt er um: „Kann man den Werktag, den Tag der Arbeit in seiner Beziehung zum Mitmenschen, kann man irgendeines seiner Gebote verstehen, bevor man den Feiertag verstanden hat?“ Schließlich wird deutlich, dass diese zunächst ungewohnte Reihenfolge mit seiner Umkehrung der klassischen Reihenfolge von Gesetz und Evangelium zur Formulierung „Evangelium und Gesetz“ zusammenhängt: „Kann man das Gesetz hören, bevor man das Evangelium gehört hat?“ (a.a.O. S. 55).

Schon das ganze Jahr lang gratuliere ich  als eingefleischter Lutheraner dem (mit Coca Cola und dem Automobil gleichalten) reformierten Karl Barth zum 125. Geburtstag. (guckst Du z.B. hier: https://kraftwort.wordpress.com/2011/05/10/zitat-des-monats-karl-barth-uber-mozart/ oder klickst in der Stichwortwolke auf Karl Barth)

Heute ist nun ein Glückwunsch an einen römisch-katholischen Theologen fällig – einen anderen Karl, der 50 Jahre jünger ist: Kardinal Karl Lehmann, langjähriger Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz, feiert heute seinen 75. Geburtstag. Er verbindet für mich vorbildlich Nüchternheit und Leidenschaft mit ökumenischer Offenheit und einem gleichwohl  selbstverständlichen Verwurzeltsein im römischen Katholizismus – also: Herzliche Glück- und Segenswünsche! – Und schließlich will ich ihn auch mit einem Zitat aus dem Jahr 2002 selbst zu Wort kommen lassen, mit Worten, die sowohl zur Nüchternheit als auch zur Begeisterung einladen und die deshalb für ihn typisch sind und mir gut gefallen:

Eintreten für den Frieden ist eine harte Sache. Der Friede ist nicht irgendein Werbeartikel, mit dem man sich jederzeit anbiedern kann. Dafür ist er zu empfindlich, denn er hat mit moralischer Herausforderung zu tun. Die Bedrohung der Versöhnung geht dabei von allen aus; sie wohnt im eigenen Herzen. Man darf nicht nur auf den anderen, den „Feind“ zeigen. Darum ist auch die Angst des anderen verständlich. Das Evangelium vom Frieden braucht die mühsame, stets durch ein kaum zu durchdringendes Dickicht von Interessen begleitete und so immer umstrittene Durchsetzung in den widerborstigen Strukturen der Welt. Darum kann die Versöhnung in den weltweiten Zusammenhängen unseres Lebens nicht gelingen ohne das mühsame, oft auch zweideutige Handwerk der Politik. So gehört auch das Angewiesensein auf begrenzte Mittel zum Kreuz der Wirklichkeit. …

Man könnte vor lauter Nüchternheit und Realismus den Mut zum Frieden und zur Versöhnung verlieren. Christliche Hoffnung zeichnet sich aber dadurch aus, dass sie Hoffnung gegen alle Hoffnungslosigkeit ist und bleibt. Darum darf sie sich bei allem Wissen über ihre Misserfolge nicht die Flügel der Begeisterung stutzen lassen! …

(Karl Kardinal Lehmann in: Mut zum Umdenken Freiburg 2002, S. 52 und 53)

Steffen: Warum ich mich konfirmieren lasse? Ganz einfach: weil es da tolle Geschenke gibt – vor allem ‘ne Menge Kohle wird wohl dabei rausspringen …

Gabi: Also, Steffen, ehrlich gesagt, ich find das doof: Nur wegen der Geschenke brauchst du dich doch nicht konfirmieren zu lassen, die könntest Du doch auch zum 14. Geburtstag kriegen. Konfirmation hat doch etwas mit dem Glauben zu tun. Ich jedenfalls möchte meinen Glauben bekennen.

Timo: Find ich gut, dass du das so sagen kannst, Gabi. Aber ich habe da noch meine Zweifel, ob ich das wirklich kann. Ob ich einen richtigen Glauben habe, weiß ich gar nicht. Aber Konfer hat mir Spaß gemacht und es war auch interessant. Und weil ich mich an meine Taufe nicht erinnern kann, finde ich das gut, dass die Taufe „befestigt“ wird, so hat es unsere Pastorin doch neulich ausgedrückt, oder?

Petra: Ja, Konfirmation heißt „Befestigung“. Mir fällt noch etwas ganz anderes ein: Meine Kusine hat doch letztes Jahr geheiratet und in ein paar Wochen kommt das Baby. Da hat sie mich neulich gefragt, ob ich Patentante werden möchte. Fand ich toll, aber erst dachte ich, das geht gar nicht.

Steffen: Was hat das denn mit der Konfirmation zu tun?

Petra. Ja, pass mal auf, meine Kusine sagt. nach meiner Konfirmation kann ich ein Patenamt übernehmen. Ich hab die Pastorin gefragt und das stimmt. Ich hab mir schon vorgenommen, dass ich von meinem Konfirmationsgeld eine Kinderbibel kaufe, die bekommt mein Patenkind dann schon zur Taufe.

