Peter Strucks bedeutendes Wort als Politiker war m.E. nicht das von der Freiheit, die am Hindukusch verteidigt wird. Sondern: Als er nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center von der Trauer der Amerikaner sprach, sagte er: „Heute sind wir alle Amerikaner“ – ein Pendant zu Kennedys „Ich bin ein Berliner“ – nur weiser und bescheidener, weil er wusste, dass wir nicht auf Dauer Amerikaner bleiben würden und es zB nach Newtown in der Frage eines „Grundrechts auf Waffenbesitz“ auch gar nicht sein können. Aber damals waren wir alle Amerikaner, das hat er richtig gesagt.

Noch bedeutender aber ist es vielleicht, dass Peter Struck sich bisweilen auch zum Glauben geäußert hat – zum Beispiel so:

Unter der Überschrift „Eine große Geborgenheit in Gott“ schreibt er zum 23. Psalm:  „Das tiefe Vertrauen, das hier zum Ausdruck kommt, ist für mich beeindruckend. Die Verse zeugen von einer großen Geborgenheit in Gott. Neudeutsch würden wir sagen: Die Seele in Gott baumeln lassen. Ich glaube, nur wenige Menschen können diesen Zustand des absoluten Sich-Verlassens auf den Hirten erreichen. Einer von ihnen ist … Franz von Assisi gewesen. Er hat diesen Psalm gelebt. Bewunderns- und beneidenswert.“

Aus: K. Jüsten, S. Reimers (Hg) Suchet der Stadt Bestes – die neue Politikerbibel Kiel 2006 S. 19

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Eine Erzählung aus der Legende des Hl. Franz – passend zu Jesu Auftrag aus Markus 16,15: „Predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung“

Auf seinem Wege durchs Spoleto-Tal kam Franz zu einem kleinen Ort in der Nähe von Bevagna. Da hatte sich eine große Schar von Vögeln aller Art versammelt: Tauben, kleine Krähen, Dohlen.

Als Franz sie erblickte, ließ er seine Gefährten zurück und lief zu ihnen hin. Hatte er doch ein überschäumendes Herz voller Liebe auch zu den vernunftlosen Geschöpfen. Als er ihnen nahe war, rief er ihnen seinen gewohnten Gruß zu – „Friede sei mit euch“

Wie staunte er, dass sie nicht auf und davon flogen! Er war außer sich vor Freude und bat sie demütig, Gottes Wort anzuhören. Und er sagte ihnen: „Meine Brüder Vögel, wie müsst ihr euren Schöpfer loben, der euch Federn als Gewand, Fittiche zum Fliegen und alles gegeben hat, was ihr braucht. Wie hat er euch unter allen Geshcöpfen erhöht und in der reinen Luft euch den Lebensbereich geschaffen! Weder sät noch erntet ihr und doch schützt er euch und lenkt euch, ohne dass ihr euch um etwas zu kümmern braucht.“

Da fingen die Vögel zu jubeln an – er und die anderen Brüder haben es selbst erzählt: sie streckten die Hälse, breiteten die Flügel aus und blickten zu ihm hin. Und er ging mitten unter ihnen auf und ab, wobei seine Kutte ihnen Kopf und Flügel streifte. Zum Schluss segnete er sie noch, machte das Zeichen des Kreuzes über sie und erlaubte ihnen weiterzufliegen. Er selbst aber zog mit seinen Gefährten voller Freude weiter und dankte Gott, den alle Geschöpfe demütig lobpreisend verehren.