Rabbiner Ludwig Philippson hat bekanntlich die Hebräische Bibel (in christlicher Terminologie das Alte Testament also) ins Deutsche übersetzt, ich habe die drei Bände in diesem Blog bereits vorgestellt (Siehe unten).

Jetzt ist er einem Ondit zufolge zum Ehrenmitglied im „Verein der Freunde des Genitivs“ ernannt worden. Auslöser war die heutige Losung aus Jes. 25 in seiner Übersetzung. Dort lautet sie: „Der Ewige ist es, seiner harrten wir. lasst uns jubeln und seiner Hilfe uns freu’n“ Zwei sehr schöne Genitive in einem Satz aus 15 Worten! Zum Vegrleich die Lutherübersetzung, wie sie im Losungsbuch steht: „Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.“

Nebenbei: Die Losungsübersetzung von heute lässt mich vermuten, dass er außerdem von der „Verein’gung der Freunde des Apostrophs“ ausgezeichnet werden wird. Von ihnen erhält er demnächst wohl den „Ehrenpreis für die häuf’ge und richt’ge Verwendung des Apostroph“! (Selbst „der Ewige“ – das ist seine Übersetzung des Gottesnamens – heißt bei ihm bisweil’n „der Ew’ge“, wenn der Sprachrhythmus ihm das schöner erschein‘ lässt …)

Ach so: Hier nochmal der Hinweis auf die Blogbeiträge zu Philippsons schöner Bibelübersetzung:

Band 1 (Thora = 5 Bücher Mose): den Beitrag gibt es HIER  (mit Beispieltext aus Micha)
Band 2 (Propheten): Dieser Band wird HIER vorgestellt.
Band 3 („Ketuwim“, die Schriften, also Psalmen, Weisheitsliteratur usw.): Dazu gibt es HIER ein paar Informationen
– dort auch die jeweiligen bibliographischen Angaben! –

 

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Eine Erzählung aus der Legende des Hl. Franz – passend zu Jesu Auftrag aus Markus 16,15: „Predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung“

Auf seinem Wege durchs Spoleto-Tal kam Franz zu einem kleinen Ort in der Nähe von Bevagna. Da hatte sich eine große Schar von Vögeln aller Art versammelt: Tauben, kleine Krähen, Dohlen.

Als Franz sie erblickte, ließ er seine Gefährten zurück und lief zu ihnen hin. Hatte er doch ein überschäumendes Herz voller Liebe auch zu den vernunftlosen Geschöpfen. Als er ihnen nahe war, rief er ihnen seinen gewohnten Gruß zu – „Friede sei mit euch“

Wie staunte er, dass sie nicht auf und davon flogen! Er war außer sich vor Freude und bat sie demütig, Gottes Wort anzuhören. Und er sagte ihnen: „Meine Brüder Vögel, wie müsst ihr euren Schöpfer loben, der euch Federn als Gewand, Fittiche zum Fliegen und alles gegeben hat, was ihr braucht. Wie hat er euch unter allen Geshcöpfen erhöht und in der reinen Luft euch den Lebensbereich geschaffen! Weder sät noch erntet ihr und doch schützt er euch und lenkt euch, ohne dass ihr euch um etwas zu kümmern braucht.“

Da fingen die Vögel zu jubeln an – er und die anderen Brüder haben es selbst erzählt: sie streckten die Hälse, breiteten die Flügel aus und blickten zu ihm hin. Und er ging mitten unter ihnen auf und ab, wobei seine Kutte ihnen Kopf und Flügel streifte. Zum Schluss segnete er sie noch, machte das Zeichen des Kreuzes über sie und erlaubte ihnen weiterzufliegen. Er selbst aber zog mit seinen Gefährten voller Freude weiter und dankte Gott, den alle Geschöpfe demütig lobpreisend verehren.