Heute wurde Frank-Walter Steinmeier, bekennender evangelisch-reformierter Christ, zum Bundespräsidenten gewählt. In der Bundesversammlung wurden gleich zwei gute Reden gehalten. Die erste vom Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (Bekennender römisch-katholischer Christ), die zweite vom „elected president“ Steinmeier. Peinlichkeit – leider nicht am Rande sondern in der ersten Reihe: Als Lammert sich gegen nationale Egoismen ausspricht („Wer sagt ‚Wir zuerst‘ darf sich nicht wundern, wenn es andere ihm gleich tun mit den fatalen Folgen …“), gibt es standing ovations und minutenlangen Applaus von fast der ganzen Versammlung. Wer hat nicht applaudiert? Alexander Gauland und andere AfD-Delegierte, natürlich. Aber peinlicherweise hat auch Horst Seehofer diesem wichtigen Satz seine Anerkennung durch Applaus verweigert. Soll das etwa schon ein Koalitionsangebot sein? Wehret den Anfänge(r)n!

 

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Ein lesenswerter „Stern“-Artikel über einen Besuch von Frank-Walter-.Steinmeier in Tunesien. Dort hat er sich zu seinem christlichen Glauben bekannt und gleichzeitig aus dem Koran zitiert

http://www.stern.de/politik/ausland/frank-walter-steinmeier-bekennt-sich-in-tunis-zum-christentum-2168557.html

Ich zitiere die letzten Sätze des Artikels:

Es ist so etwas wie die Menschheitsfrage dieser Tage: Verträgt sich die Demokratie mit der Religion? Steinmeier verbreitet Zuversicht: „Ich persönlich glaube, dass Religion sich mit dem Alltag der Demokratie nicht nur vertragen, sondern dass sie ihn sogar fördern kann.“

Es ist ja eher selten, dass ich unseren Politikern recht gebe – aber hier hat Steinmeier etwas Gutes und Wichtiges gesagt.

Wer etwas mehr dazu lesen möchte, dem empfehle ich die immer nch aktuelle Demokratie-Denkschrift der EKD von 1985: http://ekd.de/download/evangelische_kirche_und_freiheitliche_demokratie_1985.pdf