Der bisher beste Kommentar zum EKD-Familienpapier findet sich – inzwischen dort kaum noch auffindbar – auf evangelisch.de in einem Kommentar zum Artikel „Familie in jeder Form stärken – Mit der EKD-Orientierungshilfe zur Familie bahnt sich ein Paradigmenwehsel an“ (http://aktuell.evangelisch.de/artikel/85165/ekd-zu-familie-partnerschaft-jeder-form-staerken?page=1) „Hausmann“ schreibt dort unter dem Titel „Mammonorientierung“:

Der selten bemerkte Schlüsselsatz in diesem Artikel, bemerkt völlig korrekt, „Erwerbsarbeit sei zum Rollenmodell und zur gesellschaftlichen Verpflichtung für beide Partner geworden“
Da liegt der Hase im Pfeffer: Es ist für die Wirtschaft doch viel praktischer, wenn ein Erwerbseinkommen nicht mehr für eine Familie reichen muss, sondern nur noch für eine Person – der Partner soll gefälligst auch Geld verdienen und wenn jemand unbedingt Kinder haben muss (die senken ja leider die Verfügbarkeit am Arbeitsplatz) soll die Kosten dafür doch bitte der Staat aufbringen! Und gefälligst hat jeder auch seinen Wohnsitz nach der Arbeit zu richten, ob das dann noch zur Partnerschaft passt (oder sogar zur Existenz dieser lästigen Kinder) ist uns dabei egal.
So werden die Bedingungen für lebenslange Treue und die verlässlice Geborgenheit von Kindern in einer Familie zerstört; da helfen alle schönen Worte nix. Und DARAN wird leider von der EKD überhaupt keine Kritik geübt; es wird auch in der Debatte fast übersehen, obwohl dieser Punkt viel wichtiger ist als die Frage, ob die 30.000 eingetragen Partnerschaften steuerlich wie Ehen behandelt werden oder nicht.
Ich habe mich dusseligerweise mit viel Freude und auch viel Stress als Hausmann unter Verzicht auf Erwerbseinkommen um meine Kinder gekümmert und werde allmählich blass, wenn ich mich mit meinen Rentenaussichten befasse. Aber damals gab es die EKD-Orientierung noch nicht, die mir deutlich gemacht hätte, dass das unmoraisch war, mich der Pflicht zur Erwerbsarbeit zu entziehen!

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Es gehört in diesem Jahr in der EKD leider zum guten Ton, ständig hervorzuheben, wie wenig tolerant die Christen lange Zeit gewesen seien. Nikolaus Schneider und Thies Gundlach sind die prominentesten Vertreter dieser Argumentationslinie. Dass das ein unsinniger Ansatz ist – ohne damit die Fehlentwicklungen und Defizite in der Kirchengeschichte beschönigen zu wollen – habe ich prinzipiell schon mal hier dargelegt:  https://kraftwort.wordpress.com/2012/10/30/nachdenklicher-brief-an-einen-vordenker/

Zum Nachdenken sollte deshalb in diesem Zusammenhang anregen, dass die Gegner des Christentums am Christentum genau das kritisieren, was es nach Schneiders und Gundlanchs Meinung zu wenig hat – nämlich seine Toleranz (auf deutsch: Duldsamkeit). Einer der prominentesten Christenhasser hat das so ausgedrückt:

„Wir Deutschen haben überhaupt das Unglück, die falsche Religion zu besitzen. Warum haben wir nicht die der Japaner, die das Opfer für das Vaterland als das höchste ansieht? Auch die mohammedanische Religion wäre für uns viel geeigneter als ausgerechnet das Christentum mit seiner schlappen Duldsamkeit …“ (Adolf Hitler, übermittelt von Albert Speer in „Erinnerungen“ Berlin 2005 S. 110)