… wenn auch ein Jahr zu spät!

England begeht in einem Gottesdienst das Ende des zweiten Weltkriegs mit einem Gottesdienst (was haben wir da eigentlich gemacht?) – und womit beginnt der Gottesdienst? Mit dem vermutlich bekanntesten deutschen Choral „Lobe den Herren …“ – guckst (und hörst) Du hier:

Ein Anspiel zur Geschichte von Zachäus, familiengottesdienst-erprobt!

Vorbereitung:
– direkt vor dem Altar: kleiner Tisch, zwei Stühle
– linke Seite im Chorraum: Stehtisch als Zollstation
– linke Seite unten: Leiter als Baum

Requisiten: Kasse (mit Spielgeld) – Korb (mit Obst) – Kiste (mit Stoff) – Schubkarre (mit Pflanzen)

1. Szene Zachäus am Stehtisch, mit Kasse
Sprecher  I: In der Stadt Jericho lebt Zachäus. Er ist Zöllner.
Zachäus tritt auf, stellt sich an den Stehtisch und öffnet seine Kasse
Sprecher I: Wer nach Jericho kommt und seine Waren verkaufen will, muss bei Zachäus Zoll bezahlen.
1. Bürger(in)  mit Korb kommt von links hinten,  Zachäus stoppt ihn mit der Hand
Sprecher II: Zachäus verlangt 5 Silberstücke für einen Korb mit Obst
Zachäus kassiert
2. Bürger mit Kiste kommt, Zachäus stoppt ihn …
Sprecher II: Zachäus verlangt 10 Silberstücke für eine Kiste mit Stoffen
Zachäus kassiert – 3. Bürger kommt mit Karre
Sprecher II:     Zachäus verlangt 12 Silberstücke für eine Karre mit Pflanzen.              Zachäus verlangt mehr als er darf, doch die Menschen müssen bezahlen, sonst dürfen sie mit ihren Waren nicht auf den Markt.
Sprecher III:     Die Menschen sind ärgerlich auf Zachäus. Sie zeigen von weitem mit dem Finger auf ihn. Sie sagen: Er verlangt zu viel! Er ist ein Betrüger. Das ist nicht in Ordnung!
Bürger 1-3 stehen mit dem, Rücken zur Gemeinde und rufen:
Das ist nicht in Ordnung!

2. Szene
Sprecher I: Eines Tages kommt Jesus nach Jericho. Viele Menschen stehen am Straßenrand und warten auf Jesus

Bürger von Jericho stehen Spalier Ausschau halten nach rechts

Sprecher II: Auch Zachäus will ihn unbedingt sehen

Zachäus nähert sich der Zuschauerreihe von hinten (kommt von links)

Sprecher III: Doch die Menschen lassen ihn nicht durch. Sie sagen: „Der hat hier nichts zu suchen. Der ist nicht in Ordnung!

Bürger zeigen die Ellenbogen und rufen:
Der ist nicht in Ordnung!

Sprecher II: Da klettert Zachäus auf einen Baum. Jetzt kann er sehen, wie Jesus kommt.

Sprecher I: Jesus kommt. Er sieht Zachäus und geht auf ihn zu.
Er sagt zu ihm: Komm schnell herunter! Ich will heute Gast sein bei dir zuhause!

Sprecher II: Da klettert Zachäus schnell vom Baum herunter und geht mit Jesus in sein Haus.

Sprecher III: Die Menschen schütteln den Kopf.. Das finden sie nicht in Ordnung!

Bürger: Nicht in Ordnung!

Szene 3 Jesus und Zachäus am Tisch

Sprecher I: Jesus und Zachäus essen miteinander. Sie reden miteinander. Zachäus weiß, dass er vieles falsch gemacht hat. Aber er spürt auch, dass Jesus ihn trotzdem liebt.

Sprecher II: Zachäus holt seine Kasse und öffnet sie. Er sagt zu Jesus: Ich habe viele Menschen betrogen. Aber ich gebe es ihnen vierfach zurück. Und die Hälfte von meinem Geld gebe ich den Armen. Ich will nicht mehr betrügen. Ich will jetzt Gutes tun und anderen helfen.

Zachäus geht zu den Bürgern und drückt ihnen Geld in die Hand

Sprecher III: Jesus sagt zu Zachäus: Heute ist ein Glückstag für dich. Gott freut sich über dich. Jeder darf zu Gott kommen und neu anfangen.

Zachäus kommt zu Jesus zurück. Jesus legt ihm die Hand auf die Schulter
Sprecher II: Zachäus freut sich. Er sagt: Jetzt ist mein Leben in Ordnung. Ich bin Gottes Kind.

Jesus und Zachäus zur Gemeinde gewandt / Arme auf den Schultern:
 In Ordnung!

Was Coca Cola vor Weihnachten kann, kann die Evangelische Kirche auch: als „Festbvorbereitunge“ einen Truck durch die Lande schicken …

Eine interessante Aktion zum Reformationsjubiläum ist der „europäische Stationenweg“, eine Tour durch zahlreiche Städte Europas, die mit der Geschcihte der Reformation  mehr (Genf als Ausgangspunkt, Wittenberg als Ziel) oder weniger stark (Liverpool zum Beispiel, auch wenn die Beatles auf irher ersten Schallplatte auch „O when the saints go marching in“ gesungen haben …) verbunden sind. Eine Übersicht über die beteiligten Städte mit interessanten Kurzinformationen gibt es hier.

