Ein Junge, Bernie mit Namen, zieht aufs Land und kauft bei einem alten Bauern einen Esel für 100 $. Der Bauer verspricht, den Esel am nächsten Tag vorbei zu bringen. Am nächsten Tag fährt der Bauer auf den Hof und sagt: „Tut mir leid Junge, ich habe schlechte Nachrichten für Dich. Der Esel ist tot“

Bernie antwortet:  „Also gut, gib mir mein Geld zurück“

Der Bauer zuckt mit den Schultern: „Geht nicht. Ich hab‘ das Geld bereits ausgegeben.

Darauf Bernie:  „OK, lad‘ den Esel halt aus“

Der alte Bauer fragt: „Was willst du damit machen?“

Bernie: „Ich werde ihn in einer Lotterie verlosen“

Bauer: „Quatsch, man kann doch einen toten Esel nicht verlosen“

Bernie:  „Klar kann ich das. Pass gut auf. Ich sag einfach keinem, dass der Esel tot ist.“

Einen Monat später trifft der Alte den Bernie wieder und fragt ihn: „Wie ist das mit dem toten Esel denn so gelaufen?“

Bernie:  „Ich hab‘ ihn verlost. Ich hab‘ 500 Lose zu 2$ das Stück verkauft und einen Gewinn vonn 998$ gemacht, der nicht in den Büchern steht. Der Verlust von 100$ für einen toten Esel steht aber drin“

Bauer: „Hat sich denn keiner beschwert?“

Bernie: „Klar, der Typ der den Esel gewonnen hat. Also hab‘ ich ihm seine 2$ zurückgegeben.“

Was aus Bernie wohl geworden ist?

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Eine Erzählung aus der Legende des Hl. Franz – passend zu Jesu Auftrag aus Markus 16,15: „Predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung“

Auf seinem Wege durchs Spoleto-Tal kam Franz zu einem kleinen Ort in der Nähe von Bevagna. Da hatte sich eine große Schar von Vögeln aller Art versammelt: Tauben, kleine Krähen, Dohlen.

Als Franz sie erblickte, ließ er seine Gefährten zurück und lief zu ihnen hin. Hatte er doch ein überschäumendes Herz voller Liebe auch zu den vernunftlosen Geschöpfen. Als er ihnen nahe war, rief er ihnen seinen gewohnten Gruß zu – „Friede sei mit euch“

Wie staunte er, dass sie nicht auf und davon flogen! Er war außer sich vor Freude und bat sie demütig, Gottes Wort anzuhören. Und er sagte ihnen: „Meine Brüder Vögel, wie müsst ihr euren Schöpfer loben, der euch Federn als Gewand, Fittiche zum Fliegen und alles gegeben hat, was ihr braucht. Wie hat er euch unter allen Geshcöpfen erhöht und in der reinen Luft euch den Lebensbereich geschaffen! Weder sät noch erntet ihr und doch schützt er euch und lenkt euch, ohne dass ihr euch um etwas zu kümmern braucht.“

Da fingen die Vögel zu jubeln an – er und die anderen Brüder haben es selbst erzählt: sie streckten die Hälse, breiteten die Flügel aus und blickten zu ihm hin. Und er ging mitten unter ihnen auf und ab, wobei seine Kutte ihnen Kopf und Flügel streifte. Zum Schluss segnete er sie noch, machte das Zeichen des Kreuzes über sie und erlaubte ihnen weiterzufliegen. Er selbst aber zog mit seinen Gefährten voller Freude weiter und dankte Gott, den alle Geschöpfe demütig lobpreisend verehren.

Ich gehe mit meinem Hund spazieren. Es ist ein heller Abend, denn es ist Vollmond. Der Mond wirft ein faszinierendes Licht auf das Feld, an dem wir entlanggehen. Ich bleibe stehen und schaue gebannt auf die riesige silbrig-graue Mondscheibe. Plötzlich entdecke ich, dass mein Hund genauso dasteht wie ich, genauso gebannt ist von diesem Licht und genauso schräg nach oben schaut wie ich es tue. Blitzartig wird mir klar: So also „denkt“ ein Tier; letztlich bin ich nicht so viel anders als mein Hund; ich fühle mich ihm als Teil der Schöpfung verbunden. Und während mir das klar wird, während ich das in Gedanken formuliere, wird mir zugleich das andere klar: Diesen Gedankenschritt macht mein Hund nicht. Er tritt nicht neben die Situation und denkt über die Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier nach. Er kann und wird das, was wir in einem Augenblick ganz ähnlich erlebt haben, nicht reflektieren, nicht festhalten, nicht in Worte fassen. Erlebt haben wir das gleiche. Eine Erfahrung gemacht habe nur ich.
Sprache macht aus Erlebnissen Erfahrungen, Sprache ermöglicht Erfahrungen, Erfahrungen erschaffen die Sprache.
Diese ganz einfache Erkenntnis hat für viele Dinge Bedeutung – nicht nur für das Nachdenken über die Unterschiede zwischen Mensch und Tier. Sondern auch für die Frage, warum Menschen Abkürzungen erfinden, warum Wörter aussterben, warum so etwas wie „Denglisch“ entstehen konnte (oder musste?) und letztlich auch für die Frage, wie religiöser Glaube und Erfahrung zusammengehören und welche Rolle Missverständnisse in unserem Leben spielen. Genug Themen also für die nächsten Wochen!