Weihnachten kommt immer so plötzlich – und wer allmählich ans Stollenbacken denkt, findet hier ein Rezept von 1916 (Vorsicht: die hier vorgesehene Menge wird sicher nicht in jedem Haushalt benötigt – das Rezept ergibt, wenn ich es richtig sehe gleich vier große Christstollen …)

http://lesebaecker.wordpress.com/2012/11/02/weihnachtsstollen-historisches-rezept-von-1916/

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„Kennen Sie Schnipp-Schnapp?“ „Dann hab ich was eigenes“ – „Sie lassen sofort die Ente zu Wasser!“ – „Das Ei ist hart“ – „In Bozen sind die Waschräume separat“ „Dafür hatten wir im Mai ein paar schöne Tage“ „Abgezapft und Original-verkorkt von Pahlhuber und Söhne“ … oder schlicht „Ein Klavier, ein Klavier!“ – das sind nur ein paar Zitate, bei denen in meiner Familie und in meiner Umgebung bei jedem ganze Bilder und Geschichten sofort präsent sind und die sich bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten anbringen lassen – und verstanden werden. Erstaunlich, dass der, der darauf spezialisiert war, Kommunikationsstörungen humorvoll bewusst zu machen, gerade dazu beiträgt, dass Kommunikation zwischen Menschen verschiedenster Generationen, Szenen und Milieus gelingt – im Zitieren von Loriot haben oft ganz unterschiedliche Menschen plötzlich – nein, nicht mehr „etwas eigenes“, sondern gerade etwas Gemeinsames.

Inzwischen gab es schon eine Menge Nachrufe auf Vicco von Bülow. Was mir in den Fernseh- und Zeitungsnachrufen allerdings fehlte: Loriot war auch abseits der Komik künstlerisch tätig – als Dirigent, Opernregisseur und als Schauspieler. Und er hat sich im Alter engagiert für den kirchlichen Denkmalschutz – und zwar für den Wiederaufbau des Doms seiner Heimatstadt Brandenburg. Ich erinnere mich noch gut an eine diesbezügliche Spendenbitte von ihm, die irgendwann nach der Wende in unser Pfarrhaus flatterte …

Schließlich finde ich folgendes Zitat von ihm erwähnenswert: In einem Interview wurde er gefragt, ob er im Zweiten Weltkrieg ein guter Offizier gewesen sei.  Seine Antwort lautete: „Nicht gut genug, sonst hätte ich am  20. Juli 1944 zum Widerstand gehört. Aber für den schauerlichen deutschen Beitrag zur Weltgeschichte werde ich mich schämen bis an mein Lebensende.“

Zum Schluss zwei Lesetipps für die, die sich weiter mit den Seiten von Loriot befassen wollen, die in den üblichen Nachrufen fehlen:

1. Lohnend ist der Wikipedia-Artikel „Loriot“, aus dem ich auch das Interview-Zitat übernommen habe

2. Ein Interview, das die „Zeit“ mit Loriot geführt hat, findet man hier:

http://www.a-e-m-gmbh.com/andremuller/interview%20mit%20loriot.html

P.S.: Zwei dringende Fragen habe ich noch:

1. Warum fehlt eigentlich auf der nahezu kompletten DVD-Sammlung der Sketch mit der Konversationsschulung, aus dem die berühmten Bozener Waschräume stammen?

2. Gibt es eigentlich ein Rezept für den „Kosakenzipfel“?

Fragen, die zeigen: Deutschlands Geschichte mit Loriot ist noch nicht zu Ende …

P.P.S.  Einen Loriot-Test für Fans gibt es hier: http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/unterhaltung/film/loriot/index,page=4502924.html

Catharina Elisabeth Goethes Rezept für das neue Jahr

(Der Text wird gewöhnlich Goethes Mutter zugeschrieben, ihre Verfasserschaft ist jedoch äußerst zweifelhaft)

Man nehme 12 Monate,
putze sie ganz sauber von Bitterkeit, Geiz,
Pedanterie und Angst,
zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile,
so dass der Vorrat genau für ein Jahr reicht.
Es wird jeden Tag einzeln angerichtet
aus einem Teil Arbeit
und zwei Teilen Frohsinn und Humor.
Man füge drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu,
einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie
und eine Prise Takt.
Dann wird die Masse reichlich mit Liebe übergossen.
Das fertige Gericht schmücke man mit Sträußchen
kleiner Aufmerksamkeiten und
serviere es täglich mit Heiterkeit.

