Es ist das einzige Liederbuch, das in meiner ehemaligen Gemeinde sowohl vom Kirchenchor als auch vom Gospelchor benutzt wurde – deutsche Lieder mit teilweise durchaus anspruchsvollem Text, in Sätzen und teilweise mit Begleitungen, die auch Gospelchören entgegenkommen (auch wenn sie vergleichsweise konventionell sind – aber das sind viele Gospel- und Spiritualsätze in der Gospelchorliteratur auch). Beliebt bei Konfirmanden und Jugendlichen ist zum Beispiel „Jesus lebt, das Grab ist leer“ (das ist leider auf der dazu erhältlichen CD gar nicht drauf) Ansprechend vom Text her (der auf mittelalterliche Mystik zurückgeht) finde ich „Wirst du nicht wie ein Kind“. Und die Vertonung von Bonhoeffers „Von guten Mächten“ finde ich einen gelungenen Kompromiss für diejenigen, denen die Fietz-Melodie zu seicht und die EG-Melodie zu kompliziert oder zu „streng“ ist. Manche Lieder (wie das ursprünglich jüdische Lied zu Psalm 121 „Ich erhebe meine Augen“) haben von diesem Chorheft aus den Weg in weiter verbreitete Liederbücher gefunden (in diesem Fall „Feiert Jesus 2“) – andere hätten das zumindest verdient gehabt.

Die Anschaffung lohnt sich vor allem für Gospelchöre, die auch mal deutsch singen möchten und für Kirchenchöre, die nicht gleich zum Gospelchor mutieren, aber trotzdem mal was „Flottes“ singen möchten.

Hier die Daten: Hoffnung atmen – Das Chorliederbuch – 30 vierstimmige Chorsätze, teilweise mit Instrumentalbegleitung hg. von Gerhard Schnitter, Hänssler-Verlag Holzgerlingen, 5,95 € (!)

P.S. (Nachtrag im Dezember 2012): Das Buch scheint leider vergriffen zu sein. Aber vielleicht ist es ja noch gebraucht erhältlich. Als Ausgleich dafür, dass ich hier ein Liederbuich empfehle, das nicht mehr im Handel erhältlich ist, habe ich in diesem Monat (Dezember 2012) auch mal ein Buch empfohlen, das noch nicht zu kaufen ist – guckst Du hier: https://kraftwort.wordpress.com/2012/12/02/liederbuch-des-monats-gospelimpuls/

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Lange war das kirchliche Singen gespalten:
Auf der einen Seite gab es Gemeindehäuser, da stapelten sich die Liederbücher aus dem Hänssler-Verlag im Schrank („Jesu Name nie verklinget“ Bände 1 bis 6 – oder gab es noch mehr? und heute „Feiert Jesus“ 1-4 und „Feiert Jesus To Go“)
Andere brauchten weniger Platz – denn die Kirchentagsliederhefte sind gewöhnlich sehr viel dünner. Entweder „erwecklich-missionarisches“ Singen mit Fietz, Heizmann und Strauch und  (für Kinderlieder) Daniel Kallauch. Oder Baltruweit und Edelkötter mit Liedern, in denen zwar die Worte Gott und Jesus selten vorkommen, dafür aber gerne „Hoffnung“ und „Vertrauen“
Überschneidungen gab es in den verschiedenen Liederbüchern, wenn es hoch kam, gerade mal bei „Herr deine Liebe ist wie Gras und Ufer“ oder „Ins Wasser fällt ein Stein“.  Ansonsten musste man sich jahrzehntelang bei der Liederbuchauswahl entscheiden, ob man „Kleines Senfkorn Hoffnung“ oder „Meine Zeit steht in deinen Händen“ singen wollte. Inzwischen haben sich, Gott sei Dank, die Fronten etwas aufgeweicht.
Ein Liederbuch, das aus beiden Traditionssträngen das Beste enthält, und dazu auch noch ein paar Gesagbuchlieder, einige Gospels (Wo findet man schon Andrae Crouchs „I’m gonna keep on singing“?!!) und Spirituals sowie Taizegesänge, möchte ich als Liederbuch des Monats dieses Mal empfehlen: „Das Liederbuch – Lieder zwischen Himmel und Erde“ aus dem tvd-Verlag. 2009 bereits in der 4. Auflkage erschienen, insgesamt 460 Lieder, außerdem 38 Andachtsvorschläge, die man z.B. als Morgen- und Abendandachten auf Konfirmandenfreizeiten unverändert übernehmen kann (die deshalb auch gut von Teamern durchgeführt werden können).
Hier lohnt sich die Anschaffung auch in größerer Stückzahl – für Konfer und Jugendgruppe, evtl. sogar so, dass sie im Gottesdienst verwendet werden können. Die Kosten sind nicht unerheblich (17 € pro Stück) – aber es erspart einem auf Jahre hinaus eine Menge Liederzettel und lässt immer wieder neues entdecken – zum Beispiel die wunderbare „Moritat vom Nutzen der Seefahrt“ (zur Jona-Geschichte) oder das „Dino-Lied“, die man in kaum einem anderen Liederbuch bekommt und die sich beide als attraktiv für das Singen in Konfergruppen erwiesen haben.
Zu den positiven „Kleinigkeiten“ gehören auch die verschiedenen Inhaltsverzeichnisse – ein Verzeichnis der Texte, ein Verzeichnis der Lieder nach Kapiteln und, natürlich, alphabetisch nach Liedanfängen / Titeln, ein Inhaltsverzeichnis nach Stichworten und schließlich eines nach Bibelstellen. Und – auch nicht unwichtig, es ist vergleichsweise stabil. Wir benutzen es seit Jahren und natürlich werfen es Jugendliche auch mal durch den Raum – aber bis jetzt ist noch keines wirklich kaputtgegangen oder aus dem Leim geraten (Eselsohren gibt es natürlich zuhauf und wie bei allen guten Büchern auch schon einen gewissen Schwund …)