Timo: Warum denn das? Ich denke, Paten sind dafür da, für das Kind zu sorgen, wenn den Eltern mal was passiert oder so.

Gabi: So’n Quatsch, die Paten sollen dem Kind etwas von Gott erzählen, ihm das Vaterunser beibringen und so.

Petra: „Quatsch“ ist das, was Timo sagt, nicht gerade, aber du hast recht: Die Paten versprechen bei der Taufe, dass die den Eltern helfen, das Kind christlich zu erziehen. Und soweit ich das kann, will ich das auch – über den Glauben habe ich ja jetzt im Unterricht einiges gelernt und weil es um den Glauben geht, schenke ich auch die Kinderbibel zur Taufe

Timo: Schade, bei meinen Paten habe ich nix davon gemerkt, dass die etwas mit meiner Taufe und der Kirche zu tun haben. Da gab’s immer einen Geldschein zu Weihnachten und zum Geburtstag und das war’s.

Gabi: Sag mal, Sabine, du bist die ganze Zeit so still. Warum willst du konfirmiert werden?

Sabine: Hm. So genau weiß ich das gar nicht. Aber meine Oma sagt immer: „Bald wirst du eingesegnet“ Ich glaube, das mit dem Segen finde ich wichtig.

Steffen: Wie meinst du das?

Sabine: Ihr wisst doch, dass mein großer Bruder kurz nach seinem 18. Geburtstag mit dem Auto ums Leben gekommen ist. Seitdem denke ich so oft: Es kann so viel passieren. Das Leben ist so gefährlich. Und dann finde ich das tröstlich, wenn ich weiß: Gott ist immer bei mir, er beschützt mich.

Petra: Komisch, dass gerade du das sagst. Deinen Bruder hat er doch anscheinend nicht beschützt!

Steffen: Vielleicht meint Sabine das so: Ich kann doch wenigstens drum bitten, dass Gott mich behütet, und dass er mir auch hilft, dass ich selber aufpasse, so gut es geht.

Sabine: Ja, so ähnlich mein ich das. Und auch so, dass Gott dann immer noch da ist, wenn es mir schlecht geht. Erinnert Ihr Euch an den Film von der Frau im Rollstuhl, den wir im Konfer gesehen haben? Wie die trotzdem an Gott geglaubt hat und noch fröhlicher war als viele andere Menschen? Das hat auch was mit Segen zu tun, glaube ich.

Steffen: Das versteh ich sehr gut. Ich hab das vorhin mit der Geschenken und der Kohle bisschen flapsig gesagt. Ich finde, die Geschenke drücken doch auch aus, dass der Konfirmand wichtig ist. Ich will ganz gern mal im Mittelpunkt stehen und spüren, dass andere mich gut finden. Als meine Schwester konfirmiert wurde voriges Jahr, da war ich jedenfalls ganz neidisch. Und ohne Kirche wär’s doch nicht dasselbe, auch wenn es Geschenke gäbe. Bei meiner Schwester hat der Pfarrer in der Konfirmationspredigt gesagt: „Jeder von euch ist für Gott ganz wichtig“ Das ist mit dem Segen wohl auch gemeint.

Sabine: Genau. So wie in dem Lied, das wir im Konfer immer gesungen haben: „Du bist du, das ist der Clou“

Gabi: Trotzdem: Ich finde, es muss sich nicht jeder konfirmieren lassen. Wer überhaupt nicht an Gott glaubt, soll’s doch lieber sein lassen. Ich hab mir übrigens meinen Konfirmationsspruch schon ausgesucht. Ihr auch?

Timo: Ja, ich hab schon eine Idee. Aber sag du erst mal deinen!

Gabi: Hoffentlich hast du nicht denselben! Meiner heißt: „Ich schäme mich des Evangeliums von Jesus Christus nicht, denn es ist eine Kraft Gottes für alle, die daran glauben“ – Römer 1, Vers 16

Steffen: Wow! Die schlaue, fromme Gabi – ein Spruch mit Genitiv und Bibelstelle! – Timo, du bist dran!

Timo: Wo mein Spruch steht, weiß ich nicht, aber er kommt immer im Taufgottesdienst vor: „Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein“

Petra: Ich weiß meinen noch nicht so genau. Aber gesucht habe ich schon. Irgendetwas mit Nächstenliebe oder Verantwortung müsste es sein. Mein Patenonkel hat mir vorgeschlagen „Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.“  Passt zwar schon, klingt mir aber ein bisschen zu altmodisch, vor allem das mit dem „Dienen“. Vielleicht soltle ich ihn mal in einer neuen Übersetzung nachschlagen. Oder ganz einfach „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“

Steffen: Ich nehme „Bleibe fromm und halte dich recht, denn einem solchen wird es zuletzt gut gehen“ Hatte mein Vater auch schon.

Sabine: Ich hab zwei verschiedene gefunden und kann mich nicht richtig entscheiden. Bei Jens‘ Beerdigung fand ich einen Satz schön von Paulus: „Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“

Timo: Aber ist das nicht komisch, immer auch an diese Beerdigung zu denken, wenn du dich an die Konfirmation erinnerst?

