1.  Das neue Jahresprogramm des Michaeliskloster Hildesheim ist da. Meine Erfahrung: Auch vom Odenwald aus (oder noch weiter südlichen Gefilden!) lohnt sich dei Reise dorthin, nicht nur des guten Essens wegen … Mehr über dieses EKD-Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik findet man hier: http://michaeliskloster.de/ (leider ist dort das Jahresprogramm noch nicht als pdf verfügbar, aber man kann es sich – wie ich – per Post zuschicken lassen)
  2. In diesem Programm habe ich u.a. folgende Tagungen fürs kommende Jahr gefunden: Mi, 02.11.2016 – Fr, 04.11.2016 19:00 Uhr bis 13:00 Uhr
    1. Predigen im Gospelgottesdienst
      Gibt es spezifische Merkmale einer Gospelpredigt? Wenn ja, was sind sie, woran erkennt man sie? Wie ist die Predigt in den
      Gospelgottesdienst inhaltlich, aber auch energetisch eingebunden? Ist es sinnvoll, im Gospelgotteisdienst frei zu predigen? In welchem Verhältnis stehen Predigt und Musik zueinander. Erfordert eine Gospelpredigt mehr als das Wort?
    2. Fr, 18.11.2016  – So, 20.11.2016  16:30 Uhr bis 13:00 UhrSolo-Stimme in Gospel, Jazz und Pop Solistentraining (Bitte zwei Songs vorbereiten und in Noten mitbringen.)  Beide Tagungen finden statt im Michaeliskloster Hildesheim Hinter der Michaeliskirche 3-5 31134 Hildesheim
  3. GOSPELIMPULS, das Standardwerk zu Gospelgottesdiensten und Gospel in der Gemeindearbeit wird jetzt vom Gütersloher Verlagshaus zu einem reduzierten Preis angeboten: Es kostet jetzt nur noch 7,99 €! (früher 16,95 €). Zugreifen lohnt sich; denn nach Auskunft des Verlages ist eine Neuauflage zur Zeit nicht geplant. Infos vom Verlag: http://www.randomhouse.de/Paperback/GOSPELIMPULS/Wolfgang-M-Richter/e414914.rhd (Dieses Buch eines befreundeten Autors wurde übrigens hier bereits kurz vor Erscheinen besprochen – guckst Du hier: https://kraftwort.wordpress.com/2012/12/02/liederbuch-des-monats-gospelimpuls/)
  4. Gerade entdeckt: Auch das Buch „Gospeltalk – Chormitglieder sprechen über ihren Glauben“ von Hermann Brünjes (mit Beiträgen von Eva von der Heyde, Wolfgang Richter und etlichen anderen Gospel-Experten) wurde im Preis auf 7,99 € gesenkt. Guckst Du hier: http://www.randomhouse.de/Paperback/GospelTalk-Chormitglieder-sprechen-ueber-ihren-Glauben/Hermann-Bruenjes/e419567.rhd
Werbeanzeigen

Es ist kein Liederbuch und kann deshalb auch im Rahmen meiner Aktion zum Jahr der Kirchenmusik auch kein „Liederbuch des Monats“ werden. Aber es ist ein Buch, das viel mit Liedern zu tun hat und das man gut gemeinsam mit dem „Gospelliederbuch“ verwenden, das ich in meiner Reihe bereits vorgestellt habe (siehe https://kraftwort.wordpress.com/2012/06/29/oh-happy-day-und-etwas-in-mir-mein-gospelliederbuch-liederbuch-des-monats-juli-28/).

Ich spreche von einem Buch, das zum Sprechen über Lieder und damit zum Sprechen über den Glauben einlädt: „GospelTalk – Chormitglieder sprechen über ihren Glauben“, herausgegeben von Hermann Brünjes, unter Mitarbeit von Peter Hamburger, Lars-Uwe Kremer und Christine Tergau-Harms, erschienen im Gütersloher Verlagshaus.