Manchmal sind die Infos aber auch zu kurz – oder in der Kürze schlecht ausgewählt. So fehlt bei der Stadt Straßburg jeder Hinweis auf den dortigen Reformator Martin Bucer (der immerhin die Konfirmation erfunden hat …)

Man kann vieles feiern. Ich kann sogar den „Weltfischbrötchentag“ feiern, denn das Fischbrötchen ist eine tolle Erfindung und ich genieße es jedesmal, wenn ich mir eines gönne (Einzige Ausnahme vor vielen Jahren: Am Fähranleger zu einer Nordseeinsel bekam ich eines, das war leider nur grammatisch ein „richtiges“ Fischbrötchen – der Händler hatte zwar richtig erkannt, dass in der Zusammensetzung Fisch-Brötchen „Brötchen“ das Hauptwort ist, aber daraus die inhaltlich falschen Konsequenzen gezogen …)

Was ich aber nicht mitfeiern kann, ist der zehnte Geburtstag des Impulspapiers „Kirche der  Freiheit“, und wahrscheinlich kann das niemand, der oder die an der „kirchlichen Basis“ arbeitet, soweit es die noch gibt.

Die Kritik an der Missachtung von Orts- und Kerngemeinde,an  der Hierarchisierung und Einführung von Top-Down-Strategien, an Entmündigung, Demokratieverlust, neoliberalem Aberglauben und blauäugigen Zukunftsprognosen, bei denen eine vermeintlich künftige Macht des Faktischen zur Norm erhoben wurde – all das ist an anderer Stelle schon super gut aufgedröselt und entlarvt worden, sogar im Deutschlandradio (wobei im Deutschlandradio selbst Thies Gundlach viel kritischer zitiert wird als in der Hofberichterstattung von „evangelisch.de“). Deshalb hier nur ein paar Links zu den besten Kritiken:

Die vielleicht beste Kritik gibt es hier.

Weitere kritische Berichte und gute Kommentare auf evenglisch.de:

http://www.deutschlandradiokultur.de/zehn-jahre-impulspapier-kirche-der-freiheit-mit-viel-pathos.1278.de.html?dram:article_id=358310

http://www.evangelisch.de/comment/63026#comment-63026

http://www.evangelisch.de/comment/63037#comment-63037

http://www.evangelisch.de/comment/63054#comment-63054

Immer noch aktuell ist natürlich auch die schon zu einem früheren Zeitpunkt veröffentlichte Petition „Wormser Wort“:

Ach ja: Vielleicht ist das mangelhafte (Fisch-)BRÖTCHEN von der Nordseeküste ein ganz gutes Bild: Auch in unserer Kirche wird vieles (zB das erwähnte Impulspapier) fabriziert, was nach irgendwelchen formalen – quasi „grammatischen“ Kriterien (zB den Dogmen des Neoliberalismus) sogar richtig ist. Nur der Fisch ist darin kaum noch zu finden; es schmeckt nicht, es macht nicht satt, ist letztlich eben doch ein Etikettenschwindel und ist für das, was es bietet einfach viel zu teuer.

„Gott neu entdecken – aufrecht vor den Menschen“: Das ist doch mal ein gutes Thema für einen Kirchentag. Unter diesem Motto gibt es am 10. Dezember 2016 einen „kleinen Kirchentag“ in Worms – als Teil des „Europäischen Stationenweges“ zum Reformationsjubiläum, auf dem verschiedene Städte angesteuert werden, die für einen Teil des reformatorischen Erbes verantwortlich sind. Worms gehört natürlich dazu, hat Martin Luther doch hier sein berühmtes „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ gesagt! Näheres zum Kleinen Kirchentag in Worms gibt es hier

Es gibt eine Petition, Margot Käßmann als nächste Bundespräsidentin vorzuschlagen – guckst Du hier

Das wichtigste Ergebnis der 5. Kirchenmitgliedschaftsstudie in Kurzfassung: „Durch die Sichtbarkeit der Kirche in der Ortsgemeinde gewinnt die Kirche insgesamt ihre Sichtbarkeit“ (Gerhard Wegner, Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD im Deutschen Pfarrerblatt 1/2016 S. 21) Die Zeit des „Ortsgemeinde-Bashing“ in der kirchlichen political correctness sollte also endlich vorbei sein. Noch habe ich aber nichts davon gehört, dass die kirchenleitenden Gremien der EKD sich von dem im Papier „Kirche der Freiheit“ enthaltenen Konzept verabschiedet hätten, nach dem 2030 nur noch ein Drittel der Pfarrstellen Ortsgemeinde-Pfarrstellen sein sollen … Und dass die Zwangsregionalisierung als Irrweg erkannt worden wäre, ist am Vorabend des Reformationsjubiläums leider auch immer noch nicht sichtbar, selbst wenn in der Tat der Regionalisierungsdurck auf die „gallischen Dörfer“  unter den Kirchengemeinden inzwischen abgenommen hat.

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