In Liebe nehmen wir Abschied von Edwin Hawkins (*1943/8/16, †2018/1/15), Arrangeur und Dirigent des großartigen „Oh Happy Day„. Der sympathische Musiker hatte eine feste Bindung auch in die deutsche Chorszene und ist vielen in lebhafter Erinnerung. Nach einer größeren Solo-Tour zu Gast bei etlichen deutschen Chören 2015 kam er auch jetzt gerade wieder aus dem Schweizer und süddeutschen Raum nach Hause. Seine Schwester beschrieb ihn einmal als „Buzy Bee“, und das war er ganz sicher: Immer aktiv, ob er nun in der Welt unterwegs war oder mit seinem „Edwin Hawkins Music and Arts Seminar (EHMAS)“ die amerikanische Gospelszene vernetzte und förderte. Seinen liebevollen Blick für alle Chöre, die mit ihm sangen, wird niemand vergessen, der dabei war.
Nun singen die Engel unter seinem Dirigat.

geschrieben von Karsten Sievert , Mo. 15. Jan 2016:

(übernommen aus: http://www.gospelszene.de/news/4568-engel-singen-ab-heute-oh-happy-day/)

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Im Prinzip schätze ich die Arbeit der Evangelischen Akademien sehr. Tutzing, Bad Boll, Arnoldshain, Meißen, Wittenberg, Loccum – ihre Namen haben zu Recht über den Bereich der Kirche hinaus einen guten Klang. In manchen kirchlichen Erwachsenenbildungseinrichtungen war ich auch selbst schon als Referent oder Workshopleiter für Gospelmusik tätig – wirklich super, dass es die Evangelische Erwachsenenbildung und die Akademiearbeit gibt!

Aber ein Tagungsprogramm zum Thema „Kirche im ländlichen Raum“, das mir da gerade ins Netz gegangen ist, gab mir doch zu denken:

Zitat aus http://www.loccum.de/programm/p1065.html :

„Sonntag, 31. Oktober 2010
09:30 Uhr Berichte aus den Arbeitsgruppen vom Samstagnachmittag
11:00 Uhr Geordneter Rückzug – oder was sonst? (folgt Nennung der Referenten)

12:30 Uhr Ende der Tagung mit dem Mittagessen“

Der 31. Oktober ist Reformationstag. Und in diesem Jahr auch noch ein Sonntag. Vielerorts werden am Sonntagvormittag Gottesdienste gefeiert – an diesem Tag sicher Reformationsgottesdienste . Aber in einer angesehenen Evangelischen Akademie wird zur gleichen Zeit am Reformationstag kein Gottesdienst gefeiert, auch nicht wenigstens in Seminarform  über den Sinn und die Möglichkeiten von Reformation nachgedacht, sondern der „geordnete Rückzug“ der Kirche aus dem ländlichen Raum besprochen…  Was würde Martin Luther dazu sagen?

Die Gospelbewegung boomt. Häufig ist der Satz zu hören, „Gospel heißt auf deutsch Evangelium“. Das ist natürlich schon deshalb Unsinn, weil „Evangelium“ gar kein deutsches, sondern ein griechisches Wort ist. Das Wort Gospel stammt vom altenglischen „Gode spell“, was soviel wie „Gutes Kraftwort“ bedeutet. Und genau darum geht es auch in der Gospelmusik: Dass das Wort Gottes nicht nur Information über Sachverhalte ist, die außerhalb dieses Wortes liegen, sondern, dass es ein wirkendes, kraftvolles Wort ist, das Menschen die Erfahrung der Nähe Gottes machen lässt und ihr Leben verändert.

P.S.: Damit ist die Gospelmusik auch besonders nahe am biblischen, vor allem hebräischen Denken und Sprachverständnis. Wer dazu mehr wissen will, findet das hier: https://kraftwort.wordpress.com/2009/06/04/dabar-und-logos/

Ähnliche Gedanken, etwas ausführlicher als hier finden sich übrigens in dem Buch „GOSPEL-IM-PULS“, das ich hier besprochen habe: https://kraftwort.wordpress.com/2012/12/02/liederbuch-des-monats-gospelimpuls (Blog zum Buch: http://gospelimpuls.wordpress.com)