Unbedingt anschauen:

http://www.sueddeutsche.de/leben/menschen-mit-down-syndrom-wuenschen-wir-uns-wirklich-eine-zukunft-ohne-menschen-mit-behinderung-1.2513522#

BTW: Wenn bei einem Ungeborenen Trisomie 21 (“Down-Syndrm”) diagnostiziert wird, beträgt seine Überlebenschance nur noch knapp 10 Prozent – die meisten dieser Kinder werden abgetrieben!

Vor einigen Wochen habe ich zum ersten Mal eine „Bibel-Erzählnacht“ miterlebt (als Zuhörer): ein tolles, berührendes Erlebnis. „Bibel erzählen“ ist inzwischen eine eigene Ausbildung in verschiedenen Landeskirchen, meistens angesiedelt bei der Kindergottesdienstarbeit, obwohl die Bibel-Erzählnacht nach meinem Eindruck eher etwas für Erwachsene ist.

Ich habe mich mal umgesehen, wann und wo es in diesem Jahr weitere Bibel-Erzählnächte in Deutschland gibt. Gefunden habe ich bisher nur zwei (wer mehr weiß – gerne als Kommentar posten!)

04.07. 2015         19.30 h Bibel-Erzählnacht „So hab ich das noch nie gehört“ in der St. Matthäi-Kirche in Gronau (Leine)

03.10.  2015         20.00 h    Bibel-Erzählnacht Dreifaltigkeitskapelle Bergkloster Bestwig in Velmede-Bestwig

Gauck, Schäuble und Kofi Annan standen oft genug in der Presse – aber der Kirchentag war viel mehr als die Anwesenheit von Politikern und Promis – und für die meisten auch anderes; denn selbst wenn fast 10 % der Kirchentagsbesucher Margot Käßmanns Bibelarbeit besuchten, waren imemr noch 90 % eben dort nicht.

Hier also ein paar völlig subjektive EIndrücke:

– Noch nirgends habe ich soviele Menschen mit “Free hugs”-Schildern gesehen

– Eine schöne Idee: Nach dem Abend der Begegnung steckten viele ihre brennenden Kerzen in den Sand der Blumenkübel in der Fußgängerzone

– Die “historischen Adventisten” versuchen Menschen zu überzeugen, dass die böse Kirche sich untersteht “Zeiten und Gesetz zu ändern”, indem sie den Katechismus-Wortlaut der Gebote dem biblischen Wortlaut tabellarisch gegenüberstellen und böswillige Entstellungen “entlarven”; die Atheisten-Fundis formulieren mit erhobenem Zeigefinger ein 11. Gebot (womit sie ja eigentlich die Geltung der ersten zehn Gebote ebenfalls anerkennen …). Beide haben nur mäßigen Zulauf an Diskutanten, sind aber sicher (hoffentlich?) dankbar, dass es den Kirchentag gibt und damit eine Plattform für ihre eigenwilligen Ideen. Auch sonst stehen noch ein paar Leute auf der Straße, die Pamphlete verteilen, in denen die ach so böse Kirchen angeprangert  und die wahren Lehren (meist in Gebotsform) erklärt werden. Auf dem eigentlichen Kirchentag stehen aber zum Glück nichtg Gebote, sondern das Evangelium im Vordergrund

– Salomos hörendes, weises Herz wird sehr gut im Erölffnungsgottesdienst des Gospelzentrums ausgelegt. Etwas weniger deutlich dann leider in der Predigt des großen Abschlusgottesdienstes – da wird das hörende Herz nur so interpretiert, dass Salomo “auf sein Volk” gehört habe – dabei geht es doch in erster Linie darum, dass Salomo auf Gott gehört hat …IMG_1422

… jedenfalls nicht in der Suchfunktion! Aber von vorn:

Endlich: Dieses Jahr fahre ich mal wieder zum Kirchentag. Dieses Mal findet er Stuttgart statt. Im Internet kann man das ganze Programm durchsuchen – heißt es. Ich wusste, dass Nadia Bolz-Weber eine Bibelarbeit halten wird – sie ist Leiterin eines erstaunlichen Projektes, eines “Zentrums für alle Sünder und Heiligen” in Denver und ich wollte diese Bibelarbeit in der Datenbank finden. Also habe ich “Bibelarbeit” eingegeben – da meinte die Suchfunktion, so etwas gäbe es nicht. Unter den Namen “Bolz-Weber” oder auch “Nadia” ergab die Suche auch nichts. Also half doch nur Blättern im Buch: Die Bibelarbeit findet am Samstag, um 9.30 Uhr in den Gloria-Lichtspielen Kino 1 statt … (Beim Blättern ganz hinten angekommen habe übrigens gemerkT: Die Duchfunktion im Buch ist besser – da gibt es ein Register, in dem Nadia Bolz Weber aufgeführt ist mit Seitenzahl ihrer Veranstaltung!)

Gegen eine andere Kritik muss ich den Kirchentag in Schutz nehmen: Die Atheisten-Fundis ziehen ja gerade mächtig gegen die öffentlichen Zuschüsse für ein solches Event zu Felde. 7 Millionen (wenn ich es richtig weiß) sind ja auch nicht wenig. Aber, was sie verschweigen: Für das deutsche Turnfest, eine Veranstaltung ähnlicher Größenordnung fließt mehr als das Dreifache (25 Millionen) Ich gönne das den Turnern – und bin überzeugt, dass das Geld für den Kirchentag eine superlohnende Investition in unsere Demokratie und – nebenbei – auch in die Wirtschaftsförderung der jeweiligen Region ist.

Vom 30. August bis 6. September findet ein Internationales Symposium zum Thema des Beitrags Frère Rogers zum theologischen Denken statt. Zu diesem Treffen sind besonders junge TheologInnen unter 40 Jahren – Studenten sowie in der Forschung oder bereits im kirchlichen Dienst Tätige – eingeladen. Unter anderem werden folgende Fragen und Themen behandelt:

  • „Kann man evangelisch und gleichzeitig Mönch sein?“, mit Laurent Schlumberger, dem Vorsitzenden der Vereinigten Protestantischen Kirche Frankreichs
  • „Die Barmherzigkeit und der ökumenische Weg Frère Rogers“ mit Kardinal Walter Kasper, ehemaliger Vorsitzender des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen
  • „Die Botschaft Taizés an die Jugendlichen“ mit Dimitra Koukoura, Professorin an der orthodoxen theologischen Fakultät von Saloniki (Griechenland)
  • „Voll Hoffnung streiten, mit einem versöhnten Herzen kämpfen… ein südafrikanischer Gesichtspunkt“ mit dem anglikanischen Pfarrer Edwin Arrison

„Auf der Suche nach tieferem Sinn: Frère Roger und die religiöse Tradition Asiens“ mit Erzbischof Thomas Menamparampil aus Indien.

Einzelheiten dazu gibt es hier: http://www.taize.fr/de_article16837.html

(aus dem Brief aus Taize vom 30. Mai 2015)

EIne interessante Übersicht über die “Punkte-Vergabe-Kartelle” beim ESC gibt es hier:

http://www.zeit.de/kultur/musik/2015-05/eurovision-song-contest-punkte-vergabe

Gerade gelesen: Laut Handelsblatt Business-Monitor glauben selbst 73 % der deutschen Unternehmen nicht, dass das Freihandelsabkommen TTIP ihrem Unternehmen Vorteile bringt.

Wenn schon in einer Gesellschaft der Totalökonomisierung andere vernünftige Argumente nicht mehr zählen: Das müsste doch reichen, um sich zu fragen: Was soll’s denn dann?

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