Beim ersten Durchblättern kann man den Eindruck bekommen, das Buch sei chaotisch gegliedert. Da findet man auf Seite 59 Erläuterungen zum Lied „Amazing grace“, auf Seite 124 noch einmal und kurze Hinweise zum gleichen Lied auch noch einmal auf Seite 173. Deshalb lohnt es sich, das Buch erst einmal ganz ruhig von vorne an zu lesen, auch wenn man beim späteren Benutzen, evtl. sogar durchführen des vorgestellten Gospel-Talk-Projektes auch kreuz und quer benutzen muss und benutzen wird. Das Projekt selbst jedenfalls scheint mir interessant und lohnend zu sein „ein Glaubenskurs, der keiner ist“ heißt es auf Seite 13. Ein „Glaubenskurs“, der zwar (wie im letzten Teil deutlich wird) ganz klassisch die Themen des Glaubensbekenntnisses abhandeln soll (alternativ kann man sich auch am Gotetsdienstablauf orientieren), der aber auf einen „Star-Referenten“ verzichtet, sondern von Anfang an darauf abzielt, Menschen selbst über ihren Glauben (auch ihren unfertigen Glauben oder ihre Zweifel) sprechen zu lassen – spannend, wenn man weiß, dass Mitglieder von Gospelchören ja keineswegs immer Menschen sind, die im Glauben und in der Kirche zuhause sind. Nach der Untersuchung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD über die Gospelbewegung kommen sie oft gerade aus dem weitgehend unkirchlichen „Selbstverwirklichungsmilieu“ und damit aus der in anderen kirchlichen Gruppen unterrepräsentierten Generation des „Mittelalters“. Deshalb ist ein solches Projekt wie „GospelTalk“ besonders wichtig und besonders spannend.

Wer das Buch von vorne liest, dem erschließt sich auch die Gliederung des Buches, bei der zunächst das Projekt als Ganzes vorgestellt wird, dann die aus dem Gospelliederbuch vorgestellt werden (mit Übersetzung und Gesprächsanregungen). Dann gibt es Beispiele für einführende Liedandachten („Intros“) genannt, was manche Doppelungen erklärt. Und schließlich gibt es Anregungen für den konkreten Aufbau eines „Kurses“ inklusive ausführlicherer theologischer Anmerkungen zu den Themen (was die Vermutung nahelegt oder die Möglichkeit eröffnet, dass es doch sinnvoll sein kann, einen „Referenten“ oder „theologischen Profi“ an irgendeiner Stelle einzubeziehen …)

Zwei Wünsche habe ich für eine zweite Auflage des Buches (die ich dem Buch auf alle Fälle wünsche):

– ein besseres Inhaltsverzeichnis (zum Beispiel ein Register nach den Liedanfängen, das mich sofort an alle Stellen führt, an denen das Lied erwähnt, erklärt oder für einen bestimmten Zusammenhang empfohlen wird)

– evtl. auch einen Erfahrungsbericht aus einem Gospelchor, der kurz darstellt, wie er es wirklich gemacht und durchgeführt hat (es gibt zwar schon viele Andeutungen von Möglichkeiten – „Man könnte auf einem Wochenende, man könnte eine solchen Gottesdienst …usw.) aber gerade deshalb wäre ein möglichst konkreter, aber trotzdem nicht allzu langer Beispiel-Bericht eine sinnvolle Anregung (wobei solche Berichte natürlich auch auf der Internetseite Gospeltalk.de sinnvoll sind. Aber ein Beispiel im Buch wäre m.E. nicht verkehrt).

Die Idee, das Projekt „gottesdienstlich“ zu verankern, finde ich interessant. Hier könnte man aber sicher noch viel weiter denken. Insgesamt scheint mir bei den Autoren doch der klassische Glaubenskurs als Ausgangspunkt (von dem man sich dann auch sehr sinnvoll unterscheidet) im Hintergrund zu stehen. Das Thema Gospel und Gottesdienst ist auf alle Fälle noch einmal eine eigene Behandlung, z.B. ein eigenes Buch wert. Das oben bereits angeregte Liedregister wäre jedoch schon mal eine Hilfe, das Buch auch über das Projekt hinaus, zum Beispiel für Gospel-Liedpredigten, zu benutzen.

Im Buch erzählt eine „Intro-Autorin“, auf ihrer Hochzeitskarte habe der Satz gestanden „Wenn du etwas erleben willst, was du noch nie erlebt hast, dann tu etwas, was du noch nie getan hast“ – das kann auch eine gute Aufforderung sein, einmal dieses Projekt, einen „GospelTalk -Kursus“, durchzuführen …