Bevor wir Deutschland in zwei Tagen zur „Silbernen Deutschen Einheit“ gratulieren, muss auch an das „Goldene“, sprich fünfzigjährige Jubiläum der „Ostdenkschrift“ erinnert werden. Am 1. Oktober 1965 erschien die Schrift des Rates der EKD mit dem Titel „Die Lage der Vertriebenen und das Verhältnis des deutschen Volkes zu seinen östlichen Nachbarn“ – der maßgebliche Impuls für die spätere Entspannungspolitik und damit letztlich der Start eines Prozesses, der dann 25 Jahre später die deutsche Einheit überhaupt erst möglich machte. Für mich frappierend, dass zwischen 1965 und 1990 auch „nur 25 Jahre“ liegen, genauso wie zwischen dem Vollzug der staatlichen Einheit im Jahr 1990 und heute …

Mehr zum Ostdenkschrift-Jubiläum gibt es hier:

http://www.ekd.de/presse/pm161_2015_50jahre_ostdenkschrift.html

Schon das ganze Jahr lang gratuliere ich  als eingefleischter Lutheraner dem (mit Coca Cola und dem Automobil gleichalten) reformierten Karl Barth zum 125. Geburtstag. (guckst Du z.B. hier: https://kraftwort.wordpress.com/2011/05/10/zitat-des-monats-karl-barth-uber-mozart/ oder klickst in der Stichwortwolke auf Karl Barth)

Heute ist nun ein Glückwunsch an einen römisch-katholischen Theologen fällig – einen anderen Karl, der 50 Jahre jünger ist: Kardinal Karl Lehmann, langjähriger Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz, feiert heute seinen 75. Geburtstag. Er verbindet für mich vorbildlich Nüchternheit und Leidenschaft mit ökumenischer Offenheit und einem gleichwohl  selbstverständlichen Verwurzeltsein im römischen Katholizismus – also: Herzliche Glück- und Segenswünsche! – Und schließlich will ich ihn auch mit einem Zitat aus dem Jahr 2002 selbst zu Wort kommen lassen, mit Worten, die sowohl zur Nüchternheit als auch zur Begeisterung einladen und die deshalb für ihn typisch sind und mir gut gefallen:

Eintreten für den Frieden ist eine harte Sache. Der Friede ist nicht irgendein Werbeartikel, mit dem man sich jederzeit anbiedern kann. Dafür ist er zu empfindlich, denn er hat mit moralischer Herausforderung zu tun. Die Bedrohung der Versöhnung geht dabei von allen aus; sie wohnt im eigenen Herzen. Man darf nicht nur auf den anderen, den „Feind“ zeigen. Darum ist auch die Angst des anderen verständlich. Das Evangelium vom Frieden braucht die mühsame, stets durch ein kaum zu durchdringendes Dickicht von Interessen begleitete und so immer umstrittene Durchsetzung in den widerborstigen Strukturen der Welt. Darum kann die Versöhnung in den weltweiten Zusammenhängen unseres Lebens nicht gelingen ohne das mühsame, oft auch zweideutige Handwerk der Politik. So gehört auch das Angewiesensein auf begrenzte Mittel zum Kreuz der Wirklichkeit. …

Man könnte vor lauter Nüchternheit und Realismus den Mut zum Frieden und zur Versöhnung verlieren. Christliche Hoffnung zeichnet sich aber dadurch aus, dass sie Hoffnung gegen alle Hoffnungslosigkeit ist und bleibt. Darum darf sie sich bei allem Wissen über ihre Misserfolge nicht die Flügel der Begeisterung stutzen lassen! …

(Karl Kardinal Lehmann in: Mut zum Umdenken Freiburg 2002, S. 52 und 53)

Jesaja 19,19-23:

Zu der Zeit wird für den HERRN ein Altar mitten in Ägyptenland sein und ein Steinmal für den HERRN an seiner Grenze; das wird ein Zeichen und Zeugnis sein für den HERRN Zebaoth in Ägyptenland. Wenn sie zum HERRN schreien vor den Bedrängern, so wird er ihnen einen Retter senden; der wird ihre Sache führen und sie erretten. Denn der HERR wird den Ägyptern bekannt werden, und die Ägypter werden den HERRN erkennen zu der Zeit und werden ihm dienen mit Schlachtopfern und Speisopfern und werden dem HERRN Gelübde tun und sie halten. Und der HERR wird die Ägypter schlagen und heilen; und sie werden sich bekehren zum HERRN, und er wird sich erbitten lassen und sie heilen. Zu der Zeit wird eine Straße sein von Ägypten nach Assyrien, dass die Assyrer nach Ägypten und die Ägypter nach Assyrien kommen und die Ägypter samt den Assyrern Gott dienen. Zu der Zeit wird Israel der Dritte sein mit den Ägyptern und Assyrern, ein Segen mitten auf Erden; denn der HERR Zebaoth wird sie segnen und sprechen: Gesegnet bist du, Ägypten, mein Volk, und du, Assur, meiner Hände Werk, und du, Israel, mein Erbe!

