Rabbiner Ludwig Philippson hat bekanntlich die Hebräische Bibel (in christlicher Terminologie das Alte Testament also) ins Deutsche übersetzt, ich habe die drei Bände in diesem Blog bereits vorgestellt (Siehe unten).

Jetzt ist er einem Ondit zufolge zum Ehrenmitglied im „Verein der Freunde des Genitivs“ ernannt worden. Auslöser war die heutige Losung aus Jes. 25 in seiner Übersetzung. Dort lautet sie: „Der Ewige ist es, seiner harrten wir. lasst uns jubeln und seiner Hilfe uns freu’n“ Zwei sehr schöne Genitive in einem Satz aus 15 Worten! Zum Vegrleich die Lutherübersetzung, wie sie im Losungsbuch steht: „Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.“

Nebenbei: Die Losungsübersetzung von heute lässt mich vermuten, dass er außerdem von der „Verein’gung der Freunde des Apostrophs“ ausgezeichnet werden wird. Von ihnen erhält er demnächst wohl den „Ehrenpreis für die häuf’ge und richt’ge Verwendung des Apostroph“! (Selbst „der Ewige“ – das ist seine Übersetzung des Gottesnamens – heißt bei ihm bisweil’n „der Ew’ge“, wenn der Sprachrhythmus ihm das schöner erschein‘ lässt …)

Ach so: Hier nochmal der Hinweis auf die Blogbeiträge zu Philippsons schöner Bibelübersetzung:

Band 1 (Thora = 5 Bücher Mose): den Beitrag gibt es HIER  (mit Beispieltext aus Micha)
Band 2 (Propheten): Dieser Band wird HIER vorgestellt.
Band 3 („Ketuwim“, die Schriften, also Psalmen, Weisheitsliteratur usw.): Dazu gibt es HIER ein paar Informationen
– dort auch die jeweiligen bibliographischen Angaben! –

 

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Rabbiner Ludwig Philippson hat im 19 Jahrhundert die hebräische Bibel ins Deustche übersetzt, die Übersetzung wurde in den letzten jahren revidiert und neu veröffentlicht. Auf die beiden ersten Bände, Thora und Propheten, habe ich bereits hingewiesen, jetzt ist auch der dritte Teil erschienen, der die Psalmen, das Buch Hiob, die Sprüche Salomos, das Lied der Lieder, Rut, die Klagelieder, Kohelet (Prediger), Daniel, Esra, Nehemia und die beiden Chronikbücher enthält – wieder mit dem hebräischen Text auf der einen Seite und der Übersetzung auf der danebenliegenden Seite sowie mit einer Einführung in die „Ketuvim“ von Deborah Kahn-Harris. Damit ist die Übersetzung der hebräischen Bibel nun komplett verfügbar.

Hier sind die bibliografischen Angaben:  Die Schriften (hebräisch-deutsch) in der Übersetzung von Rabbiner Ludwig Philippson revidiert und herausgegeben von Walter Homolka, Hanna Liss und Rüdiger Liwak unter Mitarbeit von Susanne Gräbner und Zofia H. Nowak Herder-Verlag Freiburg / Breisgau bzw. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt (Lizenzausgabe) 2018
ISBN 978-3-534-27063-7

Und hier ist ein Beispieltext – der 23. Psalm:
„Der Ewige ist mein Hirt“
Ein Psalm Davids. – Der Ewige ist mein Hirt, mir mangelt’s nicht. Auf grünen Auen lässt er mich lagern, zu Wassern der Ruhe leitet er mich. Mein Leben erquickt er: Er führt mich auf rechter Bahn, um seines Namens willen. – Auch wenn ich geh im Tal des Todesschattens, fürcht‘ ich kein Leid, denn du bist bei mir: Dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor einen Tisch im Angesicht meiner Bedränger, selbst mit Öl mein Haupt, mein Becher fließt über. Nur Güte und Gnade folgen mir all meine Lebenstage, ich werde bleiben in des ewigen Haus mein Leben lang.
(a.a.O. S. 61)