Außerdem gibt es in diesem Blog zum Jahreswechsel auch ein Gebet: https://kraftwort.wordpress.com/2010/12/29/gebet-zum-jahreswechsel-nach-dem-lied-eines-unbekannten-verfassers/

In meiner Buchempfehlung vor wenigen Tagen (https://kraftwort.wordpress.com/2010/08/04/buchempfehlung-der-junge-der-den-wind-einfing/) war von Nsima die Rede, dem auch nach meiner Erfahrung wichtigsten Nahrungsmittel in Malawi (und  auch in Botswana und Zambia, wo es Nshima geschrieben wird sowie in Tanzania, wo es Ugali und in Simbabwe, wo es Sadza heißt). Hier kommt das Rezept dazu:

Rezept für Nsima (Fester Maisbrei aus Malawi) für 8-10 Personen

2  l Wasser zum Kochen bringen

Salz hinzufügen

3-4 Tassen (300 -400 g) Maismehl sehr langsam nach und nach unter ständigem Rühren hinzufügen.

Im geschlossenen Topf bei mittlerer Hitze kochen, zwischendurch immer wieder umrühren.

Rezept für Tomatenrelish für ca. 8 Personen

4 EL Öl erhitzen

4 Zwiebeln, gehackt und

2 Knoblauchzehen (zerdrückt) im Öl glasig braten

8-10 große Tomaten, fein gehackt, Pfeffer (z.B. Cayennepfeffer) und Salz hinzufügen und weich garen, bis eine dicke Sauce entsteht

P.S.: Nsima wird mit den Händen gegessen, ganz korrekt nur mit der rechten Hand, in der man eine Kugel formt, mit der man dann die Sauce auftunkt.

P.P.S.: Die Mengenangaben beim Nsima-Rezept sind aus Erfahrung gewonnen, müssen aber immer wieder „im Vollzug“ angepasst werden – zumal man das in Malawi verwendete sehr weiße Maismehl hier gar nicht bekommt, sondern auf das übliche eher gelbliche Maismehl zurückgreifen muss. Der Brei wird nur fest, wenn man

– das Mehl nach und nach einrührt, ggf. auch etwas mehr als angegeben

–  man sich genügend Zeit nimmt, um die Masse quellen zu lassen 

P.P.P.S.: Zwei gute Ideen, um Nsima zu verändern:

1. Mit Basilikum und Parmesankäse geschmacklich etwas „aufpeppen“ (ich weiß nicht, ob das „afrikanisch“ ist – vermutlich nicht, da Malawier zum Beispiel nie Käse essen …  – aber europäischen Geschmacksnerven kommt es sicher entgegen)

2. Das Nsima nach dem Anrühren in eine Auflaufform füllen und 5 Minuten im Backofen überbacken

P.P.P.P.S.: Afrika-Feeling bringt nicht nur dieser Maisbrei, sondern auch afrikanisches Singen. Hier gibt’s Noten für Lieder aus Malawi und anderen afrikanischen Ländern:
„Tiri kuyenda“ bekanntes Lied aus Malawi, ähnlich dem südafrikanischen Siyahamba (We are walking in the light) http://gospelimpuls.wordpress.com/2014/05/14/tiri-kuyenda-song-aus-malawi/
Bonga: sehr beliebtes Lied aus Südafrika (Bonga heißt „Danke“) http://www.kirchenmusikliste.de/dl/comment.php?dlid=264&ENGINEsessID=499a41c22f6cd15ac623bc650df7e7bd