Was mir diese Worte in diesen Tagen bedeuten:

Ägypten war für die Israeliten in biblischer Zeit das Land ihrer Unterdrückung, aus dem sie durch Mose befreit und herausgeführt wurden. Dennoch wird von Ägypten in der hebräischen Bibel aufs Ganze gesehen erstaunlich positiv gesprochen – bis hin zu dieser Verheißung, dass eines Tages Ägypten, Israel und Assyrien (Irak) gemeinsam ein Segen für die Erde sein werden …

Ich glaube, Gott liebt Ägypten. Das sollten wir auch tun,  für einen friedlichen Ausgang der dortigen Revolution beten und auch unsere Politiker dazu drängen, sich konsequent auf die Seite der protestierenden Bevölkerung zu stellen. Das taktisch scheinbar so kluge Unterstützen von Diktatoren hat sich letztlich noch nie ausgezahlt. Beim Schah ist es sogar im Endergebnis ganz fürchterlich schief gegangen, auch Saddam Hussein war lange ein Freund des Westens, und, solange es die Sowjetunion noch gab, unterstützte man aus dem Westen auch gerne die Taliban … Die „westlichen Werte“ kann man nur dadurch verteidigen, dass man sich dran hält.

Zurück zum Bibeltext: Ich bin weit davon entfernt zu behaupten, dass sich diese Verheißung aus Jesaja 19 nun gerade heute erfüllt oder in naher Zukunft erfüllen muss – die Worte der biblischen Propheten verstehe ich ohnehin nicht einfach als „vorweggenommene Geschichtsschreibung“, wie es vielleicht in biblizistischen Kreisen üblich ist.

Aber dass Propheten Mut machen, auch das scheinbar Unmögliche für möglich zu halten – das, finde ich, gilt auch heute.

Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.

Adventsgebet

 

Guter Gott, wir danken dir für die Stunden der Freude in dieser adventlichen Zeit.

Für die Stunden, in denen wir zu uns selbst finden und zu dir.

Segne alle Begegnungen und alle Gemeinschaft in diesen Tagen – in Adventsfeiern und Gottesdiensten, bei Familienbesuchen und beim zufälligen Wiedersehen mitten im Stress

Lass niemanden einsam sein und hilf auch uns, dass wir niemanden übersehen.

Die Zeit, die dahineilt in emsigen Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest, wandle du, so dass wir das rechte Maß finden zwischen Vorbereitung und Besinnung.

Guter Gott, du bist als helles Licht in die Finsternis dieser Welt gekommen.

Alle unsere Not hast du geteilt.

So komm nun auch in unsere Tage und suche uns auf, wo wir im Dunkeln tappen.

Wende Schaden von uns ab.

Erhalte diese Erde und ihre Menschen in Frieden.

Mache du unser Leben hell.

Erleuchte uns den Weg durch die Liebe Jesu Christi

und mache auch uns bereit, dein frohmachendes Licht zu denen zu tragen, die es brauchen.

Amen.

Noch etwas Schönes für die Adventszeit: Das Lied „Maria durch ein Dornwald ging“ mit fünf (!) Textstrophen, im dreistimmigen Satz und verbunden mit einem passenden meditativen Gebetstext gibt es hier: https://gospelimpuls.wordpress.com/2014/11/26/fur-advent-und-weihnachten/

Gott sagt: Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein! 1. Mose 12,2

Gott spricht: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht! Josua 1,5

Fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben! Psalm 5,9

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Psalm 23,1

Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Psalm 27,1

Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen Psalm 37,5

Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den Herrn, dass ich verkündige all sein Tun. Psalm 73,28

Gott der Herr ist Sonne und Schild, der Herr gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. Psalm 84,12

Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit: erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte. Psalm 86,11

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! Psalm 103,2

Der Herr denkt an uns und segnet uns. Psalm 115,12

Ich bin dein, Herr; hilf mir! Psalm 119,94

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege Psalm 119,105

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Psalm 139,5

Der Herr richtet auf, die niedergeschlagen sind. Psalm 146,8

Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Psalm 143,10 

Ein jegliches hat seine Zeit – weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit, klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit. Pred.3,4

So spricht der Herr, der dich erschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jesaja 43,1

Du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des Herrn Mund nennen wird. Und du wirst sein eine schöne Krone in der Hand des Herrn und ein königlicher Reif in der Hand deines Gottes. Jesaja 62,2.3

Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen! Matthäus 5,8

Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen! Matthäus 5,9

Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind. Lukas 10,20

Christus spricht: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Johannes 16,33

Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben. Römer 1,16

Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 2.Korinther 3,17

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. 2.Korinther 5,17

Seht, welche eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch! 1. Johannes 3,1

Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 1. Johannes 4,16

P.S. Wenn Du für jeden Tag einen Bibelvers lesen möchtest, hier ein Linktipp: www.losungen.de

Nichts gefunden?
Dann klappt es vielleicht HIER Diese Sammlung von 20 schönen Bibelsprüchen enthält vor allem Verheißungen und Zusagen aus der Bibel.
Oder: Bei bibleserver.com einen Suchbegriff (zB „Freude“ oder „Liebe“) eingeben – und schon erscheinen alle Bibelstellen, in denen das Wort vorkommt. Die Suche kann auch auf Teile der Bibel (zB das Neue Testament oder die Psalmen) eingegrenzt werden.
Speziell für Taufsprüche – mit einer Anleitung, um den richtigen Vers zu finden und mit Erläuterungen: http://www.taufspruch.de
(Die an dieser Stelle früher verlinkte ausführliche thematisch sortierte Spruchsammlung einer Kirchengemeinde ist auf deren Seite leider nicht mehr verfügbar)

 

 

Ostern heißt: Jesus

liegt nicht mehr im Grab

Er lebt, darum legt

alle Traurigkeit ab

Ostern heißt: Hoffnung,

Gott schenkt neues Leben,

 Ostern heißt lieben

und einander vergeben.

Ostern heißt Frieden;

das Herz wird so leicht,

heißt Teilen von Liebe,

die alle erreicht.

(Anonymus / Maria Sassin)