Johannes der Täufer aus pixabay

Der Johannistag (24. Juni) steht bevor. In Skandinavien ein großer Feiertag („Mittsommer“ bzw. „St. Hans“) – aber auch in Deutschland hat er Freunde und wird zumindest mancherorts gottesdienstlich begangen. Aber es gibt leider nur wenige Lieder, die das Wirken Gottes durch Jesu Vorläufer besingen – HIER allerdings ist eines zu finden, leicht zu lernen und ansprechend in Melodie und Text – „Der auf Jesus zeigt, der Täufer Johannes: er ruft uns zu: Ihr Menschen kehrt um“ lautet der Text der ersten Strophe. Achtung: In den abgedruckten Noten steht der Text der weiteren Strophen leider immer nur unter der ersten Zeile. Der jeweilige Text wird natürlich auch zu den folgenden Notenzeilen gesungen, der Text endet immer mit „Er ruft uns zu, ihr Menschen kehrt um“ Vom englischen Text wird nur eine Strophe („He will go ahead of the Lord“) mitgeteilt (vielleicht gibt es nur eine?)

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Ja, der Reformationstag 2017 war eine Supersache. Staatlicher Feiertag und brechend voller Gottesdienst. Und endlich mal gegen Halloween gewonnen, auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Kann man das wiederholen? Vermutlich nicht. Sollte man das zu wiederholen versuchen? Auch das meines Erachtens nicht – obwohl zumindest die norddeutschen Landeskirchen, wie es selbst bis in den Odenwald zu hören ist, genau das versuchen, nachdem die niedersächsische Landesregierung angeboten hat, irgend einen zusätzlichen Feiertag zu spendieren. Sofort bringen sich die Kirchenleitungen in Stellung und fordern den Reformationstag, ausgerechnet. Mir ist er – trotz der gelungenen Ausnahme 2017 – zu düster, zu traditionsbehaftet. Zu Zeiten Kaiser Wilhelms hat man ihn deutschnational gefeiert (Schrecklichstes Beispiel: 1917 wurde von allen Kanzeln verlesen:„Wie unsere Väter im Glauben sich des Heldenmuts der Reformatoren, so wollen auch wir der dahingerafften Blüte unserer Söhne und Brüder uns wert erzeigen und bekennen: Ein feste Burg ist unser Gott – das Reich muss uns doch bleiben!“ – Zitat findet sich HIER) . Heute ist mit diesem Tag immer die notwendige Distanzierung vom Antijudaismus des alten Luther verbunden (obwohl es der philosemitische junge Luther war, der die Thesen anschlug). All das macht es nicht leicht, aus dem 31. Oktober dauerhaft nicht nur einen Gedenktag (mit Arbeitsfrei und Chance für Halloweenparties) zu machen, sondern einen wirklichen Reformations-FEIERtag zu machen …

Aber es gibt Alternativvorschläge, wenn es denn schon möglich ist, einen zusätzlichen staatlich geschützten Feiertag zu bekommen. Die interessanteste Idee findet sich m.E. HIER – Als Astrid-Lindgren-Fan habe ich schon seit Kindertagen „Mittsommer“ vermisst, das in den „Ferien auf Saltkrokan“ und in anderen Büchern der „Heiligen Astrid“ gefeiert wird. Als ich erstmals in Norwegen war und dann noch feststellte, dass das in Wirklichkeit „Sankt-Hans-Dag“ heißt, also der Johannistag ist und dann feststellte, dass es auch in Deutschland Gemeinden und Orte gibt, die ihn feiern (in einer hochlitiurgischen Gemeinde am Rande des Odenwaldes habe ich mehrfach eine Evangelische Messe zum Johannistag mit nschließendem Johannisfeuer erlebt) – da war mir klar: das wäre der ideale (und ökumenische!) Feiertag – für die Norddeutschen, die ja halbe Skandinavier sind, sowieso, aber auch in anderen Bundesländern. (Noch mehr Argumente findet man im verlinkten Artikel auf gospelimpuls.wordpress.com).

Heute ist Johannistag. „Bringt rechtschaffene Früchte der Buße“ sagt Johannes der Täufer. Zum Beispiel keine Milch für 42 ct kaufen. Vor dem Euro kostete ein Liter Milch 1,19 DM, also ca. 60 ct. Eine Tafel Schokolade („quadratisch, praktisch, gut“) kostete damals etwa genausoviel – meistens 1,15 DM, im Angebot oft auch 99 Pfennig. heute kostet sie 99 ct … Der historisch niedrige Milchpreis ist eine kollektive Missachtung des Segens. Dieses Missachtung hat uns die Religion des Mammon, dem unsere Gesellschaft huldigt, beschert. Dass sich die Gesellschaft vom Götzen der Totalökonomisierung abwendet, ist so schnell nicht zu erwarten. Aber selber auf Bio-Milch umsteigen beim Einkaufen (oder eine andere hochpreisige Qualitätsmilch) das geht und dürfte den Wenigsten weh tun (zumindest keinem, der sich ab und zu auch eine Tafel Schokolade leisten kann)