Sabine: Deswegen weiß ich ja auch nicht so genau. In der Bibel habe ich bei den Psalmen neulich etwas gefunden, vielleicht nehme ich das. Der Spruch heißt ganz einfach: „Der Herr denkt an uns uns und segnet uns.“ Ginge doch auch, oder?

P.S. Mehr zum Thema Konfirmation in diesem Blog: https://kraftwort.wordpress.com/2010/04/22/zufriedenheit-gesundheit-glaube-und-gluck-was-konfirmandeneltern-ihren-kindern-wunschen/

Und geeignete Konfirmationssprüche sind hier zu finden:

https://kraftwort.wordpress.com/2010/05/20/eine-auswahl-an-schonen-bibelspruchen-zum-beispiel-zur-taufe-zur-konfirmation-oder-zur-trauung/

Ein gutes Anspiel zur Frage: „Kirche und Konfer wozu“ gibt es hier: https://gospelimpuls.wordpress.com/2014/09/15/kirche-und-konfer-wozu-ein-dialog/

„In dieser Welt habt ihr Angst“, hat Christus gesagt, „seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Ich spüre, sehe und höre, merke so wenig davon, dass die Christen die Welt überwunden, von der Angst befreit hätten, von der Angst im Wirtschaftsdschungel, wo die Bestien lauern, von der Angst der Juden, der Angst der Neger, der Angst der Kinder, der Kranken. Eine christliche Welt müsste eine Welt ohne Angst sein, und unsere Welt ist nicht christlich, solange die Angst nicht geringer wird, sondern wächst, nicht die Angst vor dem Tode, sondern die Angst vor dem Leben und den Menschen, vor den Mächten und Umständen, Angst vor dem Hunger und der Folter, Angst vor dem Krieg …

Ich überlasse es jedem einzelnen sich den Alptraum einer heidnischen Welt vorzustellen oder eine Welt, in der Gottlosigkeit konsequent praktiziert würde: den Menschen in die Hände des Menschen fallen zu lassen.

Nirgendwo im Evangelium finde ich eine Rechtfertigung für Unterdrückung, Mord, Gewalt.

Ein Christ, der sich ihrer schuldig macht, ist schuldig.

Unter Christen ist Barmherzigkeit wenigstens möglich, hin und wieder gibt es sie: Christen, und wo einer auftritt, gerät die Welt in Staunen. 800 Millionen Menschen auf dieser Welt haben die Möglichkeit, die Welt in Erstaunen zu setzen. Vielleicht machen einige von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Selbst die allerschlechteste christliche Welt würde ich der besten heidnischen vorziehen, weil es in einer christlichen Welt Raum gibt für die, denen keine heidnische Welt je Raum gab: für Krüppel und Kranke, Alte und Schwache, und mehr noch als Raum gab es für sie: Liebe für die die der heidnischen wie der gottlosen Welt nutzlos erschienen und erscheinen…

Ich glaube an Christus, und ich glaube, dass 800 Millionen Christen auf dieser Erde das Antlitz dieser Erde verändern können. Und ich empfehle es der Nachdenklichkeit und Vorstellungskraft der Zeitgenossen, sich eine Welt vorzustellen, auf der es Christus nicht gegeben hätte. Ich glaube, dass eine Welt ohne Christus selbst die Atheisten zu Adventisten machen würde.

aus: H. Böll, Eine Welt ohne Christus, in: K. Deschner (Hrsg.) Was halten Sie vom Christentum?
P.S.: Wer das Thema noch etwas allgemeiner angehen will, dem / der sei folgender Beitrag empfohlen:
 
 

 

Die Gospelbewegung boomt. Häufig ist der Satz zu hören, „Gospel heißt auf deutsch Evangelium“. Das ist natürlich schon deshalb Unsinn, weil „Evangelium“ gar kein deutsches, sondern ein griechisches Wort ist. Das Wort Gospel stammt vom altenglischen „Gode spell“, was soviel wie „Gutes Kraftwort“ bedeutet. Und genau darum geht es auch in der Gospelmusik: Dass das Wort Gottes nicht nur Information über Sachverhalte ist, die außerhalb dieses Wortes liegen, sondern, dass es ein wirkendes, kraftvolles Wort ist, das Menschen die Erfahrung der Nähe Gottes machen lässt und ihr Leben verändert.

P.S.: Damit ist die Gospelmusik auch besonders nahe am biblischen, vor allem hebräischen Denken und Sprachverständnis. Wer dazu mehr wissen will, findet das hier: https://kraftwort.wordpress.com/2009/06/04/dabar-und-logos/

Ähnliche Gedanken, etwas ausführlicher als hier finden sich übrigens in dem Buch „GOSPEL-IM-PULS“, das ich hier besprochen habe: https://kraftwort.wordpress.com/2012/12/02/liederbuch-des-monats-gospelimpuls (Blog zum Buch: http://gospelimpuls.wordpress.com)