Vom 30. August bis 6. September findet ein Internationales Symposium zum Thema des Beitrags Frère Rogers zum theologischen Denken statt. Zu diesem Treffen sind besonders junge TheologInnen unter 40 Jahren – Studenten sowie in der Forschung oder bereits im kirchlichen Dienst Tätige – eingeladen. Unter anderem werden folgende Fragen und Themen behandelt:

  • „Kann man evangelisch und gleichzeitig Mönch sein?“, mit Laurent Schlumberger, dem Vorsitzenden der Vereinigten Protestantischen Kirche Frankreichs
  • „Die Barmherzigkeit und der ökumenische Weg Frère Rogers“ mit Kardinal Walter Kasper, ehemaliger Vorsitzender des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen
  • „Die Botschaft Taizés an die Jugendlichen“ mit Dimitra Koukoura, Professorin an der orthodoxen theologischen Fakultät von Saloniki (Griechenland)
  • „Voll Hoffnung streiten, mit einem versöhnten Herzen kämpfen… ein südafrikanischer Gesichtspunkt“ mit dem anglikanischen Pfarrer Edwin Arrison

„Auf der Suche nach tieferem Sinn: Frère Roger und die religiöse Tradition Asiens“ mit Erzbischof Thomas Menamparampil aus Indien.

Einzelheiten dazu gibt es hier: http://www.taize.fr/de_article16837.html

(aus dem Brief aus Taize vom 30. Mai 2015)

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Das Thema „Reformation und Toleranz“  soll 2013 im Mittelpunkt der Reformationsdekade stehen – das Themenjahr wurde bereits am zurückliegenden Reformationsfest eröffnet. Mein Beitrag dazu: Das Anlegen einer kleinen theologischen Zitate-Sammlung – wobei das Thema bei mir „Theologie und Toleranz“ lauten soll; denn es geht mir einerseits um eine theologisch fundierte Toleranz (und nicht um das Nachplappern der wohlfeilen These, Toleranz sei eigentlich erst ein Produkt der Aufklärung und als solches einer eigentlich intoleranten Theologie nachträglich von außen eingepropft worden … – siehe https://kraftwort.wordpress.com/2012/10/30/nachdenklicher-brief-an-einen-vordenker/) – andererseits will ich offen dafür bleiben, auch Belege theologischer Toleranz auch außerhalb der reformatorischen Theologie bzw. vor und nach der Reformationszeit zu finden. Natürlich sollen auch die unrühmlichen Intoleranz-Traditionen nicht geleugnet werden – aber der Ansatzpunkt für ihre Kritik muss in der Theologie gefunden werden (und da liegt er ja auch). Deshalb ist die Suche nach den theologischen Toleranztraditionen von der Bibel bis heute das entscheidende Anliegen dabei.

Zum Auftakt aber erst einmal ein Lutherzitat. Er schreibt (bzw. sagt) in einer seiner Invokavitpredigten  (mit denen Luther nach seinem Wartburg-Aufenthalt die intoleranten Bilderstürmer um Karlstadt in Wittenberg gestoppt hat):

„Ich kann nicht weiter kommen als bis zu den Ohren. Ins Herz kann ich nicht kommen. Weil ich denn den Glauben nichts ins Herz geben kann, so kann und soll ich niemanden dazu zwingen oder dringen; denn Gott tut das alleine und macht, dass das Wort im Herzen sei.“

(Karin Bornkamm [Hg] Martin Luther Ausgewählte Schriften Insel-Verlag Frankfurt, 1983²  S. 278)

P.S. Update 2016: Einen ähnlichen, ausführlicheren Luthertext zum Thema gibt es übrigens hier

Ich bin ja selber Gospelmusiker. Trotzdem hier eine kleine kritische Anmerkung „innerhalb der Szene“. Dass wir Englisch singen, finde ich völlig in Ordnung. Aber wenn wir deutsch reden und schreiben, sollten wir IMHO auch unsere Muttersprache sorgfältig behandeln. Innerhalb von 15 Minuten sind mir heute beim „Gospelsurfen“ gleich zwei peinliche Patzer begegnet, die ich nicht für mich behalten  möchte:

„AUS DEM FÄCHERKANON

Instrumentales Hauptfach, Nebeninstrument, Gesang, Stimmbildung, Rhythmik/Stilistik, Chorleitung, Bandleitung, Singen mit Gruppen, Improvisation, Gehörbildung, Tontechnik, Tonsatz in Jazz, Rock, Pop, Instrumentenkunde, Musikgeschichte, Hymnologie, Kulturpraxis, Pädagogik/Psychologie, Teologie, Liturgik u.a.“  (http://www.nordkolleg.de/seminarprogramm_se_info_803.html)

„Weihnachten kommt bestimmt! Warum nicht einmal ein eigenes Kindermusical aufführen? Mit tolle Lieder, einer spannende und abwechslungsreiche Handlung und einem bunten Bühnenbild wird uns der Sinn des Weihnachtfestes ganz nahe gebracht“

(http://www.gospel.de/kuenstler-a-cds/gospel-cds/89-christopher-kirchenmaus-das-ideale-buehnenstueck-zur-advents-und-weihnachtszeit.html)

Vor 125 Jahren wurde Karl Barth geboren (der Vater der Dialektischen Theologie) – im gleichen Jahr, als die erste Coca-Cola als Medizin verkauft wurde. Deshalb heute ein Zitat dieses großen Theologen:

„Wir sollen als Theologen von Gott reden. Wir sind aber Menschen und können als solche nicht von Gott reden. Wir sollen Beides, unser Sollen und unser Nicht-können, wissen und eben damit Gott die Ehre geben.“

(zitiert nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Barth)

„Ich halte gänzlich dafür, dass nach der Theologie keine Kunst ist, die mit der Musica kann verglichen werden. Denn sie allein tut nach der Theologie das, was sonst die Theologie allein tut: Sie schafft nämlich einen fröhlichen Mut zum klaren Beweis, dass der Teufel – der der Vater aller Traurigkeit ist – vor der Stimme der Musik fast ebenso flieht wie vor dem Wort der Theologie. Daher haben die Propheten keine Kunst so gebraucht wie die Musik, da sie ihre Theologie nicht in Geometrie, Arithmetik, auch nicht in Astronomie, sondern in die Musik gefasst haben, auf dass sie Theologie und Musik beieinander hätten und die Wahrheit in Psalmen und Lobgesängen verkündigten“